Wegen Umweltverschmutzung!

Norwegische Stadt Bergen verbannt Kreuzfahrtschiffe mit Schweröl

Große Kreuzfahrtschiffe wie dieses am Geiranger Fjord sind in Bergen bald nicht mehr erwünscht
Große Kreuzfahrtschiffe wie dieses am Geiranger Fjord sind in Bergen bald nicht mehr geduldet
Foto: Getty Images

Kreuzfahrten im äußersten Norden Europas werden immer beliebter, jedes Jahr drängen Millionen Touristen in die kalte Region. Viele der großen Dampfer legen in der norwegischen Stadt Bergen an, die mittlerweile der verkehrsreichste Kreuzfahrthafen des Landes ist. Doch damit soll jetzt Schluss sein. Denn den Bewohnern von Bergen stinkt es – im wahrsten Sinne des Wortes.

Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Protesten gegen die großen Kreuzfahrtschiffe in Bergen. Nun beschloss der Stadtrat der Umwelt zuliebe, dass ab 2026 nur noch Kreuzfahrtschiffe in Bergen anlegen dürfen, die mit Strom oder Wasserstoff fahren. Alle Kreuzfahrtschiffe, die mit Schweröl angetrieben werden, sollen verbannt werden, berichtete die norwegische Rundfunkgesellschaft „Norsk rikskringkasting“.

Umwelt, Gesundheit und Weltkulturerbe sollen geschützt werden

Schweröl gilt laut NABU als „der dreckigste aller Treibstoffe“. Nicht nur werden in großer Menge Treibhausgase wie CO2 und Stickoxide ausgestoßen, sondern auch Feinstaub, der die Luftqualität erheblich verschlechtert und gesundheitsschädlich ist. Mit dem neuen Verbot in Bergen sollen nicht nur die Umwelt und die Gesundheit geschützt werden, sondern auch das Unesco-Weltkulturerbe Bryggen, ein Stadtviertel Bergens.

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Bislang zeigt sich der Tourismusverband dennoch skeptisch. Es sei kaum machbar, bis 2026 alle Kreuzfahrtschiffe umzurüsten. Dagegen steht allerdings, dass in vielen Fjorden Kreuzfahrtschiffe, die mit Schweröl fahren, bereits verbannt wurden. Zudem wird bereits vermehrt auf Hybridschiffe gesetzt. So lässt zum Beispiel Hurtigruten aktuell schon das dritte,  hybridbetriebene Expeditionskreuzfahrtschiff bauen. Das hat die Reederei mit der norwegischen Kleven Werft vereinbart, wie Hurtigruten mitteilt. Der noch namenlose Neubau soll 2021 fertig werden.

Hybridschiffe sollen ab Frühjahr 2019 im Einsatz sein

Es handelt sich um das dritte geplante Hybrid-Schiff für den Einsatz unter extremen Eisbedingungen. Bis zu 530 Gäste sollen darauf auch entlegene Polargebiete erkunden können. Bereits im Bau befinden sich die zwei Schwesterschiffe „Roald Amundsen“ und „Fridtjof Nansen“. Die „Roald Amundsen“ wird im Frühjahr 2019 in See stechen, die „Fridtjof Nansen“ soll 2020 ausgeliefert werden.

Die neue Baureihe von Hurtigruten soll zu den umweltfreundlichsten Kreuzfahrtschiffen der Welt gehören. Dank elektrischem Antrieb sollen weniger Schadstoffe ausgestoßen werden.