Essen, Architektur, Musik

6 Alternativtipps für deine nächste Reise nach Kopenhagen

Kopenhagen
Kopenhagen hat weitaus mehr als einen malerischen Hafen, die kleine Meerjungfrau und skandinavisches Design zu bieten
Foto: Getty Images

Bei Städtetrips auf handliche Reiseführer zurückzugreifen, erscheint zunächst sehr verlockend. Doch man verliert schnell den Überblick und landet häufig an den Orten, an die es alle Touristen zieht. Die dänische Hauptstadt Kopenhagen hat Seiten, die man sich bei einem Besuch nicht entgegen lassen sollte – und die kleine Meerjungfrau gehört nicht unbedingt dazu.

Dänemark gilt als das glücklichste Land der Welt, in Kopenhagen fahren alle mit dem Rad zur Arbeit und das Meer ist stets in der Nähe. So oder so ähnlich malen viele sich Deutschlands nordisches Nachbarland aus.

Street Food statt Sterne-Küche

Die Dänen lieben ihre Nationalspeise Smörrebröd, die sich schlichtweg mit Butterbrot übersetzen lässt und ein belegtes Schwarzbrot ist. Auch Hot Dogs und Zimtschnecken gibt es fast an jeder Straßenecke in Cafés und kleinen Imbisswägen zu kaufen. Trotzdem zieht es viele Touristen  in das renommierte mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Restaurant Noma. Eine Reservierung zu ergattern ist meist mit einer langen Wartezeit verbunden und derzeit ohnehin unmöglich, da das Restaurant pausiert und im Laufe des Jahres neu eröffnen wird. Dabei ist der Street Food Market gegenüber dem bekannten Nyhavn ein viel aufregender Ort für Food-Fans. Dort kann man sich durch Delikatessen aus aller Welt probieren, Bio-Saft aus der Region schlürfen und Leckereien wie Kuchen, Waffeln und Eis als Dessert genießen.

Auf dem Street-Food-Markt auf der Papierinsel gibt es Speisen, Getränke und Desserts aus aller Welt

Auf dem Street-Food-Markt auf der Papierinsel gibt es Speisen, Getränke und Desserts aus aller Welt
Foto: Getty Images

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Radtour ans Meer statt Sightseeing

Kopenhagen gehört zu den fahrradfreundlichsten Städten der Welt. Die Einwohner scheinen all ihre Erledigungen mit dem Rad zu tätigen und im Winter werden zunächst die Radwege geräumt, bevor Schnee und Eis von der Straße entfernt werden. Das sollte man sich auch bei einer kurzen Reise zum Vorteil machen und eine der zahlreichen Rad-Verleihstellen nutzen. Doch auch hier empfiehlt es sich, einfach mal die „hygge“ Komfortzone der Kopenhagener Innenstadt zu verlassen und beispielsweise an den Bellevue-Strand, etwa 14 Kilometer und 40 Minuten Fahrzeit nördlich der Stadt gelegen, zu radeln. Dort trifft man beispielsweise auf einen von Architekt Arne Jacobsen gestalteten Rettungsturm am Wasser. Ein Stück weiter steht auch die von Jacobsen designte Skovshoved Petrol Station, eine Tankstelle aus den 30er-Jahren.

Sunday early morning sunrise and wake-up swim at Bellevue #bellevue #beach #sunrise #blueskies #morningswim #copenhagen #denmark

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Futurismus statt Tradition

Ohnehin kommen Architekturfans in Kopenhagen auf ihre Kosten. Während die Innenstadt eine gelungene Mischung aus Alt und Neu ist, wächst der im Südwesten gelegene Stadtteil Ørestad seit über zwei Jahrzehnten als Planstadt. Es reihen sich futuristische Bauten von Architekturbüros wie beispielsweise BIG (Bjarke Ingels Group) aneinander. Viele Gebäude können problemlos auch von innen besichtigt werden, außer es handelt sich um Wohngebäude. Manche Werke bestechen vor allem durch ihr Konzept und nicht mit einem großen Architektennamen. Wobei selbst hinter dem Shoppingcenter „Field’s“ das aus Aarhus stammende Büro C. F. Møller Architects steckt, das bereits große Projekte in London und Skandinavien verwirklichte.

Tietgenkollegiet, Kopenhagen

Das sogenannte Tietgenkollegiet ist ein Studentenwohnheim von Lundgaard & Tranberg Architekten inmitten des Viertels Ørestad
Foto: Getty Images

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Thorvaldsen statt kleine Meerjungfrau

Ein Besuch bei der kleinen Meerjungfrau im Hafen von Kopenhagen kann erstaunlich ernüchternd ausfallen. Die Bronzefigur ist kleiner als oft gedacht und befindet sich recht unauffällig in einem eher unschönen Teil des Hafens. Auf der anderen Uferseite sind Fabriken und Lagerhallen zu sehen. Nicht unbedingt der romantischer Anblick, den man sich möglicherweise zunächst ausmalt. Wer dennoch Gefallen an Skulpturen und Kunst findet, kann das Thorvaldsen-Museum nahe der Christiansborg Schlosskirche besuchen, das ausschließlich die Werke des dänischen Künstlers Bertel Thorvaldsen (1770 – 1844) zeigt. Er zog seine Inspiration aus der griechischen und römischen Mythologie, verbrachte mehrere Jahre in Rom und erarbeitete sich europaweite Bekanntheit. Seine Werke sind auch in der Alten Nationalgalerie in Berlin oder im Pariser Louvre zu sehen. Aber sein komplettes Werk gibt es nur im Thorvaldsen-Museum zu bewundern.

Das Thorvaldsen Museum zeigt einen Großteil der Werke von Bertel Thorvadsen

Das Thorvaldsen Museum zeigt einen Großteil der Werke von Bertel Thorvadsen
Foto: Getty Images

Musik statt Vergnügungspark

Gleich neben dem Kopenhagener Rathaus kann man auf dem Vergnügungspark Tivoli Achterbahn fahren und auf dem Free-Falltower in die Tiefe rasen. Doch das geht meist auch auf den lokalen Volksfesten. Empfehlenswerter ist es etwas zu entdecken, das man nicht bereits aus der Heimat kennt, zum Beispiel die Musikszene der dänischen Hauptstadt. Trentemöller ist über die Grenzen des Landes für seine Electro-Musik bekannt und legt besonders gerne in seiner Heimatstadt auf, Aaron und Bryce Dessner von The National haben sich Kopenhagen als Geburtsort ihres neuen Festivals HAVEN ausgesucht, auf dem Beach House, Iggy Pop und Bon Iver spielen, und das seit 1971 stattfindende Non-Profit-Festival Roskilde lädt Größen wie Paul McCartney, die Rolling Stones und Arcade Fire ein und ist nur eine kurze Zugfahrt von Kopenhagen entfernt.

Das Roskilde Festival findet jedes Jahr in der gleichnamigen Stadt, 30 Kilometer westlich von Kopenhagen, statt

Das Roskilde Festival findet jedes Jahr in der gleichnamigen Stadt, 30 Kilometer westlich von Kopenhagen, statt
Foto: Joseph Okpako/Redferns/Getty Images

Lokale Bäckereien statt Cafés im Zentrum

Die Innenstadt um die Einkaufsmeile Strøget ist voller kleiner Cafés, die im designaffinen skandinavischen Stil gehalten sind und deren Auslagen voller Leckereien stecken. Doch in Kopenhagen lohnt es sich, auch die kleinen eher unscheinbaren Bäckereien in den Wohngegenden von Frederiksberg oder auch Amager zu besuchen. Die Brötchen und das Süßgebäck sind meist ein wenig günstiger als im Stadtzentrum, aber nicht weniger lecker. Die Verkäufer sprechen meist Englisch und empfehlen auch außerhalb der Touristenmeilen gerne dänische Spezialitäten. In den kleinen Bäckereien kann man sich zudem unter die Bevölkerung Kopenhagens mischen und einen Kaffee mit einer Zimtschnecke nach original dänischem Rezept genießen.

In den Bäckereien Kopenhagens sind unterschiedliche Leckereien zu finden, unter anderem typisch dänische Zimtschnecken

In den Bäckereien Kopenhagens sind unterschiedliche Leckereien zu finden, unter anderem typisch dänische Zimtschnecken
Foto: Dean Treml/Red Bull via Getty Images

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