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Sonderfall

Was gilt bei einer Geburt im Flugzeug?

Baby Flugzeug
Flugzeugkabine statt Kreisssaal: Wird ein Baby über den Wolken geboren, stellt sich unter anderen die Frage nach der StaatsangehörigkeitFoto: Getty Images

Am 30. Januar 2022 setzen auf einem Flug bei einer Passagierin plötzlich die Wehen ein und das Baby kommt noch im Flieger zur Welt. Damit ist die Frau nicht allein: In den vergangenen Jahren kam es zwar selten, aber immer wieder einmal zu Flugzeuggeburten, teilweise mit skurrilen Geschenken für die Babys. TRAVELBOOK zeigt, was genau in dem Flieger nach Washington geschah und wie die Rechtslage bei einer Geburt über den Wolken aussieht.

Baby–Glück über den Wolken: Eine Frau hat kürzlich auf einem United-Airline-Flug von Accra in Ghana nach Washington D.C. ein Kind zur Welt gebracht. Nach etwa sechs Stunden in der Luft setzten bei ihr die Wehen ein, berichtete der US–amerikanische Nachrichtensender CNN. Zum Glück waren zufällig ein Arzt und eine Krankenschwester mit an Board, die zusammen mit dem anwesenden Personal dafür gesorgt haben, dass die Geburt im Flugzeug sicher verlaufen ist.

Alles musste sehr schnell gehen. Daher fand die Entbindung direkt auf dem Boden vor den Notausgängen statt. Zweieinhalb Stunden dauerte es, bis das Baby da war. Noch bevor die Maschine um 5:41 Uhr am Flughafen von Washington D.C. landete, saß die Mutter wieder angezogen und mit ihrem Neugeborenen im Arm auf ihrem Platz. Die anderen Passagiere im Flieger wurden Zeugen dieser außergewöhnlichen Situation. Eine von ihnen, Tiani Warren, saß direkt vor der gebärenden Frau und berichtete hinterher auf ihrem Instagram–Account über das Erlebnis.

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Flugzeugbaby bekommt lebenslang Gratisflüge – aber nur nach München

Es war Sommer 2020, als bei einer Frau aus dem Jemen, die gerade im Flieger nach London saß, plötzlich die Wehen einsetzten. Geistesgegenwärtig lenkte der Pilot die Maschine direkt um, zum nächsten Flughafen nach München, wo sie dann für die Geburt notlandete.

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Als die Maschine von EgyptAir auf dem Boden ankam, war das Kind allerdings schon auf der Welt, wie das Portal „Stuff” berichtete. Ein zufällig im Flugzeug anwesender Arzt hatte bei der Geburt geholfen. Die Airline verkündete anlässlich des freudigen Ereignisses, das Neugeborene werde sein Leben lang Freiflüge bei EgyptAir bekommen, ruderte aber kurze Zeit später etwas zurück.

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So schrieb die Airline auf Twitter, das Kind werde tatsächlich sein Leben lang umsonst Flugtickets erhalten – allerdings nur für die Strecken nach München. Ob es davon allerdings jemals Gebrauch machen wird, ist fraglich, denn seine Mutter wollte ja eigentlich gar nicht in die bayerische Landeshauptstadt, sondern nach London.

Die Frau, die nicht wusste, dass sie schwanger war

Im Mai 2021 betrat Lavinia „Lavi“ Mounga den Flieger nach Hawaii. Zu diesem Zeitpunkt war ihr nicht bewusst, dass sie sich bereits in der 29. Schwangerschaftswoche befand. Zufälligerweise sind ein Arzt und drei Krankenschwestern an Board, die auf einer Neugeborenen–Intensivstation arbeiteten. Laut CNN leistete das Team hervorragende Arbeit und brachte das Frühchen nicht nur zur Welt, sondern stabilisierte es auch für mehrere Stunden, bis das Flugzeug in Honolulu landen konnte.

Da ihnen das notwendige Equipment nicht zur Verfügung gestanden hatte, mussten die Helfer improvisieren. Mithilfe von Schnürsenkeln beispielsweise wurde die Nabelschnur durchtrennt und in der Mikrowelle erhitzte Wasserflaschen wurden genutzt, um das Baby warmzuhalten. Den Herzschlag des Frühchens überprüften sie mit einer Apple Watch. Ganz nach dem Motto: „Not macht erfinderisch“.

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Das gilt bei einer Geburt im Flugzeugs

Da es immer wieder einmal passiert, dass an Bord eines Fliegers ein Kind zur Welt kommt, beantwortet TRAVELBOOK nachstehend die wichtigsten Fragen zu den Themen „Fliegen während der Schwangerschaft“ und „Flugzeuggeburten“.

Bis zu welcher Schwangerschaftswoche darf man fliegen?

Das variiert von Airline zu Airline. Generell wird hochschwangeren Frauen vom Fliegen abgeraten. Allerdings nehmen zum Beispiel Lufthansa, Easyjet, Ryanair, Emirates und Condor Schwangere bis zur 36. Woche an Bord, wenn die Schwangerschaft bis dahin nicht risikobehaftet gewesen ist. Je nach Airline müssen Schwangere entweder ihren Mutterpass, aus dem der errechnete Geburtstermin hervorgeht, oder sogar ein Attest vorlegen (hier geht es zu den Formularen von Ryanair und Emirates). Achtung: Bei Mehrlingsschwangerschaften gilt bei den meisten Airlines eine geringere Grenze von maximal 32 Wochen.

Welche Staatsangehörigkeit hat ein im Luftraum geborenes Kind?

Grundsätzlich haben nach deutschem Recht (Paragraph 4 des Staatsangehörigkeitsgesetz [StAG]) Kinder die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn mindestens ein Elternteil deutsch ist. Das nennt man „Abstammungsprinzip“. Zusätzlich gibt es jedoch das „Territorialprinzip“, also die Frage, wo das Kind geboren wurde – und hier wird es bei Geburten im Flugzeug kniffelig.

Zunächst stellt sich die Frage, ob das Flugzeug zum Zeitpunkt der Geburt über Land oder Ozean flog. Sollte sich das Flugzeug nämlich über dem offenen Meer und keinem eindeutigen Staatsgebiet befinden, entscheidet über die Nationalität des Kindes das Land, in dem das Flugzeug registriert ist. Gehen wir etwa von einem Flug von Paris in die USA mit KLM aus, wäre bei einer Geburt über dem Atlantik die Nationalität des Kindes unter anderem niederländisch.

Sollte der Flug jedoch über das Festland gehen, wird auf das Chicagoer Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt verwiesen. Demnach hat jeder Staat die ausschließliche Lufthoheit über seinem Hoheitsgebiet. Ergo wäre ein Kind, das zum Beispiel über den USA geboren wird, auch automatisch US-Amerikaner.

Übrigens: Beim Geburtsort des Kindes ist man dann wieder ganz pragmatisch. Hier wird einfach der Ort angegeben, an dem Mutter und Kind zum ersten Mal das Flugzeug verlassen.

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