Über den Wolken

Frau bringt Baby in Flugzeug zur Welt

Die meisten Schwangeren, die los fliegen, kommen auch schwanger am Zielort an. In seltenen Fällen allerdings steigen die Frauen dann schon mit ihrem Kind auf dem Arm aus dem Flugzeug
Die meisten Schwangeren, die fliegen, kommen auch schwanger am Zielort an. In seltenen Fällen allerdings steigen die Frauen dann schon mit ihrem Kind auf dem Arm aus dem Flugzeug
Foto: Getty Images

Eine Geburt an Bord eines Flugzeuges kommt nur sehr selten vor, doch nun war es mal wieder soweit. Diesmal auf einem Flug von Puerto Rico in die USA. TRAVELBOOK erklärt, was genau geschah – und wie es rechtlich bei einer Geburt über den Wolken aussieht.

Die Crew des Flugs 1954 sowie anwesendes Medizin-Personal halfen dabei, den kleinen Jungen zur Welt zu bringen. Sowohl der Mutter als auch dem Kind gehe es gut, teilte eine Sprecherin der Airline dem lokalen Fernsehsender WPLG mit. Die Airline wünsche der jungen Mutter und ihrem Sohn nur das Beste, sagte die Sprecherin weiter.

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Amüsant: Das Flugzeug, in dem es zu der spontanen Geburt kam, ist erst seit kurzem im Einsatz und trägt den Namen „Born to Be Blue“.

Bis zu welcher Schwangerschaftswoche darf man fliegen?

Das variiert von Airline zu Airline. Generell wird hochschwangeren Frauen zwar von Flügen abgeraten. Allerdings nehmen zum Beispiel Lufthansa, Easyjet, Ryanair, Emirates und Condor Schwangere bis zur 36. Woche an Bord, wenn die Schwangerschaft bis dahin nicht risikobelastet war. Je nach Airline müssen Schwangere entweder ihren Mutterpass, aus dem der errechnete Geburtstermin vorgeht, oder sogar ein Attest vorlegen (hier geht es zu den Formularen von Ryanair und Emirates). Achtung: Bei Mehrlingsschwangerschaften gilt bei den meisten Airlines eine geringere Grenze von maximal 32 Wochen.

Darauf müssen werdende Mütter bei Flugreisen achten

Welche Staatsangehörigkeit hat ein im Luftraum geborenes Kind?

Grundsätzlich haben nach deutschem Recht (Paragraph 4 des Staatsangehörigkeitsgesetz (StAG)) Kinder die deutsche Staatsangehörigkeit, wenn mindestens ein Elternteil deutsch ist. Das nennt man „Abstammungsprinzip“. Zusätzlich gibt es jedoch das „Territorialprinzip“, also die Frage, wo das Kind geboren wurde – und hier wird es bei Geburten im Flugzeug kniffelig.

Zunächst stellt sich die Frage, ob das Flugzeug zum Zeitpunkt der Geburt über Land oder Ozean flog. Sollte sich das Flugzeug nämlich über dem offenen Meer und keinem eindeutigen Staatsgebiet befinden, entscheidet über die Nationalität des Kindes das Land, in dem das Flugzeug registriert ist. So wäre zum Beispiel bei einem Flug von Paris in die USA mit KLM bei einer Geburt über dem Atlantik die Nationalität des Kindes unter anderem niederländisch.

Kann man für ungeborene Babys Flugtickets buchen?

Sollte der Flug jedoch über das Festland gehen, wird auf das Chicagoer Abkommen über die internationale Zivilluftfahrt verwiesen. Demnach hat jeder Staat die ausschließliche Lufthoheit über seinem Hoheitsgebiet. Ergo wäre ein Kind, das zum Beispiel über den USA geboren wird, auch automatisch US-Amerikaner.

Übrigens: Beim Geburtsort des Kindes ist man dann wieder ganz pragmatisch. Hier wird einfach der Ort angegeben, an dem Mutter und Kind zum ersten Mal das Flugzeug verlassen.