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Da Vincis Meisterwerk

Wieso hängt die Mona Lisa eigentlich in Frankreich und nicht in Italien?

Warum hängt die Mona Lisa eigentlich in Frankreich?
Seit nunmehr 1797 hängt die Mona Lisa im Louvre in Frankreich. Warum eigentlich? Foto: Getty Images
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Laura Pomer
Freie Autorin

4. November 2025, 10:35 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Leonardo da Vinci, der Schöpfer der berühmten Mona Lisa, war ein italienischer Maler und Bildhauer. Daher stellt sich die Frage, warum das Werk nicht in seinem Heimatland ausgestellt ist, sondern im Louvre in Paris. Damit ist man einem erbitterten Kulturstreit zwischen Italien und Frankreich auf der Spur. Mehr dazu bei TRAVELBOOK.

Man darf sich das natürlich aus reinem Interesse fragen. Tatsächlich sorgt die Tatsache, dass die Mona Lisa seit 1797 in Frankreich und nicht in Italien ausgestellt ist – wo sie aufgrund ihrer „Herkunft“ eigentlich hingehören würde –, immer wieder für Diskussionen. Besonders laut wurde die Debatte zuletzt im Jahr 2019, als sich der Todestag ihres Schöpfers zum 500. Mal jährte. Doch dazu später mehr.

Warum die Mona Lisa in Frankreich ausgestellt ist

Sie ist das bekannteste Exponat des gesamten Louvre – und das will etwas heißen. Schließlich beherbergt das Museum die größte und bedeutendste Kunstsammlung der Welt. Leonardo da Vincis Werk zieht jedes Jahr mehrere Millionen Besucher an. Das Ölgemälde entstand zwischen 1503 und 1506 in Florenz, der damaligen Heimat des italienischen Universalgenies der Renaissance. Dort verblieb es jedoch nur etwa 13 Jahre.

Näheres dazu erfährt man in einem Dokumentarfilm der Arte-Serie „Karambolage“. Demnach lud König Franz I. im Jahr 1518 den damals bereits 64-jährigen da Vinci nach Frankreich ein. Der Künstler nahm einige seiner Bilder mit, die er auf seiner Reise weiter bearbeiten wollte, darunter auch das heute weltberühmte Bild einer Frau ohne Augenbrauen – die Mona Lisa. Während seines Besuchs soll der König sie ihm abgekauft haben. Er hängte das Werk in seinem Schloss in Fontainebleau auf.

Das Gemälde hatte im Laufe der Jahre viele Zuhause

Die Gemächer des französischen Renaissance-Königs waren nur die erste Station der Mona Lisa. In den darauffolgenden Jahren hing sie in verschiedenen Schlössern, darunter dem Palais des Tuileries, dem Louvre-Palast und Versailles, sowie im Schlafzimmer von Napoleon Bonaparte. Im Jahr 1802 gab dieser sie dem Louvre zurück.

Auch wenn die Mona Lisa damals noch nicht annähernd so bekannt war wie heute, gab es bereits Italiener, die sie in ihre Heimat zurücksehnten. Einer von ihnen war der Handwerker Vincenzo Peruggia. Er stahl das Bild im Jahr 1911 und versteckte es rund zwei Jahre lang in einem Koffer, bevor er beim Versuch, es in Florenz zu verkaufen, erwischt wurde. Seine Absicht sei es gewesen, wie er später aussagte, die Mona Lisa zurück nach Italien zu bringen.

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Italien möchte die Mona Lisa zurück

Wie die Mona Lisa nach Frankreich kam, ist also geklärt. Doch das bedeutet natürlich nicht, dass sie dort für immer und ewig bleiben muss – zumindest sehen das einige italienische, meist populistische Politiker anders. Anlässlich des 500. Todestages von Leonardo da Vinci machten sie ihre Haltung deutlich.

Wie oben bereits erwähnt, plante Frankreich zu Ehren des Künstlers eine große Ausstellung seiner Werke. Grundlage dafür war eine im Jahr 2017 mit dem italienischen Kulturministerium geschlossene Vereinbarung, die den Austausch bedeutender Kunstwerke ermöglichen sollte. In Italien stieß dieses Abkommen jedoch zunehmend auf Widerstand. Zu den besonders lautstarken Kritikerinnen zählte die seit 2018 neue Kulturstaatssekretärin Lucia Borgonzoni. Sie bezeichnete die vereinbarten Leihbedingungen als „unhaltbar“ und argumentierte, Italien würde sich damit „kulturell unterwerfen“. Besonders empörend sei, dass fast alle bedeutenden Werke Leonardos – allen voran die Mona Lisa – für Monate in Frankreich gezeigt werden sollten. Die Proteste führten zu Verzögerungen. Doch letztendlich konnten die Leihgaben umgesetzt werden.

Die in Italien Gemalte wird Französin bleiben

Es ist mehr als unwahrscheinlich, dass die Mona Lisa „zurück“ nach Italien kommen wird. Ihr Schöpfer brachte sie selbst nach Frankreich und verkaufte sie dort an den König, wodurch sie in die Sammlungen des Louvre gelangte. Heute ist sie nach französischem Gesetz ein sogenanntes „unveräußerliches nationales Kulturgut“, was bedeutet, dass das Ölgemälde weder verkauft, verschenkt noch verliehen werden darf. Zudem ist klar: Die Tatsache, dass Leonardo da Vinci aus Italien stammt, begründet kein Besitzrecht an seinem Werk.

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