Urlaub in Italien

Wild und idyllisch – Reise in die Maremma im Süden der Toskana

Maremma Toskana Italien
Natur-Paradies für Wanderer und Ruhesuchende: die Maremma in der Toskana
Foto: dpa Picture Alliance

Wildromantische Landschaften mit bewaldeten Hügeln, Wiesen und Sümpfen, aber auch traumhafte Strände und türkisblaues Meer – die Maremma in der Toskana ist ein echter Tipp für Wanderer, Radsportler, Badeurlauber und alle, die Ruhe fernab des Massentourismus suchen.

Es gab Zeiten, in denen die Maremma berüchtigt war. Denn die Landschaft in der Toskana war so sumpfig, dass sie immer wieder von Malaria heimgesucht wurde. Dies tat ihrem Ruf natürlich nicht gut. Zwar hatten schon die Etrusker, die in Populonia, Vetulonia oder Roselle siedelten, begonnen, das Gebiet mit Hilfe eines Kanalsystems trockenzulegen, doch ihre Mühen lohnten sich nur kurz. In der Römerzeit war die Maremma längst wieder sumpfig und unbewohnbar.

Es dauerte viele Jahrhunderte, bis sich wieder jemand an die Trockenlegung der Maremma wagte. Die nahegelegenen Städte Pisa und Siena winkten ab – für sie waren allenfalls Küstenregionen als Hafenstützpunkte interessant. Erst im 19. Jahrhundert gelang es den Großherzögen der Toskana, ebenfalls mit einem Kanalsystem, das Gebiet weitgehend zu entwässern.

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Urlaubsziel für Naturliebhaber

Heute ist die Maremma, das zwischen Follonica und Orbetello nahe der Halbinsel Monte Argentario am Meer sowie Castell’Azzara, dem Monte Amiata und Montieri liegt, ein Urlaubsziel für alle, die Ruhe suchen und statt im großen Hotel lieber auf dem Bauernhof übernachten wollen. Hier kann man übrigens auch typische Haustiere der Maremma sehen, das ausdauernde Maremmano-Pferd und den großen weißen Maremmaner Hirtenhund, dessen Vorfahren schon in alten Zeiten die Schafherden der Menschen in dem Gebiet bewachten.

Maremmano

Maremmano-Pferde wurden in der Maremma einst als Hirtenpferde eingesetzt
Foto: dpa Picture Alliance

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Auf Strand muss in der Maremma trotzdem niemand verzichten. Und sollte es auch nicht, denn die Strände sind nicht nur sehr reizvoll, sondern auch besonders sauber. Beliebt sind der Naturstrand Maremma in Marina di Grosseto, die Cala Violina in Saclino, die Strände von Follonica und Castiglione della Pescaia, von Talamone oder Prinicipina di Mare. Um nur einige zu nennen. Vielerorts muss man allerdings recht viel Eintritt zahlen, bevor man seine Strandmatte in den Sand legen kann.

Cala Violina, Scarlino, Toskana

Cala Violina bei Scarlino
Foto: dpa Picture Alliance

Castiglione della Pescaia, Toskana

Strand in Castiglione della Pescaia
Foto: dpa Picture Alliance

Reizvolles Schutzgebiet

Ganz verschwunden sind die Sumpfgebiete noch nicht aus der Maremma, zum Glück. Denn diese Bereiche sind heute Rückzugsgebiete für zahllose teilweise selten gewordene Vogelarten. Der Parco Regionale della Maremma, auch Parco dell’Uccellina genannt, wurde 1975 gegründet, ein fast 10.000 Hektar großes Areal mit Weiden, Pinienwäldern, Sümpfen, den Bergen der Monti dell‘ Uccellina mit wilder Macchia-Vegetation und Steineichenwäldern. Einige Bereiche sind Totalreservat, andere kann man besuchen.

 

Naturliebhaber staunen über Tiere wie Stachelschweine, Wildkatzen, Uhu oder Steinmarder und beobachten den alljährlichen Vogelzug (in dieser Zeit gibt es allerdings Einschränkungen für Wanderer). An der Flussmündung des Ombrone kann man sich die antiken Anlagen zur Trockenlegung der Maremma anschauen und auf einem Naturlehrpfad Spannendes über die Sumpflandschaft erfahren. Wer den Park besuchen möchte, kann mit dem Auto bis zu den Informationszentren in Alberese und Talamone fahren. Von Alberese aus gibt es zudem eine Busverbindung für Wanderer.

Naturpark Maremma bei Alberese

Sümpfe im Naturpark Maremma bei Alberese
Foto: dpa Picture Alliance

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Hinterlassenschaften der Etrusker

Und natürlich gibt es hier auch noch die Orte zu sehen, die schon die Etrusker besiedelt haben. Populonia nahe Livorno etwa, wo heute ein Archäologischer Park samt Akropolis, Höhlengräbern, antiken Hochöfen für die Verhüttung von Eisenerz und vieles mehr zu sehen sind. Grandios ist die Totenstadt San Cerbone, in der Gräber aus dem 7. bis 6. Jahrhundert v. Chr. zu sehen sind. Auch die Stadt Populonia selbst ist reizvoll und umgeben von mittelalterlichen Mauern und mit einer Burg aus dem 15. Jahrhundert.

Grabstätten in der Nekropole San Cerbone
Foto: dpa Picture Alliance

Vetulonia, das heute Ortsteil von Castiglione della Pescaia ist, lohnt ebenfalls einen Besuch. Hier sind die Reste der etruskischen Zeit mit Grabstätten und Hausruinen zu sehen, außerdem gibt es ein Archäologisches Museum, das spektakuläre Grabfunde beherbergt. Weitere Spuren der Etrusker finden sich in Roselle, ungefähr acht Kilometer nordöstlich von Grosseto. Hier stand einst eine bedeutende etruskische Stadt, deren Spuren immer noch gut zu sehen sind. Auch Bauwerke der Römer – vom Amphitheater über Tempel bis zur Therme – blieben erhalten. Wer mehr über die Etrusker wissen möchte, denen die Toskana bekanntlich sogar den Weinanbau verdankt, der sollte das Archäologische Museum in Arezzo besuchen, das viele Informationen und Fundstücke bereithält.

An die Römer erinnert in der Maremma außerdem die Via Aurelia, die Aurelische Straße, deren Bau im Jahre 241 v.Chr. von Gaius Aurelius Cotta befohlen worden war. Sie verlief einst von Rom bis Pisa. Heute erkennt man sie nur noch am Namen – die Via Aurelia ist eine moderne Straße geworden.

Karte mit Stränden und Sehenswürdigkeiten in der Maremma

 

(Text: Silke Böttcher)

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