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Warum hier 5000 Schilder aus aller Welt stehen

Fernweh-Park
Der Fernweh-Park im bayerischen Oberkotzau beherbergt 5000 Ortsnamensschilder Foto: picture alliance
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Robin Hartmann Autorenkopf
Freier Autor

25. Januar 2026, 7:24 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten

In dem schönen Ort Oberkotzau in Bayern findet sich mit dem Fernweh-Park ein ganz besonderer, nun ja, Vergnügungspark. Und zwar im sprichwörtlichen Sinne, denn er beherbergt 5000 Schilder mit lustigen und skurrilen Ortsnamen aus der ganzen Welt. Die Idee dazu kam seinem Gründer auf einer Reise nach Kanada, wo es ein legendäres Vorbild für den deutschen „Ableger“ gibt.

Jetzt mal ehrlich: Mussten Sie beim Anblick des Namens Oberkotzau eben auch zumindest ein kleines bisschen schmunzeln? Nun, dann haben wir eine gute Nachricht für Sie: Denn in genau diesem Oberkotzau, in unmittelbarer Nähe der Stadt Hof, finden Sie eine Art Vergnügungspark, in dem es noch viel mehr dieser lustigen Orts- und Städtenamen zu sehen gibt. Sie alle beherbergt der Fernweh-Park, wo seit seiner Entstehung im Jahre 1999 etwa 5000 Schilder zum Beispiel aus Kothausen, Krätze oder Geilenkirchen versammelt sind. Vorbild für die skurrile Kollektion war ein legendäres Vorbild aus Nordamerika.

Laut der offiziellen Seite des Fernweh-Park beginnt seine Geschichte im Jahr 1999. Damals reist der Filmemacher Klaus Beer nach Kanada und findet in dem kleinen Ort Watson Lake den sogenannten „Sign Post Forest“. Ein Schilderwald, der lustige, skurrile und kuriose Ortsnamen aus der ganzen Welt versammelt. Beer ist sofort von der Idee fasziniert, so etwas auch in seiner Heimatstadt Hof zu eröffnen. Bei den Stadtvätern rennt er damit offene Türen ein, und so stellt ihm der damalige Oberbürgermeister recht schnell ein Gelände für seinen deutschen „Ableger“ zur Verfügung.

Der Schilderwald wächst

Fernweh-Park
Lustige deutsche Ortsschilder findet man im Fernweh-Park genauso wie solche aus aller Welt Foto: picture alliance

Am 9. November 1999 ist große Eröffnung, Lokalpolitiker und Presse geben sich die Klinke in die Hand. Zu dieser Zeit hängen erst wenige Schilder mit ungewöhnlichen oder lustigen Ortsnamen im Fernweh-Park, aber es werden stetig mehr. Seinen Namen hat der Ort übrigens bei einer öffentlichen Ausschreibung quasi gewonnen. Das Team der MDR-Fernsehsendung „Außenseiter-Spitzenreiter“ bringt zur Eröffnung ein paar Schilder mit, andere sammelt Beer selbst bei seinen Reisen, zum Beispiel in den USA, wo er die berühmte „Route 66“ bereist.

Auch interessant: Sign Post Forest: Der kanadische Schilderwald

In der Folge bringen immer mehr Menschen von sich aus Ortsnamensschilder in den Fernweh-Park, der stetig weiter wächst. Hinzu kommt schon bald eine Idee von Beer, bekannten Stars Schilder mit deren Namen darauf zu widmen. Das lockt dann bald diese Promis selbst an, was natürlich wiederum eine hervorragende Reklame für den Ort ist. Und so bemühen sich andere Städte, unter anderem Berlin, darum, Beer und seinen Schilderwald aus dem bayerischen Hof wegzulocken. Irgendwann ist der Macher aber so weit, selbst umziehen zu wollen.

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Differenzen mit seiner Heimatstadt lassen ihn dort 2016 sprichwörtlich die Zelte abbrechen, und der Fernweh-Park zieht, vielleicht nicht ganz zufällig, in das nahe Oberkotzau. Dort öffnet er 2017 modernisiert und noch größer wieder. Der skurrile Vergnügungspark beinhaltet seitdem auch ein Amphitheater, eine Showbühne und einen Parkplatz für bis zu 60 Autos. Der Park ist in verschiedene Themenbereiche unterteilt, in denen man dazu passende Schilder findet. So gibt es zum Beispiel Ortsschilder aus aller Welt, lustige Ortsnamen und auch den Bereich „Signs of Fame“, der berühmten Persönlichkeiten vorbehalten ist. Hier sind sowohl Schilder mit den Namen der Stars als auch deren Handabdrücke ausgestellt.

Auch durch spannende Marketing-Gags macht der Fernweh-Park immer wieder von sich reden. So übergab hier schon ein deutscher Country-Musiker ein Ortsschild, wobei er in einem Wagen vorfuhr, der einmal der Legende des Genres Johnny Cash persönlich gehört hatte. Ein Lufthansa-Pilot und eine Flugbegleiterin überbrachten per Interkontinentalflug ein Schild der Stadt Los Angeles direkt aus der US-Stadt. Auch das Schild mit dem längsten Ortsnamen der Welt in Wales ist natürlich hier, 18 Meter lang. Es handelt sich dabei um, Achtung, Llanfairpwll­gwyngyllgogery­chwyrndrobwll­llantysilio­gogogoch.

Woher kommt der Name Oberkotzau?

Weiteres Skurriles gefällig? In der US-Stadt Lake Charles wird jedes Jahr am 15. Mai der Fernweh-Park-Day gefeiert, eine Initiative von Freunden von Gründer Beer. Und dann sind da natürlich noch all die verrückten Ortsnamen, die einen so richtig zum Lachen bringen. Kostprobe gefällig? Oberanschissing, Ursulapoppengericht und Kaffeekanne. Hotzenplotz, Krötennest und Sommerloch. Oder auch Zuckerfabrik, Büchsenschinken und Bierkeller. Ja, all diese Orte gibt es wirklich auf der Landkarte. Der längste Ortsname in Deutschland ist übrigens Schmedeswurtherwesterdeich in Schleswig-Holstein.

In Oberkotzau ist man sehr stolz und glücklich, den Fernweh-Park zu haben. „Er ist schon ein Aushängeschild und eine Attraktion“, sagt Sabine Oltsch von der Stadtverwaltung auf TRAVELBOOK-Anfrage. „Das ist für uns ein richtiger Touristenmagnet, da kommen regelmäßig Reisebusse.“ Das „Aushängeschild“ sei zudem eingebettet in den größeren Summa-Park, wo sich auch noch ein Kinderspielplatz, Beachvolleyball-Felder und Stellplätze für Wohnmobile befinden. Auch sonst habe die Region viel zu bieten, so führt unter anderem der Saale-Radweg direkt durch Oberkotzau. Auch die Nähe zum Frankenwald und zum Fichtelgebirge sei für Besucher attraktiv. Und was hat es eigentlich mit dem, nun ja, recht eigenwilligen Ortsnamen auf sich? „Der stammt wohl aus dem Mittelalter, hier gab es das Adelsgeschlecht derer von Kotzau.“

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