EU-Bericht

6 Badestellen in Deutschland haben „mangelhafte“ Wasserqualität

Bei heißem Sommerwetter in den Badesee: herrlich! Aber lauern im Wasser schädliche Bakterien? Ein EU-Bericht gibt weitgehend Entwarnung für Deutschland und Europa. Einige Probleme bleiben aber.

Insgesamt 98 Prozent schafften die EU-Mindeststandards.

Sechs deutsche Badestellen fielen aber 2018 als „mangelhaft“ durch. Dort wurden zu viele bedenkliche Bakterien im Wasser entdeckt.

6 mangelhafte Badestellen

Nach Angaben der EEA waren die folgenden Badestellen „mangelhaft“:

  • Goldscheuer Badesee in Kehl, Baden-Württemberg
  • Klostersee Triefenstein, Bayern
  • Ostsee bei Strelasund, Mecklenburg-Vorpommern
  • Am Aussichtsturm am Elfrather See bei Krefeld, Nordrein-Westfalen
  • An der Elbe beim Hafen Kollmar, Schleswig-Holstein
  • Stausee Kelbra, Sachsen-Anhalt

2017 waren in Deutschland acht Stellen mit mangelhaft bewertet worden.

Rückschritte für Italien und Spanien

In der gesamten Europäischen Union wurden dem Bericht zufolge 95,4 Prozent von 21.831 Badestellen mit ausreichend oder besser bewertet, etwas weniger als die 96,0 Prozent 2017. Der leichte Rückgang liege vor allem an der Eröffnung neuer Badestellen: Die Wertung „ausreichende Wasserqualität“ gibt es erst, wenn Daten für vier Badesaisons vorliegen.

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In den beliebten Urlaubsländern Italien und Spanien verschlechterten sich einige Werte allerdings tatsächlich: Die Zahl der Badestellen mit „mangelhafter“ Wasserqualität wuchs in Italien von 79 auf 89 und in Spanien von 38 auf 50. In Frankreich ging sie von 80 auf 54 zurück. Insgesamt waren 301 Badestellen in der EU sowie den ebenfalls betrachteten Ländern Albanien und Schweiz „mangelhaft“.

Ausgezeichnetes Zypern

Die besten Werte für die Wasserqualität hatte Zypern, wo 99,1 Prozent aller Badestellen mit „ausgezeichnet“ bewertet wurden. In Malta waren es 98,9, in Österreich 97,3 und in Griechenland 97 Prozent. Insgesamt erhielten in der EU, Albanien und Schweiz 85 Prozent der Badestellen die Bestnote.

Urlaub an der Ostsee oder Baden im See zu Hause: Wer wissen will, wie es dort um die Wasserqualität bestellt ist, wird auf der Website des Umweltbundesamtes fündig. Auf einer Deutschlandkarte sind die Untersuchungsergebnisse der einzelnen Bundesländer verlinkt. Dort gibt es dann wiederum Listen, interaktive Karten oder Badestellen-Finder.

Wie wird die Wasserqualität untersucht?

Um die Qualität von Badegewässern zu bestimmen, werden gemäß der Badegewässerrichtlinie zwei mikrobiologische Parameter herangezogen:

1. das Vorkommen von ESCHERICHIA-COLI-BAKTERIEN (E. coli). Sie kommen im Darm vieler Tiere vor und gelangen etwa durch Vogelkot oder von Kuh- und Schafweiden in Ufernähe auch in Badegewässer. Meist sind die Fäkalkeime harmlos. Einige E.-coli-Bakterien können aber beim Menschen Übelkeit, Durchfall und Fieber verursachen. Bisweilen lösen die Keime Harnwegsinfektionen aus, die zu Nierenschäden führen können.

2. das Vorkommen von DARM-ENTEROKOKKEN. Sie deuten in größeren Mengen ebenfalls auf fäkale Verschmutzungen hin. Wer sie verschluckt und in den Magen-Darm-Trakt aufnimmt, dem droht keine Infektion. Gelangen die Enterokokken aber über Wunden in den Körper, können sie schwere Erkrankungen verursachen.

Je nach der nachgewiesenen Menge wird die Qualität eingestuft. Bei einem „mangelhaft“ empfehlen die EU-Behörden ein Badeverbot, Warnhinweise oder andere Maßnahmen.

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