Sperrstunde geplant!

Kommt für Ibiza das Ende als Party-Insel?

Ibiza Party
Weil laute Partytouristen immer wieder die Nachtruhe stören, greift die Gemeindeverwaltung von Ibizas Club-Hochburg San Antonio jetzt durch
Foto: Getty Images

Weil der Lärm in Ibizas Partyhauptstadt San Antonio für viele Bewohner unerträglich wird, zieht die Gemeindeverwaltung jetzt harte Konsequenzen – und verlegt die nächtliche Sperrstunde für Clubs, Bars und Restaurants um bis zu drei Stunden vor. Das Konzept soll bereits im Februar in Kraft treten.

Terrassen, auf denen unter freiem Himmel gelacht, getanzt und getrunken wird, müssen demnach bald sogar schon um 23 Uhr statt wie bisher um 2 Uhr dicht machen, genauso wie Restaurants, die über Durchreichen Street Food verkaufen. Letztere dürften dann ihr Essen nur noch im Innenbereich anbieten. Die Initiative, über die die Zeitung „Periodico de Ibiza“ berichtet, soll bereits im Februar 2018 in Kraft treten. Demach soll im Partybezirk West End eine „Zona de Protección Acústica Especial “ entstehen, also eine „Besondere Lärmschutzzone“.

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„Wie ein Zug neben dem Bett“

Und das hat seinen Grund, denn nächtens herrschten im West End bislang mitunter durchaus schon mal Lärmpegel von bis zu 100 Dezibel – das ergaben umfassende Messungen in der Zone.  „Das ist, wie wenn ein Zug neben dem Bett vorbeifährt“, so Pablo Valdés, Umweltabgeordneter von San Antonio zu „Periodico de Ibiza“. Künftig sollen nachts nur noch maximal 55 Dezibel in den jeweiligen Etablissements erlaubt sein, tagsüber höchstens 65 Dezibel. Die Einhaltung dieses Lärm-Limits soll per mit dem Rathaus verbundenen Mikrofon-Messgeräten überwacht werden.

Auch müssten alle betroffenen Bars, Restaurants, Clubs, Cafés etc. aus Lärmschutzgründen Fenster einbauen, die schalldicht schließen – und damit auch, um trotzdem für eine ausreichende Belüftung zu sorgen, ein automatisches Ventilationssystem. Für die Umsetzung dieser Umbaumaßnahmen hätten die betroffenen Einrichtungen sechs Monate Zeit. Die Gemeindeverwaltung wolle zudem vorerst keinerlei neue Lizenzen für weitere Party-Pilgerstätten vergeben.

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Strenge Umsetzung

Generell will die Stadt San Antonio ab kommendem Sommer strenger prüfen, ob sich Geschäfte in der Stadt jedweder Art an geltendes Recht halten – bei Zuwiderhandlungen drohen Strafen bis hin zum Entzug der Lizenz. Bürgermeister Pep Tur sagte „Periodico de Ibiza“, der Lärm habe die Zone „entwertet“. Im Bezug auf das geplante Feier-Verbot sagte er: „Ich glaube, dass diese Maßnahme andere Wirtschaftsformen möglich machen wird, und zwar nachhaltiger und respektvoller.“ Für eine persönliche Stellungnahme gegenüber TRAVELBOOK war das Rathaus aufgrund eine Feiertages in Spanien vorerst nicht zu erreichen. 

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Ibiza ist übrigens nicht die einzige Insel, die gegen den oft lauten Party-Tourismus vorgeht: So verteilt die Polizei auf Mallorca bereits seit Sommer 2016 Strafen in Höhe von bis zu 3000 Euro für exzessive Trunkenheit in der Öffentlichkeit, wie TRAVELBOOK bereits berichtete. Immer wieder kam es auf den Balearen-Inseln in der Vergangenheit auch zu heftigen Protesten gegen den Massentourismus und seine Folgen, die viele Einheimische als negativ betrachten.