Mehrere Opfer in Kerala

Tödlicher Nipah-Virus im Süden Indiens ausgebrochen

Nipah-Opfer
Im südindischen Bundesstaat Kerala gibt es mehr und mehr Nipah-Infektionen
Foto: DPA Picture Alliance

Der Nipah-Virus hat in Indien zehn Menschen getötet. Der hoch gefährliche Virus wird durch Urin und Speichel von Flughunden übertragen: Wenn Menschen oder andere Säugetiere Obst essen, mit dem die Flughunde in Kontakt waren, können Sie sich mit dem Virus infizieren und daran sterben.

Die Todesopfer des derzeitigen Ausbruches sind alle Angehörige einer Familie im südindischen Bundessaat Kerala, in deren Brunnen tote Flughunde gefunden wurden. Infiziert wurde auch eine Krankenschwester, die die Opfer behandelt hatte. Es wird daher davon ausgegangen, dass der Virus von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

In Kerala gelten nun etwa 100 Menschen als Verdachtsfälle und wurden unter Quarantäne gestellt. Sie stammen fast alle aus dem Umfeld der zehn verstorbenen Infizierten. Neun weitere Erkrankte befinden sich in Behandlung auf einer Intensivstation.

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Sind Urlauber betroffen?

Kerala ist bei Touristen vor allem wegen seiner weißen Sandstrände, aber auch für Aryuveda-Behandlungen und Outdoor-Sportmöglichkeiten beliebt. Das Auswärtige Amt hat bislang aber noch keine offizielle Reisewarnung für die betroffenen Gebiete ausgesprochen.

Eine Nipah-Infektion endet oft tödlich

Gefährdet sind bei Nipah nicht, wie etwa beim Zika-Virus, vor allem schwangere Frauen, sondern alle Menschen. Die Infektion verläuft sehr oft tödlich. Wie die Tagesschau berichtet, gab es mehrere dokumentierte Ausbrüche von Nipah: der erste vor genau 20 Jahren in dem gleichnamigen Dorf in Malaysia. Danach gab es mehrere Fälle in Bangladesch und zwei größere Ausbrüche in Indien, bei denen fast alle Betroffene starben.

Kein Heilmittel gegen den Virus

Laut der Weltgesundheitsorganisation WHO gibt es kein bekanntes Heilmittel oder einen Impfstoff gegen Nipah. Der Virus steht daher auf der WHO-Liste der Krankheiten, die eine weltweite Epidemie auslösen könnten und besonders dringend erforscht werden müssen.

Das sind die Symptome

Laut dem Nipah-Informationsblatt der WHO sind die Symptome des Virus grippeähnlich: Fieber, starke Gliederschmerzen, Erbrechen und Halsschmerzen. Der Erreger kann außerdem Hirnhautentzündungen und Atemwegserkrankungen auslösen.

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