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Weltweite Reisewarnung endet – was ändert sich für Urlauber?

Stattdessen kommt ein individuelles System

Weltweite Reisewarnung endet! Was das für Urlauber bedeutet

Strand
So sieht Urlaub momentan in Italien ausFoto: getty-images

Die pauschale Reisewarnung für einen Großteil der Welt wegen der Corona-Pandemie ist ab dem 1. Oktober Geschichte. Stattdessen kommen Lagebewertungen, die an die Situation in den einzelnen Staaten angepasst werden. So will es die Bundesregierung.

Die pauschale Reisewarnung für gut 160 Länder außerhalb der EU und den grenzkontrollfreien Schengen-Raum endet am 30. September. Vom 1. Oktober an soll es nach einem Beschluss des Bundeskabinetts auf die Lage in den einzelnen Staaten zugeschnittene Bewertungen geben.

An der Möglichkeit zu reisen, werde sich damit praktisch wohl wenig ändern, sagte eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes (AA). Allerdings werde zu einem differenzierten System übergegangen. Eine positive Veränderung für Reiseanbieter.

Individuelles System ab Oktober

„Ab Oktober kehren wir eben zu einem individuellen System für jedes Land zurück,“ sagte eine AA-Sprecherin zur Erklärung. Reisewarnungen für Länder mit Risikogebieten werde es weiter geben. Diese könnten auch aufgehoben werden, wenn es beispielsweise Quarantänebestimmungen gebe. Allerdings könne in einem solchen Fall dringend von Reisen abgeraten werden. Auch könne in anderen Fällen zu „besonderer Vorsicht“ geraten werden.

Reisewarnungen galten bislang pauschal für mehr als 80 Prozent der Länder dieser Welt. Die Reisewarnung erfolgt bisher unabhängig von der Einstufung von Ländern als Risikogebiet, nur in Europa wird die Lage bislang differenziert betrachtet.

Wo ist Urlaub nun wieder möglich?

Aufs Inselhopping in Thailand müssen Sie wohl noch länger verzichten. Momentan dürfen dort noch keine ausländischen Touristen einreisen. Ähnlich in Neuseeland und Bali, wo der Einreisestopp bis Ende 2020 verlängert wurde. Auch in einer Vielzahl der Länder Afrikas und Südamerikas ist die Ansteckungszahl derzeit so hoch, dass das Auswärtige Amt wohl weiterhin vor Reisen warnen wird. Viele von ihnen stehen auf der Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts, so auch die USA.

Einzelne Länder, wie Georgien, könnte man ab Oktober aber wieder besuchen. Das Auswärtige Amt schreibt: „Georgien ist von Covid-19 vergleichsweise weniger stark betroffen.“ Eine Quarantäne steht bei einem Urlaub in Georgien nicht im Raum.

Auch eine Reise nach Tunesien sei ab Oktober, so das Auswärtige Amt, unbedenklich. Allerdings müssen Deutsche Individualreisende bei der Einreise nach Tunesien einen negativen PCR-Test vorlegen, der nicht älter als 120 Stunden sein darf. Selbst bei einem negativen Testergebnis steht nach Einreise eine 7-tägige Quarantäne an. Pauschalreisende sind von diesen Auflagen befreit. Detaillierte Informationen gibt es auf der Website des Auswärtigen Amts. 

Außerdem dürften Australien, Kanada, China, Botswana und Uruguay zu den Ländern zählen, für die ab dem 1. Oktober keine Reisewarnung mehr gelten wird. Bei der Einreise drohen aber weiterhin Beschränkungen oder Quarantäne, die Bundesregierung rät daher weiterhin von einem Besuch ab.

Auch interessant: Was passiert, wenn für mein Urlaubsland eine Reisewarnung kommt?

Ohne Reisewarnung keine kostenlosen Stornierungen

Eine Reisewarnung ist kein Verbot, soll aber eine erhebliche abschreckende Wirkung haben. Allerdings hat sie auch eine positive Seite für Verbraucher: Sie ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren. Wer sich also ab dem 1. Oktober dazu entscheidet, seine gebuchte Reise in ein Land, dass nun nicht mehr als Risikogebiet gilt, nicht mehr anzutreten, kann sich nicht darauf verlassen, die Kosten rückerstattet zu bekommen.

Am 17. März hatte Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) wegen der steigenden Corona-Infektionszahlen eine beispiellose Maßnahme verkündet: Eine Warnung vor touristischen Reisen in alle rund 200 Länder der Welt. Erst im Juni – unmittelbar vor Beginn der Haupturlaubszeit – wurden die Länder der Europäischen Union, des grenzkontrollfreien Schengen-Raums sowie Großbritannien, Andorra, Monaco, San Marino und der Vatikanstaat ausgenommen.

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