Strecken, Ticketpreise, ...

Diese 6 Änderungen gibt es 2020 bei der Deutschen Bahn

Mit dem Zug durch Deutschland – da wird sich in diesem Jahr einiges ändern
Mit dem Zug durch Deutschland – da wird sich in diesem Jahr einiges ändern
Foto: Getty Images

Für die nächsten Jahre hat die Deutsche Bahn einiges geplant. Manches, wie etwa neue Strecken oder besserer Empfang, wird Reisende freuen. Anderes, wie die zahlreichen Baustellen, wohl weniger. TRAVELBOOK hat den Überblick, welche Änderungen es 2020 bei der Bahn geben wird!

Einmaliges Wlan-Login – allerdings mit Haken

Aktuell baut die Bahn ein zusammenhängendes WLAN-Netzwerk für ihre Bahnhöfe und Züge auf. „Kunden sollen noch in diesem Jahr nach einmaligem Login auf ihrer gesamten Reise mit der DB nahtlos und kostenlos surfen können“, sagt ein Sprecher des Unternehmens auf Nachfrage von TRAVELBOOK. Der Plan: 

An der Sache gibt es allerdings zwei Haken. Zum einen gilt das neue WLAN nur dort, wo es bisher auch schon WLAN gibt. Bisher sind aber nur 126 Bahnhöfe in Deutschland mit kostenlosem WLAN ausgestattet. Des Weiteren wird sich auch an der Stabilität der Internetverbindung nichts ändern – das betrifft besonders das Netz an Bord der Züge. Dort ist die Bahn nämlich genauso auf die Mobilfunkabdeckung angewiesen wie die Bahnreisenden. Heißt konkret: Gibt es auf dem Streckenabschnitt nicht genügend Antennenmasten, gibt es auch nicht genügend Internetempfang. Auch wenn die Bahn bereits mit Signalverstärkern und Multiprovidern, die alle drei Mobilfunknetze bündeln, arbeitet, kann nur eine flächendeckende Antennenmast-Infrastruktur entlang der Strecken das Problem endgültig lösen. Und dafür sind, so die Bahn, aber die Mobilfunkbetreiber verantwortlich.

Allerdings sei man, so das Unternehmen, im engen Austausch mit Politik, Bundesnetzagentur (BNetzA) und den Mobilfunkanbietern, um die Konnektivität für die Schiene zu verbessern.

Das WLAN an Bord von Zügen der Deutschen Bahn soll sich in diesem Jahr verbessern

Das WLAN an Bord von Zügen der Deutschen Bahn soll sich in diesem Jahr verbessern

Neue Strecken

Richtig freuen können sich vor allem die Berliner: Hier gibt es ab diesem Jahr gleich mehrere neue Fernverkehrsstrecken. Seit dem 1. Januar 2020 gibt es die neue Strecke Dresden-Berlin-Rostock. Aktuell gibt es zehn Fahrten am Tag, ab 8. März wird dann auf 16 Fahrten aufgestockt, was dann einen Zwei-Stunden-Takt bedeutet. Das dürfte ab Herbst – hoffentlich – auch internationale Gäste freuen: Die neue Strecke wird nämlich auch am neuen BER, der nach aktuellem Stand, am 31. Oktober eröffnen soll, halten.

Auch international gibt es mehrere neue Strecken: So wird es ab Mai eine neue Railjet-Verbindung von Berlin über Dresden, Prag und Wien bis Graz geben. Dabei kooperiert die DB mit den Tschechischen Bahnen (CD) und den Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Ebenfalls in Kooperation mit der ÖBB sind die neuen Strecken Zürich-Berlin sowie Zürich-Hamburg.

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Zusätzliche Züge

Besonders auf hochfrequentierten Strecken war es bisher ein Ärgernis, dass viele Züge mehr als gut belegt waren. Das hatte mitunter zur Folge, dass Reisende nicht einmal mehr einen Sitzplatz bekommen haben. 2020 geht die Bahn auf dieses Ärgernis ein. So werden die Züge auf den ICE-Strecken Berlin – München sowie auf den Strecken Berlin – Frankfurt a. M. ab diesem Jahr im „lückenlosen Stundentakt“ fahren, so das Unternehmen in einer Pressemitteilung.

Auch bei anderen Verbindungen, die besonders stark nachgefragt sind, werden in diesem Jahr zusätzliche Züge eingesetzt. So sollen auf etwa auf der Strecke Hamburg bis Rhein/Ruhr weitere Sprinter den bereits bestehenden Stundentakt ergänzen.

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Günstigere Ticketpreise

Die vielleicht beste Nachricht für Bahnfahrer: Seit dem 1. Januar kosten die Tickets im Fernverkehr deutlich weniger. Dank der von 19 auf 7 Prozent reduzierten Mehrwertsteuer werden Sparpreise und Flexpreise um rund 10 Prozent günstiger. Das gilt auch für die für Streckenzeitkarten zur Mitnahme von Fahrrädern, für die Sitzplatzreservierung und für die BahnCard 100.

Alle, die eine BahnCard 25 oder BahnCard50 haben, müssen allerdings noch Daumen drücken: Bisher gibt es keine Entscheidung, ob auch hier die Mehrwertsteuer gesenkt wird. Hier müssen sich Bund und Länder noch einigen.

Neue ICEs

Tatsächlich soll es nicht nur günstiger, sondern auch komfortabler werden. Dafür will man beispielsweise alte IC-Wagen, die zum Teil über 40 Jahre alt sind, durch moderne ICE-Züge ersetzen, die dann unter anderem auch WLAN bieten. Im Wesentlichen geht es um die Linie Passau-Nürnberg-Frankfurt-Mainz-Koblenz-Köln-Hamburg, wie ein Sprecher der Bahn TRAVELBOOK mitteilte. Zudem gäbe es auch einige weitere IC-/EC-Linien, bei denen einzelne Fahrten nun mit einem ICE statt einem IC gefahren werden, beispielsweise zwischen Hamburg und Hannover oder zwischen Stuttgart und Frankfurt.

Außerdem hat die Bahn ein neues ICE-Flaggschiff: den ICE 4. Das neue Modell verfügt zum Beispiel über eine noch höhere Sitzplatzkapazität und es ist nun möglich, ein Fahrrad mitzunehmen, was bisher nicht möglich war. Stand jetzt verfügt die Bahn bereits über 42 Züge dieser Baureihe, bis Ende dieses Jahres soll „alle drei Wochen ein neuer ICE 4 auf die Schiene“, wie DB-Vorstand Berthold Huber mitteilte. Tatsächlich sind es nach TRAVELBOOK-Informationen sogar noch mehr: Bis Ende des Jahres soll der ICE-4-Bestand auf 70 Züge anwachsen.

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Baustellen

Wie die Bahn auf Nachfrage mitteilte, werde man 2020 auf Rekordniveau in Strecken, Bahnhöfe und Energieversorgungsanlagen investieren. Was das konkret heißt? Allein im Jahr 2019 erneuerte die Bahn 1500 Kilometer Gleise, 300 Brücken und 1500 Weichen. Wie TRAVELBOOK gesagt wurde, werden sich auch 2020 die Investitionen in dieser Größenordnung bewegen. Das ist zwar gut für die Zukunft, bedeutet aber erst einmal vor allem eins: viele Baustellen – und damit auch viele Verspätungen.

Unter anderem wird das dort der Fall sein, wo man das bestehende Netz erneuern, also alte Schienen wieder instand setzen möchte. Eine Großbaustelle dieser Art wird es auf der Strecke Mannheim-Stuttgart geben. Dort wird vom 10. April bis 31. Oktober die Hochgeschwindigkeitsstrecke saniert. In dieser Zeit verlängert sich die Fahrt auf den Verbindungen Stuttgart-Frankfurt, Stuttgart-Köln und Stuttgart-Berlin regulär um 20 bis 45 Minuten.

Ebenfalls Einschränkungen wird es vermutlich im Harz-Weser-Netz in Niedersachsen und auf der Strecke Mertingen-Meitingen bei Augsburg in Bayern geben. Dort werden die alten Stellwerke digitalisiert. Und auch zwischen Stuttgart und Ulm, auf den Strecken zwischen München, Lindau und Zürich, Ulm und Friedrichshafen sowie Oldenburg und Wilhelmshaven müssen sich Bahnreisende auf Baustellen einstellen, hier wird nämlich das Netz weiter ausgebaut.

Alle Baustellen der Deutschen Bahn in Deutschland finden Sie übrigens hier.

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