Der Zug rollt langsam durchs Mattertal im Schweizer Kanton Wallis. Beim Blick aus dem Fenster fällt der Blick auf saftige Wiesen mit grasenden Kühen und Walliser Schwarznasenschafen, urige Holzhäuser mit romantischem Blumenschmuck, dahinter mächtige Felswände wie aus dem Bilderbuch.
Sage und schreibe 38 Viertausender (!!!) rahmen den paradiesischen Flecken Erde im Süden der Schweiz ein, darunter das Matterhorn, das wie ein Ausrufezeichen am Ende des Tals erscheint – der wohl berühmteste Gipfel der Welt und seit 160 Jahren ein Sehnsuchtsort für Bergsteiger, Mountainbiker, Naturfreunde und Weltenbummler.
Die Welt zu Gast
Zermatt, von Deutschland aus stressfrei in wenigen Stunden zu erreichen, wirkt bei der Ankunft angenehm kompakt: ein romantisches Dorf – Heimat für rund 6000 Menschen. Dass es trotz des Tourismus so selbstverständlich und entspannt bleibt, ist das Ergebnis einer behutsamen Entwicklung, geprägt von Einheimischen, Hoteliers und Politik.
Lange war Zermatt ein abgeschiedenes Bergdorf, erstmals im 13. Jahrhundert erwähnt. Der Wandel setzte im 19. Jahrhundert mit den ersten Reisenden und Bergsteigern ein. Spätestens seit der Erstbesteigung des Matterhorns 1865 ist der Ort international bekannt.
Der Aufstieg zum Tourismusort verlief schrittweise: erste Hotels, organisierte Bergführer, 1891 die Bahnverbindung ins Tal. Entscheidungen, die Zermatt öffneten, ohne seinen Charakter zu verwässern.
Ein prägendes Beispiel ist die Verkehrsführung in der Gemeinde. Seit Jahrzehnten sind Autos verboten. Stattdessen bestimmen Pferdekutschen, Elektrofahrzeuge wie Taxis oder kleine Busse und viele Fußgänger das Ortsbild. Das verändert den Rhythmus: Man bewegt sich langsamer – und kommt doch schneller an.
Highlights Zermatt
- Der Ort: Autofreies Bergdorf auf 1600 Metern – charmant, entschleunigt und mit spektakulärer Alpenkulisse.
- Die Lage: Mitten im Wallis, umgeben von 38 Viertausendern – eine der eindrucksvollsten Hochgebirgsregionen Europas.
- Das Matterhorn: 4478 Meter hoch, einer der berühmtesten Berge der Welt – markant, fotogen und bis heute ein Symbol für die Alpen.
- Die Erstbesteigung: 1865 durch Edward Whymper – ein historischer Moment zwischen Triumph und Tragödie.
- Der Tourismus: Bewusst gewachsen statt überrollt – geprägt von Tradition und Qualität.
Der kurze Weg zum Glück
Ein gemütlicher Fußweg, eine kurze Strecke mit der Bahn – in Zermatt muss man nicht lange planen, um in die Berge zu kommen – z.B. auf die Sunnegga, ein sonniges Ausflugsgebiet oberhalb von Zermatt, das man bequem mit der Standseilbahn oder zu Fuß erreichen kann.
Leichte Wanderungen führen zu kleinen Bergseen, an denen Familien picknicken, Wanderer ihre Füße ins Wasser halten und das Matterhorn im Hintergrund immer wieder den Atem raubt. Der Leisee etwa liegt nur zehn Minuten von der Bergstation entfernt – ein Ausflugsziel, das sich auch mit kleineren Kindern oder als Rentner entspannt erreichen lässt.
Das Wolli Wonderland ist als spielerischer Entdeckungspfad für Kinder angelegt: Auf rund 2,2 Kilometern sorgen 17 Stationen mit Rätseln, Geschichten und kleinen Aufgaben für eine Art Schnitzeljagd. Der gut ausgeschilderte Pfad führt entlang des familienfreundlichen Höhenwegs durch Wald und Wiesen und ist auch mit Kinderwagen machbar.
Tipp: Für volle Erlebnis benötigt man die „Wolli Erlebnisbox“, die durch die Geschichte rund um das Maskottchen Wolli und die verschwundene Katze Mitza führt. Sie ist im Tourismusbüro erhältlich oder kann direkt am Verkaufsautomaten beim Start des Trails bezogen werden.
Wer es alpiner mag, nimmt die Gornergrat Bahn. Die Strecke führt von 1600 auf über 3000 Meter und eröffnet unterwegs immer wieder eindrucksvolle Ausblicke auf die umliegende Bergwelt mit ihren Gletschern und Viertausendern. Oben angekommen: ein Panorama, das 29 Gipfel über 4000 Meter zeigt – darunter Monte Rosa, Liskamm sowie die „Zwillinge“ Castor und Pollux. Eine der dichtesten Ansammlungen von Viertausendern in den Alpen, sichtbar von einer Aussichtsterrasse.
Übrigens: Kinderwagen passen problemlos in die Waggons, die Fahrt dauert gut 30 Minuten und ist für sich schon ein Erlebnis.
Sie wollen noch höher hinaus? Das Klein Matterhorn auf 3883 Metern ist die höchste mit einer Seilbahn erreichbare Aussichtsplattform Europas. Der Gletscherpalast darunter zeigt Eisskulpturen und Gletscherspalten von innen – ein Ort, an dem es selbst im Hochsommer Minusgrade hat.
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- Es zahlreiche attraktive Angebote und Pakete für einen Aufenthalt in Zermatt – von spontanen Kurztrips bis zu längeren Auszeiten.
- Viele Pauschalen kombinieren Unterkunft, Aktivitäten und Extras zu einem Gesamtpaket – ideal für eine entspannte Planung ohne großen Aufwand.
- Ob aktiv, genussvoll oder mit Fokus auf Erholung: Die Angebote decken unterschiedliche Reisebedürfnisse ab und lassen sich thematisch auswählen.
- Häufig enthalten sind Leistungen wie Bergbahnen, Wellness, kulinarische Erlebnisse oder geführte Aktivitäten – alles abgestimmt auf die Region.
Zwischen Tradition und gelebtem Alltag
Was Zermatt von vielen anderen Bergorten unterscheidet: Es ist keine Kulisse. Die Bahnhofstraße ist belebt, Einheimische kaufen im Dorfladen ein, in den Seitengassen stehen noch Holzställe neben modernen Chalets. Die alten Walliser Stadel – dunkle Holzhäuser auf Stelzen mit breiten Steinplatten gegen Mäuse – stehen oft direkt neben Hotels. Diese Mischung ist kein Zufall, sondern das Ergebnis strenger Bauvorschriften, die seit Jahrzehnten dafür sorgen, dass Zermatt sein Gesicht behält.
Das Matterhorn Museum „Zermatlantis“ direkt daneben erzählt die Geschichte der Erstbesteigung von 1865 – inklusive des gerissenen Seils, das den Absturz von vier Bergsteigern verursachte. Ein Raum, der einen Moment zum Innehalten zwingt.
Abends verwandelt sich die Bahnhofstraße in eine Flaniermeile. Die Restaurants reichen von traditioneller Walliser Küche – Raclette, Trockenfleisch, Fondue – bis zu gehobener Gastronomie.
Der Weg ist Teil des Ziels
Die Anreise nach Zermatt ist ungewöhnlich – und genau das macht sie so unvergesslich. Weil keine Autos ins Dorf dürfen, endet die Fahrt in Täsch, fünf Kilometer vor Zermatt. Von dort bringt ein Shuttle-Zug die Reisenden in zwölf Minuten an ihr Ziel. Gäste und Gepäck werden am Bahnhof abgeholt und bequem direkt ins Hotel gebracht. Das Tempo verlangsamt sich, die Berge rücken näher, und wenn man in Zermatt aussteigt, ist die Hektik der Anreise bereits vergessen.
Anreise nach Zermatt
- Aus Norddeutschland:
Mit dem Zug oder per Flugzeug über Basel oder Zürich nach Visp: Ab den Flughäfen fährt man zunächst mit der SBB bis nach Visp und steigt dort auf die Matterhorn Gotthard Bahn nach Zermatt um. - Aus Westdeutschland:
Über Basel Richtung Visp, weiter wie oben. Gute ICE-Verbindungen bis Basel SBB, danach Umstieg in den Regionalverkehr der Schweiz. - Aus Süddeutschland:
Über Zürich oder den Bodenseeraum nach Visp. Alternativ über den Autoverlad (z. B. Lötschberg) Richtung Wallis. Ab Täsch weiter per Bahn nach Zermatt. - Mit dem Auto:
Zermatt ist autofrei. Private Fahrzeuge müssen in Täsch geparkt werden; von dort fahren regelmäßig Shuttle-Züge (ca. 12 Minuten).
Tipp: Wer sich noch mehr Zeit nehmen möchte, kann die Strecke selbst zum „Once in a Lifetime“-Erlebnis machen. Der weltberühmte Glacier Express verbindet Zermatt mit St. Moritz auf einer der spektakulärsten Bahnstrecken der Welt: acht Stunden durch 91 Tunnel und über 291 Brücken, vorbei an Schluchten, Pässen und Tälern, die man von der Straße aus nie sehen würde.
Ankommen und entspannen
Zermatt ist kein Ort, der sich über eine einzelne Attraktion definiert – obwohl das Matterhorn natürlich prägt. Es ist eher die Summe vieler kleiner großer Highlights: die Autofreiheit, die kurzen Wege, die Balance zwischen Erschließung und Erhalt.
Man merkt, dass hier Menschen leben, die wissen, was sie an ihrem Dorf haben. Und dass sie früh begriffen haben, dass der beste Weg, einen Ort zu schützen, darin besteht, ihn zugänglich zu machen – aber eben auf die eigene Art.
Wer ankommt, spürt das. Spätestens dann, wenn man abends auf einer Bank sitzt, das Matterhorn langsam im Abendlicht versinkt und man sich fragt, warum man nicht früher hergekommen ist.
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