Entwurf macht Platz für zwei Arme möglich

Nie wieder Armlehnen-Ärger im Flieger?

Nirgends ist auf Reisen der Platz so beschränkt wie in der Economy Class eines Flugzeugs. Passagiere kämpfen um jeden Zentimeter, vor allem auf der Armlehne. Ein regelrechter Kleinkrieg beginnt, meist ohne Worte, dafür aber mit mehr oder weniger sanftem Gedrücke. Das könnte nun bald der Vergangenheit angehören. Eine Firma aus Hongkong hat eine Lehne entworfen, auf der, endlich, Platz für zwei Arme wäre.

Endlich Frieden mit dem Sitznachbar: Der Armlehnen-Entwurf von James Lee hat zwei Ebenen, sodass beide Passagiere Platz auf der Lehne finden
Endlich Frieden mit dem Sitznachbar: Der Armlehnen-Entwurf von James Lee hat zwei Ebenen, sodass beide Passagiere Platz auf der Lehne finden
Foto: Paperclip Design

Eigentlich ist der Entwurf des Designers James Lee aus Hongkong gar nicht so neu, wie die vielen aktuellen Berichte auf Reiseblogs vermuten lassen. Die Armlehne erhielt in den vergangenen Jahren bereits einige sehr wichtige Design-Auszeichnungen wie etwa den Red Dot Award. Wie aber kam es dazu, dass plötzlich sogar die Website des US-Nachrichtensenders „CNN“ über die Armlehne berichtete?

Ein Anruf in Hongkong bei „Paperclip Design“ gibt Aufschluss. „Eine Journalistin eines Online-Reisemagazins hat das Thema entdeckt und vor circa zwei Wochen über meine Armlehne einen Artikel veröffentlicht“, erklärt James Lee. „Danach verbreitete er sich viral im Internet, vor allem auf Twitter.“

Offenbar fand das Thema dort genau jene Zielgruppe, die sich im Flugzeug über das Armlehnen-Problem am meisten aufregte bzw. sich über eine Lösung eben jenes freute. Denn das Konzept von James Lee ist so simpel, dass man sich fragt, warum niemand vorher auf die Idee kam.

Statt den Raum auf der Lehne in die Breite auszudehnen und somit den Sitzplatz einzuschränken, setzt Lee auf zwei Ebenen, einer oberen und einer unteren.

Sitznachbarn müssen sich lediglich einigen, ob sie ihren Arm oben oder unten platzieren wollen

Sitznachbarn müssen sich lediglich einigen, ob sie ihren Arm oben oder unten platzieren wollen. Foto: Paperclip Design


So können beide Sitznachbarn ihren Arm platzieren und müssen im Grunde nur festlegen, wer oben bzw. unten sein möchte.

Der Trick bei der Armlehne von Paperclip: die zweite Ebene, auf der ein zweiter Arm liegen kann

Der Trick bei der Armlehne von Paperclip: die zweite Ebene, auf der ein zweiter Arm liegen kann. Foto: Paperclip Design

Interessanterweise hatte James Lee beim Entwurf aber gar nicht einen Einsatz im Flugzeug im Hinterkopf. Volle Vorlesungssäle hätten ihn auf die Idee gebracht, erklärt er TRAVELBOOK.

Aber natürlich lässt sich mit dieser Lehne überall da Raum schaffen, wo Platz eine wertvolle Ressource ist, die es gut zu nutzen gilt, also fast überall: im Zug oder Flugzeug, in Seminarräumen, Schulen, Theatern, Kinosälen.

Auch ein Einsatz im Zug wäre möglich, wo der Platz ebenfalls beschränkt ist

Auch ein Einsatz im Zug wäre möglich, wo der Platz ebenfalls beschränkt ist. Foto: Paperclip Design

Kommerziell betrachtet verspricht sich James Lee von einer Nutzung in Kinos den größten Erfolg, obgleich er einräumt, es sei sein Traum, die Armlehne irgendwann in einem Flugzeug zu sehen. „Es haben sich bereits einige wenige Airlines bei mir mit Anfragen gemeldet“, sagt er am Telefon. Einen Auftrag gebe es bislang jedoch noch nicht.

Allerdings fragen sich angesichts der Einfachheit des Konzepts nun sicher viele Fluggäste, warum die Airlines es nicht einfach umsatteln und somit einen Grund zum Ärgernis beseitigen.

Dass jemand zwischenzeitlich seine Idee klauen könnte, darüber braucht er sich keine Sorgen zu machen: Lee hat sich den Entwurf bereits patentieren lassen.

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