Unterirdische Mega-Anlage in China

Dieses Atomkraftwerk ist eine Touristenattraktion

Einst war „816“ die größte unterirdische Militäranlage der Welt. Doch noch bevor das geplante Atomkraftwerk in Betrieb genommen werden konnte, endete der Kalte Krieg. Nun ist die Höhle eine Touristenattraktion.
Einst war „816“ die größte unterirdische Militäranlage der Welt. Doch noch bevor das geplante Atomkraftwerk in Betrieb genommen werden konnte, endete der Kalte Krieg. Nun ist die Höhle eine Touristenattraktion.
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Eine Führung durch das verzweigte Tunnelsystem dauert drei Stunden. Allerdings ist es nicht erlaubt, die Höhle ohne Guide zu erkunden. Zu groß sei die Gefahr, dass man sich verirre.
Eine Führung durch das verzweigte Tunnelsystem dauert drei Stunden. Allerdings ist es nicht erlaubt, die Höhle ohne Guide zu erkunden. Zu groß sei die Gefahr, dass man sich verirre.
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Mehr als 60.000 chinesische Soldaten haben 17 Jahre lang an „816“ gearbeitet. Dabei sollen mehr als 100 von ihnen gestorben sein. Heute ist das geplante Atomkraftwerk eine einzige Licht-Show: Die Granitwände werden von zahlreichen, bunten Scheinwerfern angestrahlt.
Mehr als 60.000 chinesische Soldaten haben 17 Jahre lang an „816“ gearbeitet. Dabei sollen mehr als 100 von ihnen gestorben sein. Heute ist das geplante Atomkraftwerk eine einzige Licht-Show: Die Granitwände werden von zahlreichen, bunten Scheinwerfern angestrahlt.
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Wer sich fragt, ob es nicht gefährlich sei, durch ein ehemaliges Atomkraftwerk zu flanieren, der sei beruhigt: In „816“ wurde niemals radioaktives Material gelagert.
Wer sich fragt, ob es nicht gefährlich sei, durch ein ehemaliges Atomkraftwerk zu flanieren, der sei beruhigt: In „816“ wurde niemals radioaktives Material gelagert.
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Dennoch werden hier in Ausstellungsräumen chinesische Atomwaffen gezeigt. Außerdem wird hier auch die Geschichte des Kalten Krieges nacherzählt.
Dennoch werden hier in Ausstellungsräumen chinesische Atomwaffen gezeigt. Außerdem wird hier auch die Geschichte des Kalten Krieges nacherzählt.
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Fast wünscht man sich, 816 wäre ein Nachtklub und kein Museum.
Fast wünscht man sich, 816 wäre ein Nachtklub und kein Museum.
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Bunt und aufregend genug ist die Höhle auf jeden Fall.
Bunt und aufregend genug ist die Höhle auf jeden Fall.
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„816“ ist das größte unterirdische Atomkraftwerk der Welt, das von den Chinesen während des Kalten Krieges gebaut wurde. Heute ist die gigantische Anlage ein überdimensionales Kunstprojekt.


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Boomende Metropolen, malerische Flussläufe, grüne Hügel, exotische Tiere  – Südchina bietet Touristen jede Menge Highlights. Wer das Außergewöhnliche liebt, der findet nahe Chongqing im Südwesten des Landes eine Attraktion der besonderen Art: das Atomkraftwerk 816. Die größte, unterirdische Militäranlage, die jemals gebaut wurde!

Die tristen Wände der ehemaligen Militäranlage werden heute von bunten Lichtern erhellt.

Die tristen Wände der ehemaligen Militäranlage werden heute von bunten Lichtern erhellt. Foto: dpa Picture Alliance

Als China und die Sowjetunion im Laufe des Kalten Krieges von Verbündeten zu Feinden wurden, fürchtete China einen nuklearen Anschlag. Um darauf vorbereitet zu sein, plante China das größte Atomkraftwerk der Welt: 18 unterirdische, künstliche Höhlen und mehr als 130 Straßen und Tunnel. Mit Türmen, höher als die meisten Kathedralen der Welt.

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60.000 Soldaten arbeiteten 17 Jahre lang an dem Megaprojekt. Es wird geschätzt, dass mindestens 100 von ihnen bei den Bauarbeiten zu Tode kamen. Doch bevor das Atomkraftwerk seinen Betrieb aufnehmen konnte, endete der Kalte Krieg. Der Bau wurde Ende der 80er Jahre gestoppt. Gut 20 Jahre später, im Jahr 2010, öffnete 816 kurzzeitig für Touristen, machte dann aber wieder zu, um sich in eine Mischung aus Lichtshow, Kunstwerk und Museum zu verwandeln. Wie „CNN.com“ berichtet, ist die Anlage jetzt wieder für den Tourismus freigegeben.

Heute ist die Höhle ein Ort für Kunst und Bildung geworden.

Heute ist die Höhle ein Ort für Kunst und Bildung geworden. Foto: Getty

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Da niemals radioaktives Material nach 816 gelangte, muss sich kein Besucher Sorgen um ungesunde Strahlung machen. Bis jetzt ist nur gut ein Drittel der Anlage für Touristen zugänglich. Die Besitzer planen jedoch, in den nächsten Jahren auch die restlichen Höhlen freizugeben.

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