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Müll ist ein großes Problem

Forscher finden in der Todeszone des Mount Everest Mikroplastik

Forscher haben nahe dem Gipfel des Mount Everest Mikroplastik gefunden – der höchste Berg der Welt hat schon länger ein Müll-Problem
Forscher haben nahe dem Gipfel des Mount Everest Mikroplastik gefunden – der höchste Berg der Welt hat schon länger ein Müll-ProblemFoto: Getty Images

Der Mount Everest ist der höchste Berg und einer der abgelegensten Orte der Welt – dennoch haben Forscher nun nahe dem Gipfel Mikroplastik gefunden. Und neben dem Mikroplastik finden sich auf dem Berg noch allerlei anderer Sachen, die dort nicht hinsollten: Massen von Kotbeuteln, kaputte Zelte, leere Sauerstoffflaschen und sogar Leichen. Der Mount Everest hat ein Müll-Problem.

Eine Expedition von Forschern im vergangenen Jahr hat nun schlimme Befürchtungen bestätigt: Auch auf dem Mount Everest ist der Klimawandel schon deutlich zu spüren. In den vergangenen Jahren hat sich hier bereits die Atmosphäre verändert, Gletscher schmelzen immer weiter – und sogar in der Todeszone des Mount Everest hat der Mensch seine Spuren hinterlassen, wie ein Bericht im Fachmagazin „One Earth“ zeigt.

Mikroplastik auf dem Mount Everest stammt vermutlich von Kleidung

Die 34 Forscher der „Perpetual Planet“-Expedition, die die Auswirkungen des Klimawandels auf Bergsysteme dokumentieren will, haben herausgefunden, dass selbst auf über 7000 Metern Mikroplastik im Schnee vorhanden ist. In dieser Höhe können die meisten Menschen ohne zusätzlichen Sauerstoff nicht überleben. Mutmaßlich stammen die Mikroplastik-Fasern von der Kleidung von Wanderern.

Die sind für den Mount Everest schon seit Jahren eine Last, hinterlassen Sie doch immer mehr Müll. So transportierte die nepalesische Armee alleine Anfang des Jahres 35.000 Kilo Abfall vom Mount Everest und fünf weiteren Bergen im Himalaya.

Bisheriges Müll-System funktioniert nicht

Eigentlich gibt es schon seit sechs Jahren ein Pfandsystem, dass das Müllproblem beseitigen sollte. Seitdem müssen Mount-Everest-Besteiger mit mindestens acht Kilo Müll wieder vom Berg herabsteigen – so viel Müll verursacht nämlich ein Besucher durchschnittlich. Wer sich widersetzt, muss 100 bis 4000 Dollar Strafe zahlen.

Doch das Problem ist, dass viele vermögende und vor allem erschöpfte Bergsteiger diese Strafe wissentlich in Kauf nehmen. Kein Wunder, kostet eine Mount-Everest-Expedition durchschnittlich 50.000 Euro. Und so wird der Müll-Berg auf dem Mount Everest größer und größer. Alleine 2018 sammelte China in einer Expedition mehr als acht Tonnen Müll vom Mount Everest – davon zwei Tonnen menschlicher Kot…

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