Politiker fordert Verbot

Amsterdam hat keine Lust mehr auf lärmende Junggesellenabschiede

Grachten in Amsterdam
Die Grachten in Amsterdam sind ein beliebtes Ziel für Touristen
Foto: Getty Images

Weil sich Anwohner von lärmenden Touristengruppen gestört fühlen, möchte ein Politiker Junggesellenabschiede gesetzlich verbieten.

Neben Prag und Barcelona steht Amsterdam in der Gunst lärmender Junggesellenabschiede ganz weit oben. Bei den Einheimischen kommen die betrunkenen Feiertouristen jedoch nicht gut an. Sie klagen über Lärm, vollgepinkelte Hauseingänge oder Erbrochenes auf den Gehwegen. Einige haben sogar Schilder an ihren Türen aufgehängt: „Hier nicht hinpinkeln, wir leben hier.“

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Junggesellen nicht willkommen

Bei solch freundlichen Aufforderungen möchte es Frits Huffnagel nicht belassen. Der Lokalpolitiker erwägt laut einem Bericht der „Sun“, Junggesellenabschiede per se zu verbieten. „Amsterdam könnte besser darin sein, Gruppen betrunkener, sich übergebender Junggesellenabschiede zu verbieten, zum Beispiel aus England. Das ist es, was wirklich für Ärger sorgt“, sagte er. Wie genau die Partytouristen an der Einreise gehindert werden sollen, führte er jedoch nicht aus.

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Hohe Strafen fürs Danebenbenehmen

In letzter Zeit hat die Amsterdamer Stadtregierung ein ganzes Maßnahmenpaket geschnürt, um gegen den Massentourismus vorzugehen. So wurde die Touristensteuer schrittweise erhöht und wird bis 2022 weiter steigen. Die Kampagne „Enjoy and Respect“ soll bei Touristen für ein respektvolles Verhalten werben. Zugleich drohen saftige Strafen für öffentliches Fehlverhalten. In die Kanäle zu pinkeln oder Müll auf die Straße zu schmeßen, wird mit 140 Euro geahndet. Betrunkensein in der Öffentlichkeit kostet 95 Euro.

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Weg mit „I Amsterdam“?

Ein Vorschlag der GroenLinks-Fraktion im Stadtparlarment ist es außerdem, den großen I Amsterdam-Schriftzug am Museumsplein zu entfernen. Er sei ein Symbol für den Massentourismus, sagte Fraktionschefin Femke Roosma der Zeitung „Het Parool“. Für Frits Huffnagel, der übrigens den Slogan 2004 mit initiierte, als Amsterdam noch um die Gunst internationaler Touristen buhlte, ist das jedoch keine Lösung.

Museumsplein in Amsterdam

Umstrittene Tourismuswerbung: I Amsterdam-Schriftzug am Museumsplein
Foto: Getty Images

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Im Gegenteil: Solange sich Touristen an zentralen Plätzen aufhalten, stören sie das Alltagsleben der Amsterdamer nicht. „Es ist eine Illusion zu glauben, dass wenige Touristen in die Stadt kommen, wenn man I Amsterdam abreißt“, sagt er.

 

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