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„Pastewka“-Star Cristina do Rego

Wie man ein „Girl from Ipanema“ wird

Karneval, Samba, Strände, Mega-Städte – Brasilien zählt zu den spannendsten Ländern der Welt. Die Schauspielerin Cristina do Rego, bekannt aus „Pastewka“, reiste 2014 durch Brasilien. Auf TRAVELBOOK schrieb die Deutsch-Brasilianerin über Rio de Janeiro und ihren Versuch, ein „Girl from Ipanema“ zu sein.

Als ich im Dezember ein paar Tage in Rio de Janeiro verbracht habe, stellte ich mir ständig vor, wie es wohl wäre, hier zu leben. Ich habe sogar ein Foto gepostet mit der Unterschrift „I would love to be a girl from Ipanema“. Tja, manchmal werden Wünsche Wirklichkeit…

Schlechtes Wetter! Rio statt Amazonas

Nachdem ich die Feiertage bei meiner Familie verbracht habe, wollte ich in den Amazonas aufbrechen. Leider war mein Deal mit dem brasilianischen Wettergott nicht ganz wasserfest und meine Reise wurde aufgrund des andauernden, heftigen Regens abgesagt. Meine Reiseroute war überschwemmt und ich mit gepacktem Rucksack ohne Reiseziel. Ziemlich enttäuscht, aber mit brasilianischer Gelassenheit genieße ich ein paar weitere Tage „zu Hause“, bis ich weiß, was ich will: zurück nach Rio, eine Einraumwohnung in Ipanema und dann? Mal sehen!

Im Internet werde ich schnell fündig, auch wenn die Mietpreise im Januar absurd hoch sind. Ich gebe mich mit einem Mini-Zimmer zufrieden, bin dafür direkt in Ipanema an der Praça General Osório, eine Straße vom Strand entfernt…

So sieht mein Januar in Rio aus

Morgens joggen an der Copacabana, mittags Sandwich und Milchshake an einem der typischen „Lanchonetes“ (Sandwich- und Saftläden, die es an fast jeder Ecke gibt), nachmittags am Strand von Leblon und abends in der „BG“ Baixo Gávea mit Freunden treffen – so ungefähr sieht mein Januar in Rio de Janeiro aus. Ein anderes Lebensgefühl, eine andere Art von Urlaub, und da ich ein fleißiges Bienchen bin und Angst habe, mich zu langweilen, mache ich einen Schauspielworkshop, nehme Gitarrenunterricht und stolziere durch die Straßen, denn das machen die „Girls from Ipanema“ eben so ;-)

Rio bietet eine große Auswahl an sportlichen Aktivitäten, Natur, Restaurants, Bars, Konzerten, Museen und Musik. Es ist teuer, hier zu leben, und die Menschen arbeiten hart. Die meisten zumindest, denn wer in der „Zona Sul“ lebt, muss wahrscheinlich nicht mehr ganz so viel arbeiten: Wer es sich leisten kann, hier zu leben, muss ausgesorgt haben, denn der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt hier locker bei umgerechnet 6500 Euro. Je näher am Strand, desto teurer wird es. Na ja, zumindest habe ich für ein paar Tage so tun können, als lebe ich hier – und das war fantastisch.

Hier meine weiteren Reisetipps für Rio de Janeiro

  • Ab 20 Uhr Baixo Gávea! Hier trifft man sich mit Freunden zum Essen und Trinken, meist zieht man dann weiter, oft versackt man. Die Leute sind jung, freundlich, gut angezogen und immer in Flirtlaune. Wer in den Restaurants keinen Tisch mehr bekommt, kauft sich ein Bier auf die Hand und bleibt trotzdem. Sehen und gesehen werden, Leute kennenlernen und Flirten ist hier an der Tagesordnung. Übrigens saß an meinem Nebentisch der französische Schauspieler Vincent Cassel. Habe ihn nicht erkannt, aber hinterher verstanden, warum sich alle so gefreut haben. Nun ja. Restaurant-Tipp: Braseiro da Gávea.
  • Unter den Armen der Christus-Statue joggen, spazieren, Tretboot oder Fahrrad fahren (kann man dort mieten) an der Lagoa Rodrigo de Freitas.
  • „Mein Wohnzimmer“: Live-Music, Churros oder gekochten Mais schlemmen, Sonnenuntergang und ein eiskaltes Bier am Arpoador genießen.
  • Dienstags ist Wochenmarkt vor meiner Tür, ab 8 bis ca. 14 Uhr. Frisches Gemüse, tropische Früchte, Fleisch und Fisch. Für Hobbyköche das Paradies, und viel billiger als im Supermarkt.
  • Sonntags ist die berühmte „Feira Hippie“, der Hippie-Markt. Hier bekommt man vom außergewöhnlichen Souvenir, über Hängematten, Schmuck, Klamotten, nahezu alles, was das Touristen- und einheimische Herz begehrt.
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