Der Vanoise Express kann pro Fahrt bis zu 200 Gäste gleichzeitig transportieren. Und das ist nicht sein einziger Weltrekord Foto: Office de Tourisme de La Grande Plagne/Yann Allegre
13. September 2026, 7:30 Uhr |
Lesezeit: 4 Minuten
Mit dem Vanoise Express verbindet bereits seit dem Januar 2004 eine Seilbahn der absoluten Superlative die beiden französischen Skigebiete La Plagne und Les Arcs miteinander zu einem Wintersportareal mit dem Namen Paradiski. Die doppelstöckige Gondel kann bis zu 200 Menschen auf einmal transportieren – Weltrekord. Doch das ist nicht die einzige globale Bestmarke, die das Transportmittel seinen Gästen bietet.
Stellen Sie sich vor, Sie schweben 380 Meter über der Erde, schauen auf schneebedeckte Gipfel, und unter Ihnen tut sich ein Abgrund auf. Und dennoch sind Sie vollkommen sicher, denn Sie stehen in einer Gondel mit Glasboden, und staunen über das Panorama. Na gut, vielleicht ist es ein bisschen eng, denn mit ihnen passen insgesamt 200 Passagiere in das Vehikel, mit dem Sie gerade unterwegs sind. Und das mit der für diese Transportart geradezu atemberaubenden Geschwindigkeit von 45 Kilometern pro Stunde, genau wie die Aufnahmefähigkeit der doppelstöckigen Kabine übrigens ein Weltrekord. Willkommen im Vanoise Express, der französischen Seilbahn der Superlative.
Seit mittlerweile Januar 2004 verbindet sie die beiden Skigebiete La Plagne und Les Arcs zu dem Mega-Wintersportareal Paradiski. Ein Kunstwort, das übersetzt in etwa „Paradies-Ski“ bedeutet. Und genau für dieses erst dank der Gondel möglich gewordene Gebiet wollte man offenbar ein möglichst spektakuläres Transportmittel haben. Dabei ist die Fahrt mit dem Vanoise Express an sich laut dem Tourismusbüro in La Plagne relativ kurz. „Die Reise dauert etwa vier Minuten, und geht über eine Distanz von 1840 Metern“, heißt es auf TRAVELBOOK-Anfrage. Dennoch handele es sich dabei um die längste Seilbahnverbindung weltweit innerhalb eines Skigebietes.
380 Meter über dem Boden
Ein weiteres ungewöhnliches Detail ist, dass es auf der Strecke zwischen den beiden Stationen Peisey (Höhe 1612 m) und Montchavin-Les Coches (1548 m) keinerlei Stützpfeiler für die Seilkonstruktion gibt. Der Vanoise Express schwebt also im sprichwörtlichen Sinne durch die Lande. Der absolute Höhe- bzw. Tiefpunkt ist dabei die Überquerung des Ponturin-Tals, bei der sich die Bahn schwindelerregende 380 Meter über dem Boden befindet. Die zweistöckige Kabine verfügt über einen Glasboden, was die Fahrt für die Gäste je nach Dicke des Nervenkostüms noch einmal sehr viel aufregender bzw. gruseliger machen dürfte. „Wir verzeichnen aktuell etwa 600.000 Passagiere pro Jahr.“
Auch die Weltrekord-Geschwindigkeit des Vanoise Express von 45 Stundenkilometern trägt zu dem einmaligen Fahrerlebnis bei. Dank der Verbindung mit der Kabinenbahn konnte Frankreichs heute drittgrößtes Skigebiet laut der Zeitung „Le Figaro“ quasi über Nacht seine Fläche verdoppeln. Der Bau begann 2003 und war bereits im Januar 2004 abgeschlossen. Die Idee für die Super-Gondel wurde demnach aber bereits in den 1990er-Jahren geboren. Es war der Ingenieur Pierre Gonthier, heute Präsident des Tourismusbüros von La Plagne, der sich dessen konkret annahm. Das Unternehmen „Poma“ bekam dann bei einer Ausschreibung den Zuschlag für den Bau.
Überschaubare Kosten
Die Konstruktionskosten waren mit „nur“ 16,5 Millionen Euro für eine derartige technische Meisterleistung relativ überschaubar. Heute ist Paradiski dank des Vanoise Express nicht nur das drittgrößte Skigebiet Frankreichs, sondern sogar der ganzen Welt. Gäste haben die Wahl zwischen 260 Pisten mit 425 Kilometern Gesamtlänge, darunter auch mit einer Strecke von sieben Kilometern eine der längsten Abfahrten Europas. Auf manchen Strecken überwindet man einen Höhenunterschied von 2000 Metern. Um die Sicherheit der Gäste an Bord der Gondel zur Piste zu garantieren, begleitet eine Art Stewart jede Fahrt der Kabinenbahn. Spektakulär dürfte für Besucher auch „Live 3000“ sein, eine Aussichtsstation auf 3080 Metern Höhe über La Plagne.
Zu Stoßzeiten kann der Vanoise Express pro Stunde theoretisch bis zu 2000 Menschen transportieren. Diese staunen auf der kurzen Fahrt über das Alpen-Panorama – und wenn sie sich trauen, auch den Blick durch den Glasboden der Gondel auf die Welt zu ihren Füßen. Und dabei ist das Vergnügen sogar vergleichsweise günstig. Die einfache Fahrt kostet aktuell für Erwachsene 11 Euro, Hin- und Rückticket liegen bei 17 Euro. Alle Preise sowie die Betriebszeiten der Weltrekord-Gondel entnehmen Sie bitte der offiziellen Website.
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