Ab in die Hocke

Wie Sie sich bei Gewitter richtig verhalten

Gewitter in den Bergen
Wenn Wanderer in den Bergen plötzlich von einem Gewitter überrascht werden, sollten sie schnell nach einem geeigneten Schutz suchen
Foto: Getty Images

Blitz und Donner können bei einer Wanderung oder einer Radtour in der Natur ziemlich plötzlich kommen. Dann ist es wichtig, schnell Schutz zu suchen. Doch wo ist es am sichersten?

Erst einmal sollten Wanderer im Freien versuchen, dem Gewitter aus dem Weg zu gehen und bestenfalls schon vorher Unterschlupf zu finden. Um die Wetterlage einschätzen zu können, muss man den Himmel genau beobachten. „Schnell aufsteigende Cumuluswolken – Haufenwolken – zeigen ein Gewitterrisiko an“, erklärte Hannes Zollner von der Bergwacht Hochland.

Was Wanderer vermeiden sollten

Generell ist die Gewittergefahr zwischen Mai und August nach Angaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) am größten. Sollten Wanderer trotz aller Vorsicht in ein Gewitter geraten, kommt es auf den richtigen Unterschlupf an: Unsicher sind laut DAV unter anderem Waldränder, Nischen in und unter frei stehenden Felsblöcken sowie freistehende Bäume.

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Wie man sich richtig verhält

Ratsam sei hingegen, sich mitten im Wald aufzuhalten oder Mulden von freien Wiesen zu suchen. Gruppen sollten versuchen, Abstand zueinander zu halten, sagte Zollner. Ideal sei eine Schutzhütte, möglichst mit Blitzschutz.

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„Denn der Blitz schlägt immer in das höchste Ziel einer Umgebung ein“, sagt Andreas Friedrich, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes.

Die Senke darf nicht feucht sein

„Wichtig ist auch, dass es in der Senke nicht feucht ist – steht hier Wasser oder der Boden ist sehr nass, kann sich Spannung im Boden sehr gut übertragen“, erklärt Friedrich. „Und: Feuchtigkeit zieht den Blitz in gewisser Weise auch an.“

Wer sich auf freiem Feld direkt unterhalb eines Gewitters wiederfindet, sollte eine Schutzhaltung einnehmen: „Dazu kauert man sich mit geschlossenen und angezogenen Beinen am besten auf eine isolierende Unterlage wie einen trockenen Rucksack oder ein Kletterseil“, rät Janina Schicht vom DAV.

„Je weniger Kontaktfläche zum Boden besteht, desto geringer ist die Gefahr von sogenannten Kriechströmen.“ Warnzeichen für eine steigende Blitzschlaggefahr: „Kribbeln auf der Haut, Sträuben der Haare, Surren von Metallgegenständen oder auch ein leises Knistern“, erklärte Zollner.

Immer wieder Blitzunfälle

Statistisch gesehen ist es äußerst unwahrscheinlich, von einem Blitz getroffen zu werden – allerdings kommt es dennoch immer mal wieder zu Unfällen.