Dänische Airline muss 250 Euro zahlen!

Dieser Hund bekommt Entschädigung für Flugausfall

Hund bekommt Entschädigung
Die dänische Airline DAT muss diesem Hund namens Jack 250 Euro zahlen, weil sein Flug gestrichen wurde
Foto: Screenshot Twitter / iStock/turbo83 / Collage TRAVELBOOK

Wer einen Flug gebucht hat und dieser mehr als drei Stunden Verspätung hat oder sogar ausfällt, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Entschädigung. So ist es in der Fluggastrechte-Verordnung 261 der Europäischen Union eindeutig geregelt. Nun aber hat ein Passagier, dessen Flug mit einer dänischen Airline annulliert worden war, eine Entschädigung auch für seinen mitfliegenden Hund eingefordert – mit Erfolg.

250 Euro muss die dänische Charter-Airline Danish Air Transport (DAT) dem Hund zahlen, weil der Flug von Palermo auf Sizilien auf die Insel Lampedusa am 14. Januar, für den er gemeinsam mit seinem Besitzer gebucht war, nicht starten konnte. 27 Euro hatte das Ticket für die Beförderung des Hundes in der Kabine gekostet, wie unter anderem das belgische Flugportal „aviation24.be“ berichtet.

 

Airline-Chef ist sauer

Auch Jesper Rungholm, der Chef der dänischen Airline, zeigt keinerlei Verständnis für den Vorfall und bezeichnete die EU-Verordnung gegenüber dem deutschen Flugportal „aerotelegraph“ als „ein Desaster“. Eine Revision sei dringend nötig. Das Problem: In der EU-Verordnung mit der Nummer 261 ist lediglich von „Fluggästen“ die Rede. Nirgends aber steht, dass es sich dabei um Menschen handeln muss – und genau auf dieses Detail hat sich der Anwalt, der den Hund laut „aerotelegraph“ rechtlich vertritt, berufen. Die Airline sah sich letztlich zur Zahlung der Entschädigung auch für den Hund gezwungen.

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Jan Bartholl, Fachanwalt für Reiserecht und europäische Fluggastrechte, hält die Entschädigungszahlung aus einem anderen Grund für vertretbar. „Es ist klar, dass ein Hund kein Mensch ist, im juristischen Sinne gilt er als Sache, und eine Sache kann keinen Anspruch haben“, sagt Bartholl zu TRAVELBOOK. Vielmehr sei die Ausgleichszahlung an die Entschädigung des Passagiers gebunden, der den Flug für den Hund gebucht habe. „Ein Hund kann nicht alleine fliegen, seine Flugbeförderung ist an die des Passagiers geknüpft.“ Zudem, merkt Bartholl an, seien in anderen Fällen schon Ausgleichszahlungen für einen zusätzlich gebuchten Sitz gezahlt worden, auf dem aber letztlich auch niemand gesessen habe.

Ob in Zukunft jeder Hundebesitzer bei einem ausgefallenen Flug eine Entschädigung für sein Tier einfordern kann, bezweifelt der Reiserechtsexperte allerdings. „Es kommt immer auf die Airline und das Land an. In anderen Ländern kann sowas ganz anders entschieden werden“, sasgt Bartholl.