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Im Video-Interview mit TRAVELBOOK

Reiseschnäppchen-Experte: »Fluggesellschaften müssen sich fragen, was sie den Kunden zumuten können

Sommerurlaub buchen Mallorca, Magaluf
Mallorca ist auch in diesem Jahr ein beliebtes Reiseziel bei den Deutschen, wie sich gerade erst zeigteFoto: Getty Images

Urlaub jetzt schon buchen oder doch abwarten? Das ist eine Frage, die aktuell viele Deutsche beschäftigt. Einerseits besteht die Sorge, dass die Reise wegen der Corona-Lage doch nicht möglich oder angemessen ist. Andererseits können Preise auch sprunghaft ansteigen, wie sich kürzlich am Beispiel Mallorca zeigte. Was also tun? TRAVELBOOK hat mit einem Experten gesprochen.

Wer im Sommer verreisen möchte, sei es in Deutschland oder sogar weiter weg, macht sich jetzt schon Gedanken: Wird ein Urlaub möglich sein? Eine klare Antwort gibt es leider nicht. Deswegen warten viele damit, den Sommerurlaub zu buchen. Doch dass das problematisch werden kann, zeigte sich kürzlich erst am Beispiel Mallorca. Nachdem die Insel nicht mehr als Risikogebiet eingestuft wurde, stiegen die Buchungen für die Ostertage sprunghaft an – trotz weiterer Warnungen der Bundesregierung. Die Folge: starke Preiserhöhungen bei Flügen und Unterkünften vor Ort (TRAVELBOOK berichtete).

Wie kann ich eine solche Situation vermeiden? TRAVELBOOK hat mit David Armstrong gesprochen, CEO des Reise-Schnäppchenportals Urlaubspiraten. Armstrong rät, bereits jetzt den Urlaub für Pfingsten und den Sommerurlaub zu buchen – auch wenn die Lage noch nicht vollends abzuschätzen ist. Natürlich muss er das als Chef einer Buchungsplattform sagen, sein Geschäftsmodell hängt schließlich davon ab, dass Menschen reisen. Allerdings weist er auch explizit daraufhin, dass man bei der Buchung auf besonders flexible und lange stornierbare Angebote zu achten.

Das ganze Interview sehen Sie hier:

»Flugbuchungen müssen sich in Zukunft ändern

Auf die Frage, ob die aktuell weit verbreiteten flexiblen Angebote den Urlaubern auch in Zukunft, nach der Pandemie, erhalten bleiben, antwortet Armstrong: „Man kann die Uhr nicht zurückdrehen. Vieles, was Flexibilität angeht, wird bei den Kunden als Erwartungshaltung bleiben.“ Er glaube zudem, dass sich Reiseanbieter und Fluggesellschaften mit dauerhaften flexiblen Tarifen einen Wettbewerbsvorteil sichern könnten.

Wichtige Infos zur Flugbuchung trotz Corona finden Sie auch hier.

Außerdem schätzt Armstrong, dass sich Flugbuchungen im Allgemeinen für immer verändern könnten. Denn das Prinzip der Vorkasse bei Flugtickets habe ausgedient. „Man muss sich als Fluggesellschaft die Frage stellen, ob man das den Leuten wirklich zumuten kann – und sind die Leute bereit, meine Fluggesellschaft vorzufinanzieren, bevor sie überhaupt die Reise antreten können? Ich glaube, da wird es einen richtigen Shift geben müssen“, erklärt Armstrong.

Eindringliche Warnung vor Reisen

Auch wenn teilweise Reisewarnungen aufgehoben wurden, warnt die Bundesregierung aktuell eindringlich weiterhin vor Reisen. Wer sich dennoch für eine Reise entscheidet, sollte sich vorher mit den aktuellen Corona- und Einreisebedingungen vor Ort auseinandersetzen. „Der Appell ist, auf jede nicht unbedingt notwendige Reise zu verzichten“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Maria Adebahr, Sprecherin des Auswärtigen Amts: „Das Fehlen einer Reisewarnung ist keine Einladung zum Reisen.“ Die Entscheidung müsse aber jeder für sich treffen.