Badeverbot in Travemünde!

Woher kommen plötzlich die vielen Feuerquallen an der Ostseeküste?

Ein Exemplar der Gelben Haarqualle, die aktuell vermehrt an den Ostseestränden auftaucht
Ein Exemplar der Gelben Haarqualle, wie die Feuerqualle auch genannt wird, die aktuell vermehrt an den Ostseestränden auftaucht
Foto: Getty Images

Normalerweise hat man in der Ostsee keine großen Probleme mit Feuerquallen. Die giftigen Tiere werden selten an den Stränden gesichtet. Seit Wochen häufen sich jedoch die Vorfälle, in Travemünde ist der Strand sogar am Donnerstag und Freitag komplett gesperrt, weil sich so viele Badegäste an den Nesseltieren verletzt hatten. Doch woher kommen die Feuerquallen auf einmal – und hat es etwas mit der Hitzewelle zu tun?

Wie das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ berichtet, seien alleine in Heiligendamm 90 Strandgäste verletzt worden. Auch an anderen Stränden im Landkreis Rostock wurden Quallen gesichtet. Vor zwei Wochen erst gab es Quallen-Alarm auf Fehmarn. Aktuell hat sich die Lage zwar etwas entspannt, doch das kann sich schnell ändern, so Robin Wendt von der DLRG zu TRAVELBOOK. Er erklärt, woher die Feuerquallen kommen.

Westwind und Hitze sorgen für Feuerquallen am Strand

Robin Wendt von der DLRG erklärte TRAVELBOOK, woher die Feuerquallen kommen. „Feuerquallen sind schon immer in der Ostsee heimisch, man findet sie normalerweise allerdings auf hoher See. Dort fühlen sie sich aufgrund der niedrigen Temperaturen wohler. Mit landeinwärts gerichteten Strömungen gelangen sie zu den Küsten.“ Der Wind spült also die Quallen an den Strand.

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, sagte der Meeresbiologe Ulrich Bathmann der „Ostsee-Zeitung“. Die Bild-Zeitung berichtete außerdem, dass ein weitere Grund für die Vermehrung der hohe Nährstoffeintrag sei, der das Planktonwachstum und damit auch die Vermehrung der Quallen fördere.

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Rasierschaum hilft gegen den Nessel-Schmerz

Sollte man eine Feuerqualle berühren, wird ein Gift freigesetzt, das für den Menschen nicht lebensgefährlich ist, wenn man nicht gerade allergisch darauf reagiert. An der betroffenen Stelle kommt es dann zu Schwellungen, Rötungen und zu einem starken Juckreiz. „Es fühlt sich an, wie wenn man durch Brennnesseln läuft“, erklärt Wendt von der DLRG. Er weiß auch, was man gegen den Schmerz tun kann: Rasierschaum aufsprühen. „Der Schaum bindet die giftigen Nesseln, die das Jucken verursachen. Man sollte den Schaum deswegen kurz einwirken lassen und anschließend mit einem stumpfen Gegenstand, zum Beispiel einer Kreditkarte, abschaben“, so Wendt.