30. Januar 2026, 10:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Die Dinge endgültig von oben herab zu betrachten, wird erst möglich, wenn man selbst die Vogelperspektive hinter sich lässt. Aber so beeindruckend der Blick aus dem Weltraum auch ist: Er ist nicht so „All-umfassend“, wie wir ihn erwarten. TRAVELBOOK klärt auf, welche Sehenswürdigkeiten auf der Erde tatsächlich von dort oben sichtbar sind.
Und um das vorab geklärt zu haben: Nein, die Chinesische Mauer gehört nicht dazu. Dass sie von der ISS oder gar vom Mond aus sichtbar sein soll, ist lediglich ein Mythos, der sich trotz zahlreicher Widerlegungen durch Astronauten und sogar eines Taikonauten (eines chinesischen Raumfahrers) hartnäckig hält. Denn Fakt ist: Die Mauer ist lediglich sechs Meter breit, das Verhältnis zur Entfernung der ISS mit 400 Kilometern entspräche also ungefähr 1 zu 66.666 Metern. Das entspräche in etwa dem Versuch, eine Spaghettinudel aus 100 Meter Entfernung zu erkennen.
Jetzt aber Schluss mit den Mythen. Hier sind die Bauwerke, die man tatsächlich mit bloßem Auge aus dem All erkennt. Dabei gehen wir von einer Entfernung von 400 Kilometern über der Erdoberfläche, also der Umlaufbahn der ISS aus.
1. Pyramiden von Gizeh
Auf das einzige erhaltene Weltwunder hat man von der Raumstation etwa alle 90 Minuten einen perfekten Blick. Das verstärkt der Kontrast zwischen Sonnen- und Schattenseite zusätzlich. Und die beeindruckende Grundfläche von mehr als 5 Hektar beim größten der drei Bauwerke trägt ihr Übriges zur Aussicht bei.
2. Golden Gate Bridge
Nicht mehr als ein Strich in der Landschaft, aber an klaren Tagen dennoch erkennbar: Die fast drei Kilometer lange und 27 Meter breite Brücke schrumpft beim Blick von der ISS bis auf eine Fingerlänge zusammen. Beeindruckend ist die Aussicht trotzdem, auch, wenn manchmal nur ein Schatten auf dem Wasser erkennbar ist.
Auch interessant: NASA-Bilder zeigen, wie schön unser Planet ist
3. Palm Islands und The World
Die künstlichen Inseln vor der Küste Dubais sind aus der Höhe gut sichtbar. Bei dem utopisch wirkenden Bauprojekt wurden allein für eine der drei geplanten Inseln 100 Millionen Kubikmeter Sand angeschichtet, berichtet BILD. Ebenfalls aus dem Weltraum erkennbar ist die Inselgruppe „The World“: Hier wurde aus mehr als 300 Inseln die Weltkarte nachgebildet.
4. Drei-Schluchten-Talsperre
Chinas Mega-Staudamm ist mit einer Länge von 2335 Metern von der ISS gerade noch erkennbar. Man sieht hier aber nicht nur die Staumauer selbst, sondern hauptsächlich sein riesiges Reservoir. Es könnte eine Wassermenge fassen, die 9 Millionen olympischen Schwimmbecken entspricht. Kein Wunder also, dass es selbst aus 400 Kilometern Höhe ins Auge springt.
Die Chinesische Mauer – ein mehr als 2000 Jahre alter Weltwunder-Bau
Nach schwerem Fehler bei Erstflug – Startverbot für Virgin Galactic
5. Gewächshäuser von Almería
Das sogenannte „Mar de Plástico“ – ein Meer aus Plastik. Im Süden Spaniens gedeihen laut „Spiegel“ jährlich mehrere Millionen Tonnen Obst und Gemüse. Dabei ist vor allem die weiße Oberfläche der Gewächshäuser für die Sichtbarkeit entscheidend: Sie reflektiert das Sonnenlicht und bringt das über 300 Quadratkilometer große Gebiet regelrecht zum Leuchten – was es selbst aus dem Weltraum sichtbar macht.
Mythos Mond
Vom Mond aus kann man übrigens kein Bauwerk der Erde sehen. Damit ein Gebäude überhaupt als unscheinbarer Punkt erkennbar wäre, müsste es einen Durchmesser von 100 bis 110 Kilometern haben. Und selbst dann wäre es nur unter idealen Bedingungen sichtbar. Die Entfernung von 380.000 Kilometern ist dann doch ein wenig zu hoch.