Plastik an den Stränden und im Meer

Thailändischer Minister macht Touristen für Müllproblem verantwortlich

Müll Strand Thailand
Kein seltenes Bild in Thailand: angeschwemmter Plastikmüll am Strand
Foto: dpa Picture Alliance

Thailands Minister Weerasak Kowsurat macht Medienberichten zufolge den Tourismusboom für ökologische Probleme verantwortlich. Jetzt will der Tourismus-Minister aufräumen und beliebte Touristenziele in Thailand entlasten.

Erst unlängst hat die thailändische Regierung die aus dem Hollywoodstreifen „The Beach“ bekannte Maya Bay auf der Insel Koh Phi Phi Leh vorübergehend geschlossen. Gründe für die Schließung waren Korallenschäden durch Bootsanker und Müll an den Stränden. Somit ist der jahrzehntelange Touristen-Ansturm auf die Maya Bay vorerst gestoppt. Gänzlich Schluss hingegen ist an 24 Stränden Thailands mit dem Rauchen.

Das Rauchverbot an Stränden wie etwa auf den Inseln Koh Tao und Phuket, in Hua Hin sowie am Patong Beach wurde verhängt, weil dort zuletzt Zigtausende von Zigarettenstummeln gefunden worden waren, TRAVELBOOK berichtete. Überdies verendete kürzlich im Süden Thailands ein Wal, weil dieser im Meer schwimmende Verpackungen und über 80 Plastiktüten in sich aufgenommen hatte.

Thailands Tourismus-Minister Weerasak Kowsurat sehe den an Plastikmüll verendeten Wal als Sinnbild für die aus dem Tourismusboom resultierenden ökologischen Belastungen, schreibt das englischsprachige Nachrichtenportal Bloomberg. Thailand rechne 2019 mit 40 Millionen ausländischen Besuchern, was zahlenmäßig mehr als der Hälfte der Landesbevölkerung entspreche. Um beliebte touristische Reiseziele in Thailand zu entlasten, wolle der Minister nun weniger häufig besuchte Orte im Land fördern und überdies thailändische und ausländische Reisende ermutigen, verantwortungsbewusst mit der Kultur und Umwelt umzugehen, kündigte Weerasak Kowsurat laut Bloomberg an.

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Jeder Einwohner Bangkoks verbraucht 8 Plastiktüten am Tag

Wie etwa die Nudelsuppe oder der Reis in einer Garküche, die in mundgerechte Stückchen geschnittene Mango oder Ananas an einem Obststand oder ein einzelnes Paar Socken oder ein Haarband an einem Marktstand. Wer in Thailand etwas kauft, geht selten ohne ein ganzes Sammelsurium an Plastiktüten nach Hause.

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Nach einem Bericht der thailändischen Tageszeitung Bangkok Post fielen in Thailand im Jahr 2017 insgesamt 27,4 Millionen Tonnen Müll an, davon waren zwei Millionen Tonnen Plastikabfälle. Im Jahr 2015 waren von den verzeichneten Schiffsabfällen allein 13 Prozent Plastiktüten. Pro Tag verbrauche ein Einwohner Bangkoks durchschnittlich 8,7 Tüten. Laut Bangkok Post habe die thailändische Regierung die Abfallwirtschaft nun auf die nationale Agenda gesetzt. 20 staatliche Stellen hätten ihre Unterstützung für die Reduzierung von Plastiktüten und -behältern zugesagt.

Neben Plastik aus der Schifffahrt oder Fischerei werde Plastik hauptsächlich vom Land aus über Flüsse in die Meere getragen, heißt es etwa auf der Webseite der Naturschutzorganisation World Wide Fund For Nature (WWF). Dies passiere in Ländern, in denen die Sammlung von Abfällen nicht richtig funktioniere. Einen Schwerpunkt bildeten dabei die Länder Südostasiens.

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