Kreuzfahrten

Das neue Kreuzfahrtschiff „Norwegian Bliss“

„Norwegian Bliss“
Die „Norwegian Bliss“ ist 333 Meter lang und bietet Platz für 4004 Passagiere
Foto: dpa picture alliance

Das neue Kreuzfahrtschiff «Norwegian Bliss» wartet vor allem mit einer Besonderheit auf: einer Kartbahn. Im Sommerfahrtgebiet macht den PS-Boliden aber eine andere Attraktion Konkurrenz.

Helm auf, Gurte anlegen. Beim Tritt auf das Gaspedal heulen die Motoren auf – zumindest simulieren Lautsprecher die Geräusche vieler PS. Zehn Karts jagen wenig später über die rund 300 Meter lange Strecke. Was an Land keine Besonderheit wäre, ist auf einem Schiff eine Attraktion. Die zweigeschossige Elektro-Kartbahn ist nach Angaben der Reederei die längste auf See.

Natürlich stellt sich die Frage, warum man eine Gokart-Bahn auf einem Kreuzfahrtschiff braucht? Aber Kreuzfahrten boomen eben, und jede Reederei will mit etwas Besonderem aufwarten.

Kartbahn auf der „Norwegian Bliss“

Passagiere der „Norwegian Bliss“ können auf der Kartbahn mal richtig Gas geben
Foto: Foto: Norwegian Cruise Line/dpa

Bei der „Norwegian Bliss“ ist aber auch das Fahrtgebiet besonders: Alaska. Gletscher, hohe Berge, unberührte Natur. Und mit ein bisschen Glück gibt es auch Wale zu sehen.

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Wegen der Tiere gibt es auf der „Norwegian Bliss“ eine weitere Besonderheit: die Observation Lounge auf Deck 15, die relativ großzügig gestaltet wurde. Das Areal zieht sich über die komplette Front und an den Seiten fast über ein Viertel der Schiffslänge. Hinter riesigen bodentiefen Fenstern stehen bequeme Sessel und Loungemöbel.

Der Poolbereich der Norwegian Bliss

Der Poolbereich der Norwegian Bliss
Foto: dpa picture alliance

Preis pro Person: rund 2500 Euro – ohne Flug!

Zwei Decks höher liegt die Horizon Lounge. Hier haben im Gegensatz zur Observation Lounge aber nur Passagiere aus dem Suitenbereich The Haven Zutritt. Dieses „Schiff im Schiff“ – eine gängige Bezeichnung für die Exklusivbereiche – hat auch eine eigene Poolfläche, ein separates Sonnendeck und ein eigenes Restaurant. Bei insgesamt mehr als 20 Restaurants an Bord wäre das eigentlich gar nicht nötig, aber es bietet den zahlungskräftigen Gästen Exklusivität und eine nochmal etwas höhere Qualität als in den anderen Lokalen. Diese stehen ihnen aber natürlich auch offen.

Neu auf der „Norwegian Bliss“ ist das „Q Texas Smokehouse“. Hier landen riesige Fleischberge auf den tablettartigen Tellern, dazu gibt es Cole Slaw, Jalapenos und allerlei schmackhafte Soßen. Neu ist auch das „Los Lobos“, ein mexikanisches Lokal, das wie das „Smokehouse“ einen Aufpreis kostet.

Der Premium-Anspruch wird auch beim Design deutlich, das auf der „Bliss“ sehr edel, elegant, hell und freundlich daherkommt, sowohl in den Kabinen als auch in den öffentlichen Bereichen. Die gestiegenen Ansprüche machen sich aber an einer anderen Stelle bemerkbar: beim Preis. Auf einer Alaska-Kreuzfahrt muss man für eine normale Balkonkabine pro Person locker 2500 Euro ausgeben. Der Flug ist dann noch nicht eingeschlossen. Dennoch ist das Schiff für diesen Sommer weitgehend ausgebucht. NCL-Chef Andy Stuart sprach im Rahmen der Tauffeierlichkeiten vom „bestgebuchten Schiff der Flotte“.

Wasserpark auf der „Norwegian Bliss“

Auf der „Norwegian Bliss“ gibt es auch einen Wasserpark mit zwei Rutschen
Foto: dpa picture alliance

Die „Bliss“ ist sehr amerikanisch geprägt

Besonders stark vertreten an Bord sind natürlich die Amerikaner. Bordsprache ist Englisch, und das Schiff ist NCL-typisch entsprechend geprägt. Das gilt fürs Essen – vom „Q Texas Smokehouse“ über das „Los Lobos“ bis zum erstmals bei NCL an Bord vertretenen Starbucks. Aber auch für das Spielkasino, für den in Deutschland unbekannten US-Radiomoderator Elvis Duran als Taufpaten und nicht zuletzt für das Entertainment. So treten im „Social Comedy & Night Club“ regelmäßig amerikanische Comedians auf. Als Deutscher kann man eher schwer folgen, auch mit guten Englischkenntnissen.

Das gilt mit Abstrichen auch für die großen Shows im Theater. Beim Broadway-Musical „Jersey Boys“ beschreitet die Reederei Neuland. Denn wo auf anderen Schiffen die Shows am Abend maximal 45 Minuten dauern, kommen die „Jersey Boys“ auf 1 Stunde und 41 Minuten. Auch eine Eigenproduktion gibt es zu sehen: „Havana“. Die Verantwortlichen hoffen, dass das Stück irgendwann einmal den umgekehrten Weg wie die „Jersey Boys“ nimmt – nicht vom Broadway aufs Schiff, sondern vom Schiff an den Broadway.

Fakten zur „Norwegian Bliss“

Schiff: 4004 Passagiere bei Doppelbelegung der Kabinen fasst die „Norwegian Bliss“. Gebaut wurde sie bei der Meyer Werft in Papenburg.

Fahrgebiet: In den Sommermonaten fährt die „Norwegian Bliss“ ab Seattle nach Alaska. Dort ist es das größte Kreuzfahrtschiff. Häfen auf der Route sind Ketchikan, Juneau, Skagway und Victoria. Im Winter ist das Kreuzfahrtschiff in der Karibik unterwegs.

Kart fahren: Das Gokart-Fahren kostet 8 Dollar (rund 6,80 Euro) für acht Runden.