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Bessere Organisation, mehr Kontrollen

Was sich Reisende nach dem zweiten „Corona-Sommer“ wünschen

Reisen im Corona-Sommer 2021
Wer im Sommer 2021 verreist war, hatte mitunter auch Dinge zu kritisierenFoto: Getty Images

Der Sommer neigt sich dem Ende entgegen – und damit auch die Hauptreisesaison für viele Deutsche. Trotz der Pandemie konnten viele in diesem Sommer wieder Urlaub machen, natürlich mit einigen Einschränkungen. Die wurden von den meisten billigend in Kauf genommen. Doch wie lief der Urlaubssommer dann wirklich ab? TRAVELBOOK zeigt einige Erfahrungsberichte.

Impfzertifikat, 3G und Nachweispflicht sind nur drei Stichpunkte von vielen, die auch unsere Berichterstattung der vergangenen Wochen geprägt haben. Im zweiten „Corona-Sommer“ hat sich einiges beim Reisen getan. Wie auch schon in den vergangenen Monaten der Pandemie gab es dabei oft Unsicherheiten, welche Regeln nun wo und vor allem ab wann und für wen gelten. So gab es zum Beispiel immer wieder Unsicherheiten, wann ein Negativ-Test wirklich erforderlich ist. Zu Frust führte zudem, dass oft die geforderten Nachweise gar nicht kontrolliert wurden. TRAVELBOOK hat in der Redaktion und in der Community nach Erfahrungswerten gefragt.

Welche Regeln gelten eigentlich?

Ein großes Problem stellte im Sommer 2021 nach wie vor die Unsicherheit über die geltenden Maßnahmen dar. So wird in der TRAVELBOOK-Community vor allem die fehlende Einheitlichkeit kritisiert. So antworten auf die Frage, ob man sich aufgeklärt gefühlt hätte über die Maßnahmen, in einer nicht repräsentativen Umfrage von TRAVELBOOK 30 Prozent der Befragten mit „Nein“.

Auch TRAVELBOOK-Redaktionsleiterin Larissa Königs machte diese Erfahrung. „Obwohl ich beruflich mich tagtäglich mit Corona-Einreisebestimmungen befasse, fiel es mir bei meiner ersten Flugreise wirklich schwer herauszufinden, wo ich welche Voraussetzungen erfüllen muss.“ Da sie nicht nur in einem Land blieb, sondern auch noch andere Grenzen überqueren musste, gab es schließlich eine größere Liste an zu erfüllenden Vorgaben. „Wo braucht man welches Einreise-Dokument? Brauche ich trotz Impfung einen Corona-Test fürs Flugzeug? Und würde ein Test theoretisch für Hin- und Rückreise gelten? Alleine die Suche nach den Antworten auf diese Fragen hat mich Stunden gekostet“, verrät Königs. Dabei sei das Problem weniger gewesen, die Informationen zu finden als viel mehr herauszufiltern, welche aktuell noch relevant sind. Denn gerade in den vergangenen Wochen gab es zahlreiche Änderungen der Corona-Maßnahmen.

Darunter scheinen nicht nur die Urlauber bei der Vorbereitung, sondern teilweise auch öffentliche Stellen gelitten zu haben. So schreibt etwa eine TRAVELBOOK-Leserin, sie wünsche sich „bessere Organisation am Flughafen“ und „in Düsseldorf war alles außer Kontrolle“. Eine andere Userin mahnt ebenfalls an, dass man „nicht durchblickt, was für die Rückkehr aus welchem Land gilt“.

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Wer kontrolliert überhaupt meinen Corona-Nachweis beim Reisen?

Ein weiterer Frust-Punkt beim Reisen war für viele, dass der erforderliche Nachweis über eines der 3 Gs (also: genesen, getestet, geimpft) vielfach gar nicht vorgezeigt werden musste. So ergab etwa eine weitere Umfrage in der TRAVELBOOK-Community, dass mehr als 30 Prozent der Leser, die im Sommer 2021 eine Flugreise gemacht hatten, ihren Nachweis nicht vorzeigen mussten. Das bestätigt auch Nuno Alves, Editorial Director bei TRAVELBOOK: „Bei meiner letzten Flugreise wurde ich weder beim Hin- noch beim Rückflug von der Airline um meinen Impfnachweis gebeten. Auf Nachfrage beim Bodenpersonal sagte man mir: ‚Im Schengenraum wird eigentlich gar nicht mehr kontrolliert. Sie müssen nichts vorzeigen.‘ Ich hätte somit theoretisch auch ungeimpft und ungetestet in den Flieger steigen können.“

Auch Laura Graichen, Redakteurin bei myHOMEBOOK, machte die Erfahrung, dass bei Flugreisen oft nicht so genau hingeschaut wird: „Bei meinem letzten Flug nach Ibiza sollte ich meinen Impfnachweis zwar vorzeigen – aber eingescannt oder genau darauf geachtet, ob das wirklich mein Nachweis ist, wurde nicht.“ Auch bei Instagram wurden die mangelnden Kontrollen von der TRAVELBOOK-Community am meisten kritisiert. Dabei wurden vor allem Binnenkontrollen auf Autobahnen, mehr Grenzkontrollen und vor allem eine konsequente Nachweiskontrolle bei der Rückkehr nach Deutschland gewünscht.

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Fazit: Es gibt noch Verbesserungsbedarf

Diese Beispiele sind natürlich aus der großen Masse der Reisenden gegriffen und stellen Einzelfälle dar. Allerdings zeigen die Umfragen in der TRAVELBOOK-Community auch, dass viele Reisende ähnliche Erfahrungen machten. So lautet das Fazit auch nach dem zweiten Corona-Sommer: Beim Reisen gibt es noch Luft nach oben.

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