Wochenlange Buschbrände

Ausnahmezustand in Sydney! Was Urlauber jetzt wissen müssen

Sydney in Rauch gehüllt
Sydney ist noch immer in dicken Rauch gehüllt
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Die Buschbrände in Australien sind noch immer nicht unter Kontrolle. Sydney liegt inzwischen in dichtem Rauch, viele Menschen sind mit Atemschutzmasken unterwegs. Nun wurde ein siebentägiger Ausnahmezustand für die Region rund um die Metropole verhängt.

Wegen der verheerenden Buschbrände in Australien haben die Behörden einen siebentägigen Ausnahmezustand für die Metropole Sydney und den Bundesstaat New South Wales erklärt, für den derzeit Temperaturen bis zu 45 Grad vorhergesagt werden. Für Sydney sagen die Prognosen sogar Temperaturen bis zu 46 Grad voraus.

Die Millionen-Metropole Sydney im Südosten des Kontinents ist mittlerweile in dichten Rauch gehüllt. Das Amt für Meteorologie warnt vor schlechter Luft und schlechter Sicht. Nördlich von Australiens größter Stadt wütet weiter ein besonders großes Feuer, seine Rauchschwaden hüllen die Millionenmetropole ein. Wegen der giftigen Dämpfe sprechen Mediziner von einem „öffentlichen Gesundheitsnotfall“.

Ätzende Luftverschmutzung kann tödlich sein

Wegen des Rauchs war die Sicht in den meisten Teilen der Stadt laut Luftqualitäts-Index der staatlichen Umweltbehörde extrem gering. Das Gesundheitsministerium teilte mit, die „ätzende“ Luftverschmutzung stelle eine große Belastung für anfällige Menschen dar, besonders für ältere. Inzwischen sind viele in Sydney mit Atemschutzmasken unterwegs. Kindergärten und Schulen lassen die Kinder nicht mehr ins Freie. Es wird befürchtet, dass das Wasser knapp wird.

Seit Oktober haben die Buschbrände nach Angaben der Behörden rund drei Millionen Hektar Land verbrannt. Mindestens sechs Menschen kamen ums Leben. Mehr als 700 Häuser wurden zerstört. Nach Schätzung von Experten starben in den Feuern auch mehr als 2000 Koalas. Zusammen mit Kängurus gehören Koalas zu den bekanntesten Tieren, die nur in Australien heimisch sind. Normalerweise beginnt die Zeit der Buschbrände in Australien erst im Dezember. In diesem Jahr ging es jedoch schon im Oktober los. Premierminister Scott Morrison bat seine Landsleute am Dienstag um „große Vorsicht“. Die Anweisungen und Warnungen der Behörden sollten befolgt werden.

Feuer in Australien

Australiens Buschfeuer wüten weiter – die Feuerwehr bekommt sie wegen zunehmender Hitze und Wind nicht unter Kontrolle
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Wo sich Urlauber informieren können

Wer in diesem Winter eine Reise nach Australien geplant hat, sollte sich über die Lage der Buschfeuer informieren – und seine Route im Zweifel anpassen. Eine Karte von MyFireWatch informiert über die aktuellen Brandherde. Betroffen sind vor allem die Bundesstaaten Queensland und New South Wales. Die dortigen Feuerwehren und Verkehrsbehörden informieren auf ihren Webseiten über Flammenherde und gesperrte Straßen, erklärt der ADAC. Behörden warnen außerdem vor rauchbedingter Luftverschmutzung. Wer Atemwegserkrankungen hat, muss besonders aufpassen. Störungen im Flugverkehr sind möglich.

Infos zu Bränden und Verkehrsstörungen in New South Wales finden sich online. Auch die Behörden in Queensland informieren im Netz über Feuer und die Straßenverhältnisse. Wer eine Pauschalreise gebucht hat, sollte seinen Veranstalter kontaktieren.

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Im australischen Sommer treten in dem Land regelmäßig Busch- und Waldbrände auf. Davon sind meist der Osten und Süden Australiens betroffen. Das Auswärtige Amt erklärt in seinen Reise- und Sicherheitshinweisen, dass eine Gefahr für Reisende meist nicht bestehe, wenn sie die Hinweise von Polizei und Feuerwehr befolgen. Die Lage in den Nationalparks werde von staatlichen Rangern überwacht.

Darf ich meine Australien-Reise stornieren?

Wenn die Hauptattraktion einer Australien-Reise wegen Buschbränden nicht zugänglich ist, dürfen Pauschalurlauber die ganze Reise gebührenfrei stornieren. Sie bekommen dann vom Veranstalter ihr Geld zurück.

Darauf weist der Reiserechtsexperte Paul Degott aus Hannover hin. „Wenn zum Beispiel Sydney der Höhepunkt ist, kann ich kostenlos vom Reisevertrag zurücktreten.“

 

Der Anwalt verweist auf eine Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) vom Januar 2018. Demnach können Urlauber kostenfrei von einer Reise zurücktreten, wenn das wesentliche Highlight wegfällt – damals ging es um die Verbotene Stadt und den Platz des Himmlischen Friedens in Peking auf einer China-Reise (Az.: X ZR 44/17). Das Ehepaar, das geklagt hatte, trat die Reise nicht an und bekam das Geld zurück.

Bei der Frage, wann die Absage der gesamten Reise gerechtfertigt ist, kommt es auf den genauen Reiseverlauf an. Muss der Veranstalter wegen der Brände einen Teil des Programms streichen oder ändern, steht Urlaubern zumindest eine Minderung des Reisepreises zu. „Denn ein Teil der Reise ist dann mangelhaft“, erklärt Degott.

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