Neue Kampagne gegen „Manspreading“

In Wien sollen Männer nicht mehr breitbeinig in der U-Bahn sitzen

manspreading
Viele Männer sitzen breitbeinig in der U-Bahn und beanspruchen so gleich zwei Sitzplätze. In Wien läuft nun eine Kampagne gegen das sogenannte „Manspreading“.
Foto: dpa Picture Alliance

„Sei ein Ehrenmann und halt deine Beine zam!“ – mit diesem Slogan haben die Wiener Linien jetzt eine Kampagne gegen das sogenannte „Manspreading“ in U-Bahnen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln gestartet.

Ganz gleich, ob in Wien, Berlin, London oder in einer anderen Stadt dieser Welt – so gut wie jede Frau, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs ist, hat sich sicher nicht nur einmal darüber geärgert, dass ein Großteil der Männer stets breitbeinig da sitzt und somit meist den doppelten Sitzplatz beansprucht. Viele Frauen monieren zudem, dass es aufgrund der gespreizten Beinhaltung der Männer häufig auch zu unerwünschtem Körperkontakt kommt.

„Schummelzettel für Männer“

Mit dem englischsprachigen Wort „Manspreading“ wird das Verhalten von Männern bezeichnet, die in der Öffentlichkeit breitbeinig sitzen. „Sitzt du noch oder spreadest du schon?“, fragen die Wiener Linien nun in ihrem Facebook-Posting. Männern, die die Frage nicht sicher beantworten können, soll ein „kleiner Schummelzettel“ auf die Sprünge helfen.

Auf einen Blick: Die besten Reise-Storys und -Angebote der Woche gibt’s im kostenlosen TRAVELBOOK-Newsletter!

Männer stören sich an Damen-Handtaschen

Während etliche Facebook-Userinnen in ihren Kommentaren die Kampagne der Wiener Linien für gut bewerten, geizen die Männer nicht mit Kritik und kontern haarscharf zurück. Martin Zich etwa schreibt: „Mich nervt auch, wenn Frauen die Beine übereinander geschlagen haben! Ich hab dann oft auch keinen Platz mich gegenüber hinzusetzen!“ Peter Eckardt dagegen stört sich an den Damen-Handtaschen, die mitunter auf den Sitzen abgestellt werden: „Gibt’s auch noch eine Initiative zu #Bitchbagging? Die Handtaschen von Frauen belegen gerade in der Weihnachtszeit und Rush Hour unnötig viel Platz!“ Das Posting der Wiener Linien wurde in eineinhalb Tagen rund 1300-mal kommentiert – und wird sicher noch weiter für Zündstoff sorgen.

Hinweis mit einem Augenzwinkern

„Wir greifen immer wieder in Sozialen Medien eine unserer Hausordnungsregeln auf. Bei unserem heutigen Posting wollen wir Fahrgäste augenzwinkernd darauf hinweisen, nur einen Sitzplatz einzunehmen und sich nicht auszubreiten“, zitiert die österreichische Zeitung „Heute“ die Wiener Linien. Erst im Januar hatte der Wiener Verkehrsbetrieb ein generelles Essensverbot auf allen U-Bahn-Linien eingeführt.

Kampagnen gegen „Manspreading“ in öffentlichen Verkehrsmitteln laufen nicht nur in Wien, sondern u. a. auch in diversen US-amerikanischen Städten wie New York, Los Angeles und San Francisco. In Madrid ist „Manspreading“ in Bussen seit 2017 verboten.