Zum Inhalt springen
logo Deutschlands größtes Online-Reisemagazin
Fast 7000 Meter unter der Meeresoberfläche

Das am tiefsten gesunkene Schiffswrack der Welt

Tiefstes Schiffswrack
Die Überreste der „USS Samuel B. Roberts gelten als das tiefste Schiffswrack der Welt Foto: Wikimedia Commons/Vlvescovo / CC-BY-SA-4.0
Artikel teilen
Alina Julie Freund

19. Oktober 2025, 8:17 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Auf dem Grund der Ozeane und Meere liegen zahlreiche Schiffswracks aus diversen Jahrhunderten – und sie faszinieren seit jeher. Der Film „Titanic“ zog Millionen Menschen in die Kinos, Taucher begeben sich auf Tiefseeabenteuer, um nach Schiffswracks zu suchen, und Museen, Strände sowie Tauchspots rund um versunkene Schiffe sind Besuchermagnete. Die „Titanic“ mag wohl das bekannteste Wrack sein, doch es ist bei Weitem nicht das am tiefsten gelegene.

Es gibt einige bekannte Schiffswracks, die eine tiefe Faszination in uns hervorrufen. In Belfast gibt es beispielsweise eigens zu Ehren der „Titanic“ ein Museum. Ebenso ist das Vasa-Museum in Stockholm, in dem das versunkene und wieder aus dem Meer gezogene Schiff „Vasa“ ausgestellt ist, eine beliebte Touristenattraktion. Und auf der griechischen Insel Zakynthos wimmelt es in der bekannten Schmugglerbucht am Navagio Beach mit seinem Schiffswrack nur so vor Schaulustigen. Während gesunkene Schiffe in Ufernähe und flachen Gewässern leicht aufzuspüren sind, gibt es unzählige Wracks in den Tiefen der Meere, die kaum zu erreichen und nur schwer auffindbar sind.

In jüngerer Zeit machten gleich zwei Funde von militärischen Schiffswracks weltweite Schlagzeilen. So war es dem US-amerikanischen Investor und ehemaligen Marineoffizier Victor Vescovo im März 2021 gelungen, mit seiner Firma Caladan Oceanic Aufnahmen vom bis dahin tiefsten je gefundenen Schiffswrack zu machen, wie die Unternehmenswebseite berichtet. Die „USS Johnston“ liegt in 6460 Metern Tiefe im Phillippinengraben. Nur ein knappes Jahr später, im Juni 2022, fand die Forschergruppe dann im selben Gebiet ein weiteres Schiff in noch größerer Tiefe: Die „USS Samuel B Roberts“ liegt in 6895 Metern unter der Meeresoberfläche – und ist damit das bislang tiefste je gefundene Schiffswrack der Welt.

Entdeckung der gesunkenen Kriegsschiffe

Die „USS Samuel B Roberts“, auch „Sammy B“ genannt, liegt etwa 3000 Meter tiefer als die „Titanic“, wie WELT berichtet. Sowohl die „USS Johnston“, als auch die „USS Samuel B Roberts“ stammen demnach aus der Marineflotte der USA im Zweiten Weltkrieg und wurden vor der philippinischen Insel Samar entdeckt. Vescovo und sein Team von Caladan Oceanic nutzen moderne U-Boote und Sonar-Technologie, um die Schiffe zu orten und sie auf ihren Tauchgängen zu filmen. Dabei sind beeindruckende Bilder entstanden, die anhand der erkennbaren Schäden auch Auskunft über den Schlachthergang geben können.

Schiffskennung der "USS Samuel B Roberts" Foto: https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Hull_number_413_of_the_USS_Samuel_B_Roberts,_Destroyer_Escort,_lost_during_the_Battle_off_Samar.jpg
Schiffskennung der „USS Samuel B Roberts“ Foto: Wikimedia Commons/Vlvescovo / CC-BY-SA-4.0 Foto: wikimedia

Geschichtlicher Hintergrund

Die beiden Schiffe sanken laut WELT am 25. Oktober 1944 in der Schlacht von Samar, welche Teil der größeren Seeschlacht von Leyte war. Hintergrund war die Besetzung der Philippinen durch die Japaner, welche vorher in amerikanischer Hand gewesen waren. Die US-amerikanischen Streitkräfte wollten demnach die Philippinen für sich zurückerobern. Während der dreitägigen Schlacht kämpften laut „BBC“ mehr als 300 US-amerikanische Kriegsschiffe gegen etwa 70 Schiffe der japanischen Flotte. Zudem verfügten beide Seiten über Kampfflugzeuge.

Während die Amerikaner in der größeren Schlacht überlegen waren, hatten die Japaner in der Schlacht von Samar mehr Schiffe, die sowohl größer als auch besser ausgestattet waren. Fünf der 13 beteiligten US-Schiffe sanken – darunter die „USS Johnston“ und die „USS Samuel B Roberts“. Letztlich gewannen dennoch die Amerikaner diese Seeschlacht.

Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen. Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit Tracking und Cookies entscheiden.

Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an datenschutz@axelspringer.de.