2. Dezember 2025, 11:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Ob beruflich oder privat: Täglich reisen Hunderttausende Menschen mit dem Flugzeug. Dabei leiden nicht wenige Passagiere unter Flugangst. TRAVELBOOK hat mit einem Experten gesprochen, der verrät, wie man richtig mit seiner Flugangst umgeht.
Für die einen ist es ein entspannter Moment – die letzte Etappe vor dem Reiseziel. Für die anderen ist es der blanke Horror: Sie haben Angst vor dem Fliegen. „Die Ursache von Flugangst ist häufig große Unkenntnis“, sagt Diplom-Psychologe Sascha Thomas. Er bietet in seiner Münchner Praxis unter anderem Coachings gegen Flugangst an.
Wichtig sei es, sich vor dem Flug zu informieren: Wie fliegt ein Flugzeug? Was sind Turbulenzen? Wie wird eine Sicherheitsschulung durchgeführt? Die Antworten auf diese Fragen können helfen, sich an Bord sicherer zu fühlen.
Übersicht
Die Angst, in der Falle zu sitzen
Manche fürchten sich aber auch vor ihren eigenen Reaktionen im Flugzeug, wie Thomas erklärt. Sie haben zum Beispiel Angst davor, im Flugzeug in Panik zu geraten, weil sie das aus anderen Situationen kennen, die ihnen Angst machen. Hier kann es helfen, mit professioneller Unterstützung eine Panik in einem geschützten Raum zu simulieren, rät der Experte. „Häufig geht es bei diesen Ängsten gar nicht um das Flugzeug oder die Angst vorm Fliegen“, sagt Thomas. Die Menschen fürchten sich stattdessen etwa in geschlossenen Räumen und haben Angst, in der Falle zu sitzen.
Vor dem Flug kann es helfen, etwas Entspannendes zu machen. „Angst führt immer zu körperlicher Anspannung und erhöhtem Herzschlag.“ Ein ausgiebiger Spaziergang, Muskelentspannungsübungen oder autogenes Training können dann helfen. Menschen mit Flugangst sollten sich vor dem Flug auf positive Dinge konzentrieren und sich sagen, dass das Fliegen sicher ist. „Das nützt natürlich nur etwas, wenn man auch wirklich dran glaubt“, sagt Thomas.
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Angst sollte man nicht für sich behalten
Im Flieger sei es verkehrt, mit seiner Angst allein zu bleiben. Stumm herumsitzen und rätseln, was gerade passiert, mache alles nur schlimmer. Ein komisches Geräusch, ein Ruckeln – am besten sei es, das Kabinenpersonal anzusprechen und zu fragen, was los ist, rät Thomas. „Ansonsten gerät man in eine Gedankenspirale.“ Dann stelle man sich die größten Katastrophenszenarien und die abenteuerlichsten Erklärungen für eine Turbulenz vor.
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3 schnelle Tipps gegen Panik im Flugzeug
Atmen: Kommt die Panik, können Sie sich mit Ihrer Atmung ganz schnell selbst beruhigen. So geht’s: Atmen Sie bewusst und zählen Sie bei jeder Ein- und Ausatmung langsam bis vier. Der Effekt wird noch verstärkt, wenn Sie bewusst vom Bauch in die Brust und hoch in die Schultern atmen und wieder zurück.
Druckpunkte: Legen Sie die Spitzen von Daumen und Zeigefinger zusammen und drücken Sie sie aneinander. Das sorgt nicht nur für Ablenkung, der Druckpunkt soll auch mit Angst in Verbindung stehen und das Drücken hilft, ruhig zu bleiben.
Gedankenkontrolle: Kommen die Panikgedanken, hilft es, sich bewusst zu machen, dass es sich gerade „nur” um negative Gedanken in Ihrem Kopf handelt. Visualisieren Sie stattdessen einen ruhigen Flug und ein angenehmes, sicheres Ankommen. Alternativ können Sie sich auch an einen „happy place” denken, also einen schönen Ort, an dem Sie sich sicher und wohlfühlen.
Fliegen ist und bleibt eine echte Herausforderung für mich
Ich dachte lange, je öfter man fliegt, desto kleiner wird die Angst. Leider falsch. Selbst bei kurzen Strecken begleitet mich schon Tage vorher ein mulmiges Gefühl. Was mir hilft: ein kurzer Plausch mit dem Sitznachbarn, ein Podcast oder Musik. Kennen Sie noch die kindliche Aufregung vor einer Reise? Manchmal deute ich die Anspannung genau so um – schließlich geht es meist an schöne Orte. Ganz weg ist die Flugangst dadurch nicht, aber wird immerhin etwas leichter. Und beruhigend ist auch: Viele andere an Bord kämpfen mit genau denselben Gedanken.

