30. August 2025, 15:15 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Das Dublin Castle in der irischen Hauptstadt ist ein Konglomerat von alten Fundamenten der Normannen bis zu modernen Anbauten. TRAVELBOOK zeigt, warum sich ein Besuch unbedingt lohnt.
Anfang des 13. Jahrhunderts bauten die Engländer an dieser Stelle eine Festung, um die wütenden Iren zu bändigen, die sich unverschämterweise nicht widerstandslos von den Engländern besetzen lassen wollten. Davor stand dort eine normannische Burg, die wiederum auf noch älteren Fundamenten der Wikinger erbaut worden war. Reste davon finden sich heute noch im Kellergewölbe des Schlosses.
Von der englischen Burg steht noch der Record Tower (siehe großes Foto oben). Alle anderen Gebäude wurden nach und nach angebaut. Somit ist der Turm das letzte erhaltene Relikt aus dem Mittelalter in der gesamten Stadt, so wie das Amüsierviertel Temple Bar die letzte erhaltene zusammenhängende Bausubstanz aus dem 18. Jahrhundert hat.
Repräsentation und vier Museen
Die Engländer nutzten Dublin Castle als repräsentative Vertretung der Krone. Seither präsentiert sich Dublin Castle als Schloss, nicht mehr als Burg. So wird es immer noch genutzt: als Gästehaus für Staatsgäste und als festlicher Ort für Zeremonien wie die Amtseinführung des irischen Premierministers. Inzwischen gibt es vier Museen bzw. Ausstellungen auf dem Gelände, und eine Führung durch die repräsentativ genutzten Bereiche ist ebenfalls möglich.
Besuch der State Apartments
Die lohnenswerte Führung zeigt zum einen die „State Apartments“, wenn dort nicht gerade Staatsgäste wohnen, zum anderen aber die interessanten unteren Etagen, in denen die ganze Geschichte am Mauerwerk ablesbar ist, einschließlich der Restfundamente, die noch die Wikinger erbaut haben.
Führungen finden in englischer Sprache statt, es gibt aber deutschsprachige Broschüren. Auf Vorbestellung stehen auch deutschsprachige Führer bereit. Auf eigene Faust darf man Staatsräume und Gewölbe nicht erkunden.
Garda Museum – Geschichte der irischen Polizei
Das Garda Museum (Polizeimuseum) im Record Tower ist überschaubar, aber auch kostenlos. Zu sehen ist die gar nicht so uninteressante Geschichte der irischen Polizei, dargestellt durch Bilder, Fotos, Uniformen und Gerätschaften.
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Steuermuseum im Keller der Chapel Royal
Die Chapel Royal ist im 18. Jahrhundert im gotischen Stil erbaut worden, was sie mit der sehr viel größeren St Patrick’s Cathedral gemeinsam hat. Bemerkenswert sind die Ornamente. Einst von größerer Bedeutung, ist die Kapelle heute ein Kulturzentrum. Der Eintritt ist frei.
Unbedingt sollte man dann noch in die Krypta gehen: Das Revenue Museum, zu deutsch: Steuermuseum, in der Kapelle des Dublin Castle zeigt die interessante, vor allem aber komische Geschichte des Steuerwesens in Irland. In kleinen interaktiven Games kann man selbst den Schmuggler spielen.
Chester Beatty Library im Dublin Castle
Die Chester Beatty Library ist nicht so groß wie die Old Library im Trinity College, zeigt dafür aber Kunstschätze aus aller Welt: Neben Manuskripten und Büchern gibt es Miniaturbilder und Malerei.
Textmitarbeit: Ulrich Lenhard