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Sant Miquel del Fai

Diese Kirche sieht aus wie aus einem Fantasy-Film

Sant Miquel del Fai
Fast versteckt in einer atemberaubenden Landschaft liegt die uralte Felsenkirche Sant Miquel del Fai. Sie ist heute eine der größten Touristenattraktionen der Provinz Barcelona. Foto: Getty Images
Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

11. Oktober 2026, 13:38 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

Die zu einer uralten Abtei gehörende Felsenkirche Sant Miquel del Fai in der spanischen Region Katalonien könnte auch als glaubhafte Kulisse in jedem Fantasy-Film dienen. Dramatisch schmiegt sie sich an den Fels, während sich ganz in der Nähe ein Wasserfall ergießt. Diese Anblicke machten den Ort auch bereits im 19. Jahrhundert zu einer der größten Touristenattraktionen der Gegend. Jahrzehntelang diente er sogar als Hotel und Gaststätte. Heute ist das Heiligtum besonders geschützt und begeistert jährlich immer noch unzählige Besucher.

In der spanischen Region Katalonien, unweit der Stadt Sant Feliu de Codines, steht eine der beeindruckendsten Kirchen des iberischen Landes. Ihre Geschichte beginnt vor mehr als 1000 Jahren, und seitdem hat Sant Miquel del Fai ein wechselhaftes Schicksal erlebt. Zunächst Teil eines Klosters, war die direkt in den Felsen gehauene Kirche später Bürgerkriegslazarett und dann jahrzehntelang beliebtes Hotel und Gaststätte. Ob ihrer rauen Schönheit findet sie Erwähnung in Werken einiger bedeutender zeitgenössischer Schriftsteller und fasziniert durch ihre Schönheit und Lage auch heute noch Touristen aus aller Welt. TRAVELBOOK erzählt die Geschichte des Gotteshauses.

Laut der offiziellen touristischen Website von Katalonien beginnt die Historie des Ortes bereits im Jahre 887. Zu dieser Zeit wird er das erste Mal schriftlich und urkundlich erwähnt. Und zwar namentlich wegen eines Vorgängers von Sant Miquel del Fai, der Kapelle von Sant Martí. Hier wurden vor dem Siegeszug des Christentums in der Region wohl heidnische Gottesdienste abgehalten. Im ausgehenden 10. Jahrhundert dann taucht der Name Sant Miquel del Fai zum ersten Mal im Licht der Weltgeschichte auf. Zu dieser Zeit schenken die Grafen von Barcelona dem Ritter Gombau de Besora die Ländereien, auf denen sich das ungewöhnliche Gotteshaus befindet.

Vom Kloster zur Touristenattraktion

Sant Miquel del Fai
Die Geschichte von Sant Miquel del Fai beginnt vor mehr als 1000 Jahren Foto: VW Pics/Universal Images Group v

Der Adlige lässt auf dem Grund ein Kloster errichten, welches er dann 1042 persönlich an die mächtige Abtei von Marseille in Frankreich überantwortet. Aus dieser geht später sogar mit Urban V. ein Papst hervor. Damit sind das spanische Monasterium und Sant Miquel del Fai nun direkt dem Heiligen Stuhl in Rom unterstellt. Erst 1576 wird es aus dieser Verbindung wieder gelöst und der Kathedrale von Girona unterstellt. 1832 gab man dann schließlich das Kloster auf, da es keinen Nachwuchs an Mönchen mehr gab. Die Geschichte des Gotteshauses ging aber dennoch auf ungewöhnliche Weise weiter. Es wurde nämlich in der Folge, nicht zuletzt wegen seiner spektakulären Lage, zu einer der größten Touristenattraktionen der Region.

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Dieser Trend begann laut der Naturparkverwaltung der Provinz Barcelona im Jahr 1875 mit einer Ausbesserung der Straße nach Sant Miquel del Fai. Das Kloster diente zu dieser Zeit nämlich in einer weltlichen Funktion, und zwar als Hotel und Restaurant. Dank einer direkten Kutschverbindung konnte man die Reise von Barcelona aus nun in nur zwei Stunden absolvieren, was zu einem wahren Besucheransturm von Tagesausflüglern führte. Zu dieser Zeit muss das Etablissement ein prunkvoller Ort gewesen sein, wovon alte Bilder auf der Website der Naturparkverwaltung zeugen.

Im Bürgerkrieg verfallen

Bis zum Ausbruch des Spanischen Bürgerkrieges im Jahr 1936 hielt der Aufschwung von Sant Miquel del Fai an. Bedeutende zeitgenössische Schriftsteller wie Francisco de Zamora und sogar internationale Gäste wie Lord Byron besuchten den Ort und verewigten ihn teils auch in ihren Werken. In den Folgejahren verfiel der Komplex aufgrund der Zweckentfremdung als militärisches Operationszentrum immer mehr. So dienten seine beiden Gotteshäuser als Lager, wurden danach als Schutzhütten für Wanderer und gar als Viehställe genutzt. Erst gegen Ende der 1950er Jahre konnte der Tourismus hier wieder einen ersten zarten Aufschwung erleben.

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Seit dieser Zeit gab es hier wieder Gastronomie und Tourismus, auch Veranstaltungen wie Hochzeiten oder Bankette hielt man um Sant Miquel del Fai ab. 2017 schließlich erwarb der Provinzrat von Barcelona das Sanktuarium, um sein kulturelles Erbe entsprechend zu schützen. Bereits seit 1988 gilt der alte Klosterkomplex als Ort von kulturellem Interesse. Doch das alte Gotteshaus ist nicht das einzige Sehenswerte in der Region. So gibt es in der felsigen Umgebung, die durch das Wasser der Flüsse Rossinyol und Tenes mitgestaltet wurde, unter anderem gleich zwei Höhlen. In der Höhle von Sant Miquel kann man Tropfsteine bewundern. Sie ist frei zu betreten und sogar beleuchtet.

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Die zweite Höhle kann man nur mit professioneller Führung betreten. Was zum Feeling der Kulisse wie aus einem Fantasy-Film rund um Sant Miquel del Fai beiträgt, ist aber auch der Wasserfall des Tenes-Flusses, der sich hier rauschend in die Tiefe stürzt. Rund um das alte Kloster gibt es außerdem ein kleines Netz an Wanderwegen von insgesamt 12 Kilometern Länge. Wer den Ort und seine beeindruckende Umgebung jetzt einmal selbst besuchen möchte, hat dazu das ganze Jahr über Gelegenheit. Der Eintritt ist kostenlos.

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