Hotel Arbez

Das Hotel, in dem man in 2 Ländern gleichzeitig schläft

Hotel Arbez
Links die Schweiz, rechts Frankreich: Im Hotel Arbez führt die Grenze mitten durch das Bett
Foto: Tripadvisor/Hotel Arbez

Das Hotel Arbez ist wohl weltweit einzigartig, denn es liegt sowohl in der Schweiz als auch in Frankreich. So ist es den Gästen sogar möglich, in beiden Ländern gleichzeitig zu übernachten. Zu verdanken ist das einem alten Vertrag zwischen den Staaten.

„Schuld“ daran ist ein alter Vertrag aus dem Jahr 1862, bei dem die Grenze zwischen den beiden Ländern festgelegt wurde. Und wie es der Zufall wollte, lag das erst kurz zuvor gebaute Haus genau darauf, beziehungsweise dazwischen.

Laut „Daily Mail“ verläuft auch heute noch die Grenze mitten durch das Haus, sodass man nur ein paar Schritte gehen muss, um von der Schweiz nach Frankreich zu gelangen – oder eben umgekehrt. Durch diesen einzigartigen Umstand ist es sogar möglich, in beiden Ländern gleichzeitig zu schlafen, wie der Schweizer Hotelbesitzer Alexandre Arbez TRAVELBOOK erklärt: „Zwei unserer zehn Zimmer im Haus bieten diese Besonderheit. Der Kopf liegt dann in der Schweiz, während man mit den Beinen in Frankreich ist.“ Das hoteleigene Restaurant serviert natürlich auch die besten Köstlichkeiten beider Nationalitäten.

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Versteck für Kriegsflüchtlinge

Hotel Arbez Franco-Suisse

Gebäude mit Geschichte: Das Hotel Arbez Franco-Suisse steht schon seit 1862 auf der Grenze zwischen der Schweiz und Frankreich
Foto: Tripadvisor/Hotel Arbez

1862 von dem Geschäftsmann Alphonse Ponthus erbaut, war das Haus wohl schon damals eine Kuriosität: Auf der französischen Seite gab es eine Bar, in der Schweiz einen Laden. Noch heute hat das Hotel auch zwei Adressen: Die Rue de la Frontiere in Frankreich sowie die Route de France in der Schweiz. Berühmte Gäste des Hauses waren laut Arbez unter anderem Charles de Gaulle, der Schauspieler Fernandel und eine Tochter von Nelson Mandela.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das seit 1921 hier existierende Hotel Arbez sogar Schauplatz einer Heldengeschichte, denn auf der Schweizer Seite wurden Kriegsflüchtlinge versteckt – die Schweiz hatte sich als neutraler Staat nicht an dem Krieg beteiligt. Monsieur Arbez erzählt: „Die Schwester meines Großvaters hat den Deutschen, die das Hotel fünf Jahre lang besetzt hatten, persönlich den Zutritt zur Schweizer Seite des Hauses verwehrt. Das hätte ja dann eine Quasi-Invasion der Schweiz bedeutet, und das wollten die Soldaten nicht riskieren.“

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Hotel Arbez

Der Kopf ruht in der Schweiz, während man mit den Füßen in Frankreich liegt
Foto: Tripadvisor/Hotel Arbez

Arbez‘ Großvater sei zu dieser Zeit der Anführer einer Widerstands-Bewegung gewesen und habe die einzigartige Lage des Hauses eben genutzt, um im Schweizer Teil des Hotels Menschen vor den deutschen Soldaten zu verstecken.

Sucht man bei Google nach dem Hotel Arbez, so erhält man heute ausschließlich eine französische Telefonnummer. Offenbar hat man sich für angesichts der etwas teureren Preise in der Schweiz für die buchstäblich nahe liegende günstige französische Alternative entschieden. Und Alexandre Arbez, der das Hotel seit 2000 gemeinsam mit seiner Schwester Berenice leitet, sieht das Ganze eh mit Humor: „Ich bin wohl der einzige Schweizer Botschafter innerhalb der Schweiz.“

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