Im Flugzeug geboren

Baby bekommt lebenslang Gratisflüge – aber nur nach München

Baby Flugzeug
Ein Baby, das an Bord eines Flugzeugs von EgyptAir geboren wurde, bekommt lebenslanges Flugrecht – nach München (Symbolfoto)
Foto: Getty Images

Ein Kind, dass jetzt in einem Flugzeug geboren wurde, soll sein Leben lang von der Airline Freiflüge erhalten – doch es gibt einen skurrilen Haken bei der Sache. TRAVELBOOK erklärt, was genau geschah, und wie es allgemein rechtlich bei einer Geburt über den Wolken aussieht.

Baby-Glück über den Wolken: Eine Frau aus dem Jemen hat kürzlich auf einem Flug der Gesellschaft EgyptAir nach London ein Kind zur Welt gebracht. Mitten in der Luft setzten ihre Wehen ein, so dass der geistesgegenwärtige Pilot die Maschine nach München umlenkte, wo sie dann für die Geburt notlandete.

Zu diesem Zeitpunkt war das Kind allerdings bereits auf der Welt, wie die Seite „Stuff” berichtet, ein zufällig an Bord anwesender Arzt hatte bei der Geburt geholfen. Die Airline verkündete demnach anlässlich des freudigen Ereignisses, das Neugeborene werde sein Leben lang Freiflüge bei EgyptAir bekommen — nur um dann kurze Zeit später auf skurrile Weise zurück zu rudern.

So schrieb die Airline auf Twitter, das Kind werde tatsächlich sein Leben lang umsonst Flugtickets erhalten – allerdings nur für die Strecken nach München. Ob es davon allerdings jemals Gebrauch machen wird, ist fraglich – denn seine Mutter wollte ja eigentlich gar nicht in die bayerische Landeshauptstadt, sondern nach London.

Das gilt bei einer Geburt an Bord eines Flugzeugs

Immer wieder passiert es, dass an Bord eines Fliegers ein Kind zur Welt kommt, daher beantwortet TRAVELBOOK nachstehend wichtige Fragen zu dem Thema.

Bis zu welcher Schwangerschaftswoche darf man fliegen?

Das variiert von Airline zu Airline. Generell wird hochschwangeren Frauen zwar von Flügen abgeraten. Allerdings nehmen zum Beispiel Lufthansa, Easyjet, Ryanair, Emirates und Condor Schwangere bis zur 36. Woche an Bord, wenn die Schwangerschaft bis dahin nicht risikobelastet war. Je nach Airline müssen Schwangere entweder ihren Mutterpass, aus dem der errechnete Geburtstermin vorgeht, oder sogar ein Attest vorlegen (hier geht es zu den Formularen von Ryanair und Emirates). Achtung: Bei Mehrlingsschwangerschaften gilt bei den meisten Airlines eine geringere Grenze von maximal 32 Wochen.

Darauf müssen werdende Mütter bei Flugreisen achten

Welche Staatsangehörigkeit hat ein im Luftraum geborenes Kind?

Grundsätzlich haben nach deutschem Recht (Paragraph 4 des Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG)) Kinder die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn mindestens ein Elternteil deutsch ist. Das nennt man „Abstammungsprinzip“. Zusätzlich gibt es jedoch das „Territorialprinzip“, also die Frage, wo das Kind geboren wurde – und hier wird es bei Geburten im Flugzeug kniffelig.

Zunächst stellt sich die Frage, ob das Flugzeug zum Zeitpunkt der Geburt über Land oder Ozean flog. Sollte sich das Flugzeug nämlich über dem offenen Meer und keinem eindeutigen Staatsgebiet befinden, entscheidet über die Nationalität des Kindes das Land, in dem das Flugzeug registriert ist. So wäre zum Beispiel bei einem Flug von Paris in die USA mit KLM bei einer Geburt über dem Atlantik die Nationalität des Kindes unter anderem niederländisch.

Kann man für ungeborene Babys Flugtickets buchen?

Sollte der Flug jedoch über das Festland gehen, wird auf das Chicagoer Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt verwiesen. Demnach hat jeder Staat die ausschließliche Lufthoheit über seinem Hoheitsgebiet. Ergo wäre ein Kind, das zum Beispiel über den USA geboren wird, auch automatisch US-Amerikaner.

Übrigens: Beim Geburtsort des Kindes ist man dann wieder ganz pragmatisch. Hier wird einfach der Ort angegeben, an dem Mutter und Kind zum ersten Mal das Flugzeug verlassen.

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