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Attraktionen laufen ohne Strom

Der verwunschene Vergnügungspark, den ein Mann allein erbaute

Osteria ai Pioppi
Diese Riesenrutsche mit drei Bahnen ist nur eine von mehr als 40 Attraktionen in der Osteria ai PioppiFoto: Bruno Ferrin/Osteria ai Pioppi

Wer heutzutage einen Freizeitpark besucht, ist an High-End-Technik und ausgereifte digitale Effekte gewöhnt. Dass Fahrgeschäfte aber auch ohne viel Schnickschnack und Geschwindigkeitsrekorde enorm viel Spaß machen können, beweist die Osteria ai Pioppi in den Wäldern von Treviso in der italienischen Region Venetien. Die Attraktionen des kleinen Vergnügungsparks funktionieren ohne Elektronik – und gebaut hat sie ein Mann ganz alleine.

Eine Achterbahn, eine Riesenrutsche mit drei Bahnen, eine Bob-Bahn, ein Riesenrad und diverse weitere Attraktionen: Der Vergnügungspark, der sich in den Wäldern der norditalienischen Region Venetien versteckt, hat vieles, was auch andere Freizeitparks bieten. Nur etwas kleiner ist alles, und, der wohl wichtigste Unterschied: Die Fahrgeschäfte kommen komplett ohne Motoren aus.

Eigentlich ist dieser wundersame Ort bei Treviso kein richtiger Vergnügungspark, jedenfalls war er nicht als solcher geplant. Vielmehr handelt es sich um einen Spielplatz, der einer Gaststätte angeschlossen ist, der Osteria dei Pioppi. Als die Osteria im Jahr 1969 eröffnete, baute ihr Eigentümer Bruno Ferrin ein paar kleine Spielgeräte für die Kinder, die mit ihren Eltern zum Essen kamen.

Bruno Ferrin/Osteria ai Pioppi
Bruno Ferrin in den 1970er-Jahren auf einem seiner ersten selbst gebauten SpielgeräteFoto: Bruno Ferrin/Osteria ai Pioppi

Mehr als 40 Fahrgeschäfte ohne Motor

Inzwischen sind mehr als 50 Jahre vergangen, und aus dem kleinen Spielplatz ist ein Freizeitpark mit mehr als 40 Fahrgeschäften geworden, die Bruno Ferrin allesamt selbst erschaffen hat. Und fast jedes Jahr kommt eine neue dazu, wie der inzwischen 83-Jährige im Gespräch mit TRAVELBOOK verraten hat. „Die Idee zu den Fahrgeschäften bekomme ich, indem ich eine Bewegung beobachte, die es in der Natur schon gibt, zum Beispiel ein Blatt, das herunterfällt oder ein Baumstamm, der rollt.“

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Ist eine neues Gerät fertiggestellt, wird es von einem Ingenieur abgenommen, bevor es in Betrieb gehen. „Alle Fahrgeschäfte werden per Hand betrieben und brauchen keinen Strom“, sagt Bruno. Nur eine Ausnahme gibt es, das so genannte „Pendolo“, eine Art Achterbahn, bei der die Wagen auf der Bahn hin- und herschwingen. „Hier dient der elektrische Motor nur dazu, den schweren Wagen nach oben zu ziehen, denn die Besucher würden es nicht schaffen, ihn selbst nach oben zu schieben.“

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Eintritt ist für Restaurantgäste kostenlos

Etwa 30.000 Menschen haben die Osteria ai Pioppi vor Corona jedes Jahr besucht. „Es kommen Familien mit Kindern, junge Männer mit ihren Freundinnen, aber auch Gruppen von Erwachsenen und sogar ältere Leute“, erklärt Bruno. Um das Essen kümmert sich seine Frau Marisa, es gibt Spezialitäten aus dem Veneto wie gegrilltes Fleisch, Käse aus der Pfanne oder Stockfisch. Wer im Restaurant isst, darf die Fahrgeschäfte normalerweise kostenlos nutzen. Allerdings ist der Vergnügungspark laut Webseite der Osteria ai Pioppi derzeit wegen Corona noch geschlossen und wird voraussichtlich erst im nächsten Jahr wieder öffnen.

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Bruno jedenfalls hat noch lange nicht vor, sich in den Ruhestand zu verabschieden. „Ich habe ständig Ideen für weitere Fahrgeschäfte im Kopf. Ich werde bestimmt bald neue Rutschen oder Achterbahnen bauen.“

Osteria ai Pioppi, Via VIII Armata, 76, Nervesa della battaglia (TV). Geöffnet jeden Samstag und Sonntag zwischen März und Anfang November, im August täglich geöffnet.

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