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Auch bei Lufthansa

Warum in diesen brandneuen Fliegern eine Reihe leer bleiben muss

Sitzreihen des Airbus A350
Der Airbus A350 soll moderner, effizienter und komfortabler sein als alle anderen Langstreckenflugzeuge. Doch eine durchaus komfortabel aussehende Reihe darf partout nicht besetzt werden. Foto: picture alliance/KEYSTONE | ANDREAS BECKER
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Laura Pomer
Freie Autorin

22. Oktober 2025, 15:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten

Der Airbus A350 gilt als das fortschrittlichste Flugzeug seiner Klasse. Mehrere Fluggesellschaften haben den Jet bereits in Betrieb – darunter auch die deutsche Lufthansa. Doch vollständig auslasten dürfen weder Lufthansa noch ihre Schweizer Tochter Swiss ihn derzeit. Genauer gesagt muss eine ganze Sitzreihe konsequent frei bleiben. Warum das so ist, hat TRAVELBOOK einen Experten gefragt.

Dank neuer Triebwerke, Leichtbauweise und optimierter Aerodynamik verbraucht der Airbus A350 rund 30 Prozent weniger Treibstoff und ist nur halb so laut wie vergleichbare Modelle. Das schreibt die Lufthansa auf ihrer Website. Verbesserter Luftdruck, ein optimiertes Lichtkonzept und die moderne Ausstattung der Kabine bieten mehr Ruhe und Komfort und sorgen so für ein spürbar angenehmeres Flugerlebnis mit geringerer Umweltbelastung. Doch scheinbar findet man im effizientesten Langstreckenflugzeug der Flotte nicht effizient genutzten Raum vor. Anders gesagt: Eine der Sitzreihen muss stets leer bleiben – aufgrund gesetzlicher Bestimmungen, wie „Aerotelegraph“ diesbezüglich berichtet.

Aufgewertete Premium Economy Class mit Schönheitsfehler

Das Portal beschreibt anlässlich der Aufnahme des Betriebs des Airbus A350 durch die Fluggesellschaft Swiss die insgesamt deutlich aufgewertete Premium Economy Class – die Lufthansa-Tochter wird den neuen Flugzeugtyp Ende Oktober 2025 erstmals regulär einsetzen. Die zwischen Economy und Business Class angesiedelte Reiseklasse befindet sich in einem eigenen, abgetrennten Kabinenbereich. Ein Detail sticht jedoch ins Auge: Am hinteren Ende des Abteils stehen zwei vereinzelte Reihen der Economy Class „verloren” im Raum. Ein schmaler Decken­trenner grenzt die beiden Buchungskategorien voneinander ab. Toiletten trennen den Bereich vollständig von der übrigen Economy-Kabine.

Auf dieser Sitzplatzkarte des neuen Airbus A350-900 von Swiss kann man gut erkennen: Direkt hinter der Premium Economy befinden sich zwei isolierte Economy-Reihen
Auf dieser Sitzplatzkarte des neuen Airbus A350-900 von Swiss kann man gut erkennen: Direkt hinter der Premium Economy befinden sich die zwei isolierten Economy-Reihen 26 und 27 Foto: This image is copyright (c) AeroLOPA Ltd 2025

Swiss erklärt dem Portal diesen „Schönheitsfehler“ im Bereich der Reihen 26 und 27 damit, dass die Airline die Sitzplatzanzahl in allen Klassen an die erwartete Nachfrage hat anpassen wollen. In der Kabine war jedoch nur Raum für eine zusätzliche Reihe in der Premium Economy, wodurch zwangsläufig eine Lücke in der Anordnung der Economy-Sitze entstand.

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Warum eine Reihe im Airbus A350 nicht verkauft werden darf

Nun sind die beiden Reihen schon einmal da. Und Reisende in der Economy Class dürften sich die Finger danach lecken: Immerhin gehören sie zur etwas günstigeren Kategorie, bieten aber dennoch eine gewisse Exklusivität. Aber: Falsch gedacht! Passagiere dürfen dort derzeit nicht Platz nehmen – zumindest nicht in beiden Reihen. Swiss verkauft die vordere der beiden, also die erste Economy-Reihe direkt hinter der Premium Economy mit Nummer 26, momentan nicht. Der Grund liegt in den bereits erwähnten gesetzlichen Vorgaben.

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TRAVELBOOK bat den Luftfahrtexperten Cord Schellenberg, den Sicherheitsaspekt dahinter zu erläutern. „Passagiere, die direkt hinter den Hartschalensitzen sitzen, brauchen spezielle Sicherheitsgurte mit Airbag-Funktion. So lässt sich im Notfall ein Zusammenprall zwischen Mensch und Sitzschale zuverlässig verhindern“, erklärt Schellenberg. Seines Wissens arbeitet Swiss derzeit noch an der behördlichen Zulassung dieser Airbag-Funktion in den A350-Economy-Sitzen. Solange das Verfahren läuft, bleiben die betreffenden Sitze leer.

Laufendes Zulassungsverfahren ist eine wichtige Phase

Generell brauchen Fluggesellschaften und luftfahrttechnische Betriebe ausreichend sachkundige Fachkräfte in den Zulassungsbehörden, erklärt der Experte. „Nur wenn genügend qualifizierte und entscheidungsbefugte Experten dort verfügbar sind, lassen sich Zulassungsprozesse zügig durchführen und abschließen.“ Zeit kostet in der Luftfahrt nicht nur wegen des Flugbetriebs Geld – auch die Airlines und Technikbetriebe zahlen hohe Gebühren für jedes beantragte Verfahren.

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Wie lange dieser Prozess noch dauern wird, sprich ab wann auch Reihe 26 im neuen Airbus A350 besetzt werden darf? Das ist laut Cord Schellenberg noch nicht abzusehen. Erst recht nicht ohne das Wissen, wann der Zulassungsantrag gestellt worden ist.

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