Checkliste mit Fragen und Antworten

Urlaub mit Mietwagen? Darauf müssen Sie achten!

Frau steht am Straßenrandneben kaputtem Auto
Bevor man mit dem Mietwagen losfährt, sollte man sich über die wichtigsten Versicherungsdetails im Klaren sein
Foto: Getty Images

Ein Mietwagen im Urlaub bietet viele Vorteile, doch beim Buchen gibt es viele Optionen und Stolperfallen. TRAVELBOOK erklärt, worauf Sie achten müssen, wenn Sie einen Urlaub mit Mietwagen planen. 

Mietwagen von Deutschland aus buchen oder vor Ort?

Den Preisvergleich sollten Urlauber bereits in Deutschland machen – und dann auch mit genug Vorlauf von zu Hause aus buchen. Dann hat man auch eine größere Auswahl bei den Fahrzeugen. Zur Urlaubszeit könne es vorkommen, dass in dem gewünschten Zeitraum an der ausgewählten Station kein Fahrzeug mehr in der passenden Fahrzeugkategorie buchbar sei, erklärt Europcar. Die Mietfirmen empfehlen außerdem eine Bezahlung im Voraus, denn oft erhält man dann einen Rabatt auf den Gesamtpreis.

Stiftung Warentest rät davon ab, sich vor Ort von Angeboten ausländischer Mietfirmen locken zu lassen, da die Zusatz- und Versicherungskosten seien häufig höher als bei deutschen Unternehmen. Zudem kann es auch rechtlich von Vorteil sein, in Deutschland zu buchen, denn dann unterliegen die Angebote deutschem Recht. Wer Mietverträge über eine nationale Website oder vor Ort abschließt, unterliegt dort geltendem nationalen Recht. Vertragliche Streitfälle müssen im Fall der Fälle juristisch im Urlaubsland geklärt werden.

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Welche Mietwagenportale sind die besten?

Die Zeitschrift „Clever reisen!“ hat in Ihrer Ausgabe 2/2018 neun Mietwagenportale hinsichtlich Nutzbarkeit und Konditionen miteinander verglichen. In die Bewertung flossen die Suchfunktionen für Tankregelungen und Selbstbeteiligung, Kosten für Einwegmieten, Haftpflichthöhe und Übersichtlichkeit der Darstellung mit ein. Auf dem ersten Platz landete Check24, dicht gefolgt von Sunny Cars. Auf Platz 3 folgt Billiger-Mietwagen. Die schlechtesten Testergebnisse erhielt der Autoclub ADAC.

Worauf muss ich bei der Vertragsunterschrift achten?

Wer im Vorfeld gemietet hat, sollte vor Ort keine Schriftstücke unterschreiben, die nicht in seiner Muttersprache verfasst sind, rät der Automobilclub von Deutschland (AvD). Es könnte damit ein neuer Vertrag mit anderen Konditionen abgeschlossen werden – ohne Wissen des Urlaubers. Achten Sie also darauf, dass die Vertragsbedingungen bestenfalls in deutscher Sprache oder einer Ihnen verständlichen Sprache verfasst sind und darin deutlich gemacht wird, wer der Anbieter ist. Ebenfalls sollte der Gesamtmietpreis klar ausgewiesen sein. Außerdem sollten Angaben zu den Versicherungen und Zusatzleistungen vermerkt sein. Denn diese kosten extra und sind daher oft versteckt.

Tarif mit Kilometerbegrenzung oder ohne?

Urlauber sollten vorher überlegen, wie viele Kilometer sie zurücklegen. Sonst kann es bei Tarifen mit Kilometerbegrenzung teuer werden. Am besten sind daher unbegrenzte Verträge, empfiehlt der ADAC. Damit nicht einer allein fahren muss, schließt der Vertrag lieber einen Zusatzfahrer mit ein.

Mit oder ohne Selbstbeteiligung?

 Die Erfahrung zeige, dass bei Versicherungen mit Selbstbeteiligung kleinste Kratzer berechnet würden, heißt es von Stiftung Warentest. Bei der Vollkasko-Police ohne Selbstbeteiligung entstehen im Schadensfall keine Mehrkosten für den Kunden. Vor Vertragsabschluss lohnt es sich, genau die Details der Police zu prüfen. Schäden an Reifen, Glas und Unterboden würden bei einigen Vermietern nicht gedeckt, so der AvD. In Urlaubsländern mit unbefestigten Straßen ist das ein Risiko, das man ggf. über eine Zusatzversicherung absichern sollte.

Welche Zusatzversicherungen sind ratsam?

Mietwagen-Urlauber können sich mit weiteren Versicherungen absichern. Bestenfalls deckt diese auch Unterboden und Dach ab.

Aber Vorsicht: Urlauber werden beim Abholen des Mietwagens am Ferienort immer wieder zum Abschluss teurer Zusatzversicherungen genötigt. Wer unter Druck gesetzt wird, sollte nur unter Vorbehalt zahlen, rät das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland (EVZ). Der Urlauber vermerkt am besten auf dem Vertrag, dass er mit der Zahlung nicht einverstanden ist und das Geld später zurückfordert. Tipp: den Namen des Angestellten der Mietwagenfirma notieren und schnell in der Unternehmenszentrale beschweren. Ist die Reklamation nicht erfolgreich, können sich Reisende an ihr Kreditkarteninstitut wenden und die Rückbuchung des Betrags verlangen.

Wie hoch sollte die Deckungssumme der Haftpflichtversicherung sein?

Die Haftpflichtversicherung, die man mit dem Mietvertrag ebenfalls abschließt, ist unerlässlich. Sie greift, wenn der Fahrer bei einem Unfall Dritte schädigt. Doch gerade diese ist in vielen Ländern viel zu niedrig berechnet, warnt die Stiftung Warentest. Bei Personenschäden reichen sie mitunter nicht aus. Der ADAC rät zu einer Deckungssumme von mindestens einer Million, Stiftung Warentest sogar von 50 Millionen Euro.

Auch wichtig: Mietwagen im Urlaub – Vorsicht bei teuren Zusatzversicherungen!

Welche Tankregelung ist sinnvoll?

Buchen Sie am besten einen Tarif, bei dem Sie den Mietwagen mit vollem Tank übernehmen und am Ende des Urlaubs auch mit vollem Tank wieder zurückgeben. Vorteil dieser Voll/Voll-Regelung ist, dass der Mieter nur den tatsächlich verbrauchten Treibstoff bezahlt, und das zum normalen, aktuell geltenden Tankstellenpreis. Wählen Sie die Option voll/leer, bei Sie den Wagen vollgetankt übernehmen und mit leerem Tank zurückgeben, berechnet der Vermieter unter Umständen einen überhöhten Preis für das Benzin. Außerdem wird es kaum gelingen, den Tank wirklich komplett leer zu fahren – sodass man dem Vermieter am Ende Geld schenkt.

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Worauf sollte ich bei der Mietwagen-Übergabe achten?

Auch wenn es stets schnell gehen soll: Bei der Übergabe des Wagens sollten Urlauber das Fahrzeug im Beisein eines Mitarbeiters der Firma auf Mängel prüfen. Kratzer und ähnliche Schäden dabei unbedingt schriftlich bestätigen lassen, rät der ADAC. Manchmal ist jedoch kein Mitarbeiter auffindbar. Dann sollte man Schäden unbedingt fotografisch festhalten und sich später bei der jeweiligen Station melden, um eine Bestätigung zu erhalten, dass alles in Ordnung ist.

Ist die Nachfrage etwa in der Urlaubszeit sehr hoch, kann es sein, dass kein Fahrzeug in der gebuchten Kategorie verfügbar ist. Dann können Mietwagenfirmen einen anderen Wagen vermieten als vorab gebucht. Die meisten Unternehmen bieten ihren Kunden in diesen Fällen ein Fahrzeug aus der nächsten verfügbaren Kategorie an. Häufig kann gegen einen Aufpreis ein größeres Fahrzeug gemietet werden. Einen Anspruch auf eine bestimmte Automarke oder einen bestimmten Autotyp haben Kunden jedoch nicht, erklärt die Mietfirma Hertz.

Hier erfahren Sie mehr zum Thema: Was ist, mein gebuchter Mietwagen nicht verfügbar ist?

Was muss ich bei der Rückgabe des Mietwagens beachten?

Wenn die Urlaubsfahrt im Mietwagen hoffentlich ohne Unfälle und Schäden zu Ende geht, wird der Wagen wieder an der Station abgegeben. Auch hier gilt: Halten Sie den Zustand des abgegebenen Wagens in einem Protokoll fest, damit Vermieter nicht nachträglich vermeintliche Schäden ankreiden können.

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Wird ein internationaler Führerschein benötigt?

In einigen Nicht-EU-Ländern bekommt man Mietwagen nur mit internationalem Führerschein. Wer im Internet bucht, findet diese Info in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), erklärt ADAC-Expertin Müllenbach-Schlimme. Wer vor Ort buchen will, macht sich lieber rechtzeitig vor der Reise schlau, ob ein internationaler Führerschein benötigt wird. Dann bleibt ausreichend Zeit, ihn beim Straßenverkehrsamt oder den Führerscheinstellen zu beantragen.