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Urbanes Markenzeichen

Schuhabdrücke an den Parkhausdecken in Las Vegas – das steckt dahinter

Las Vegas Strip
Wer Las Vegas besucht, spaziert vermutlich über den Strip, wagt sich auch mal ins Casino – und hinterlässt dort vielleicht einen Schuhabdruck an der Decke des Parkhauses … Foto: Getty Images
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Laura Pomer
Freie Autorin

3. November 2025, 14:52 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Ausgerechnet in der auf Hochglanz getrimmten, künstlichen Spielerstadt Las Vegas – und dort in den Parkhäusern der Casinos, in denen man bekanntlich ein wenig zurechtgemacht erscheinen sollte – finden sich Schmutzflecken an den Wänden und Decken. Genauer gesagt: Schuhabdrücke. Was einst als eigensinniger Trend begann, zieht sich heute als urbanes Markenzeichen über die Betondecken fast aller großen Casino-Parkhäuser. TRAVELBOOK erzählt ihre Geschichte.

Wie sind sie dorthin gekommen – und warum werden sie nicht entfernt? Das sind nur zwei von vielen Fragen, die sich beim Blick an die Decken von Casino-Parkhäusern in Las Vegas stellen dürften. Eine erste Antwort schon mal: In der Regel werden die Schuhabdrücke entfernt, allerdings kommen die nächsten alsbald nach. Auch in den sozialen Netzwerken werden die mysteriösen Schuhabdrücke geteilt und diskutiert.

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„Die gibt es in fast jedem Parkhaus der Stadt“, schreibt ein Nutzer auf der Plattform „Reddit“. Er selbst besuche Las Vegas regelmäßig und übernachte meist im Stratosphere Tower Hotel & Casino, heute allgemein als The STRAT bekannt. Genau dort soll die Tradition ihren Anfang genommen haben. „Auch ich mache das jedes Mal, wenn ich dort bin“, fügt der Nutzer hinzu.

Schuhabdrücke an den Decken von Las-Vegas-Parkhäusern

Näheres zu dem Phänomen berichtet das Reiseportal „Atlas Obsura“. Die Schuhabdrücke an den Parkhausdecken in Las Vegas seien demnach ein Paradebeispiel für „kollektives Verhalten“. Der Begriff steht dafür, dass Menschen, die einander nicht kennen, aus Nachahmung dieselbe Handlung ausführen. Entstanden sei der Trend in den 1990er-Jahren, im genannten The STRAT. Der Legende nach sollen ein oder mehrere Besucher nach einer langen Nacht auf ihre Autos oder Betonpfeiler im Parkhaus gestiegen sein und ihre Schuhsohlen an die Decke gedrückt haben. Nach dem Motto: Wir waren hier. Seitdem haben immer wieder Casino-Besucher die Idee aufgegriffen. Mit der Zeit hat sich daraus eine Art städtisches Ritual entwickelt.

Man kennt vergleichbare inoffizielle Mitmachaktionen auch aus anderen Städten. Da ist beispielsweise die Gum Wall in Seattle: eine über und über mit bunten Kaugummis beklebte Wand neben einem Theater im zentralen Marktviertel. Die Stadt hat die klebrigen „Souvenirs“ von Besuchern im Laufe der Jahre immer wieder entfernt, doch es kamen stets neue nach.

Wie die Abdrücke (immer wieder) an die Decken gelangen

Bezüglich der Schuhabdrücke an den Parkhausdecken ist die Haltung uneinheitlich. Laut „Atlas Obscura“ betrachten manche Casinos die Praxis als klaren Fall von Vandalismus. Wer dabei erwischt wird, erhält Hausverbot, und sowieso werden bestehende Abdrücke konsequent entfernt. Andere Häuser hingegen sehen darin ein skurriles Markenzeichen der Stadt – eine Besonderheit, die inzwischen fest nach Las Vegas gehört.

Ein Gästeservice-Manager eines großen Resorts am Las Vegas Strip hat mit „Las Vegas Sun News“ über die Schuhabdrücke an den Parkhausdecken gesprochen. Natürlich, sagt er, seien solche Spuren auch an seinem Arbeitsplatz zu finden. „Wir versuchen gar nicht erst, die Leute davon abzuhalten“, berichtet er. Der Mann, der seit zwei Jahrzehnten in der Casino-Branche tätig ist, hat schon viele Varianten gesehen, wie die Abdrücke entstehen. Manche Gäste ziehen ihre Schuhe aus und schlagen die Sohlen gegen eine erreichbare Stelle. Andere springen – mit Hilfe eines Freundes oder dank besonderer Fitness – bis zu vier Meter hoch, um ihren Stapfen zu hinterlassen. Doch die Mühe zahlt sich nicht lange aus, entfernt werden die Spuren dann nämlich doch. Eine Reinigung finde etwa einmal im Monat statt. Allerdings darf man von einer Sisyphusarbeit sprechen, denn die nächsten Schuhabdrücke lassen nicht lange auf sich warten.

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