Wer mit einem aufzugebenden Koffer zum Flughafen fährt, sollte künftig bei Ryanair noch großzügiger planen. Der Billigflieger zieht die Frist für die Kofferabgabe deutlich vor – Fluggäste müssen also künftig ihr Gepäck deutlich eher aufgeben. Doch auch unabhängig von dieser Änderung kann es riskant sein, die von einer Airline vorgegebene Zeit bis zur letzten Minute auszureizen.
Ryanair schließt Gepäckaufgabe künftig eine Stunde vor Abflug
Ab dem 10. November müssen Ryanair-Passagiere ihr Aufgabegepäck früher abgeben. Die Gepäckaufgabe schließt dann eine Stunde vor der planmäßigen Abflugzeit. Bislang lag die Frist bei 40 Minuten vor Abflug.
Damit verkürzt sich das Zeitfenster für Reisende mit aufgabepflichtigem Gepäck um 20 Minuten. Ryanair begründet die Änderung allerdings mit einem Vorteil für die betroffenen Fluggäste: Sie sollen nach der Gepäckabgabe mehr Zeit haben, um mögliche Warteschlangen an Sicherheits- und Passkontrollen zu bewältigen und rechtzeitig zum Boarding ans Gate zu kommen.
Eine Stunde vor dem geplanten Start liegt grundsätzlich im Rahmen der in der Luftfahrt üblichen Fristen. Einheitliche Vorgaben für die späteste Gepäckabgabe gibt es jedoch nicht.
Nach Angaben des Bundesverbands der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) hängt die jeweils geltende Frist unter anderem von der Fluggesellschaft, dem Flughafen und der Strecke ab. Reisende sollten deshalb bereits vor Fahrtantritt überprüfen, welche Vorgabe für ihren konkreten Flug gilt.
Je nach Fluggesellschaft finden Passagiere diese Information beispielsweise in der Buchungsbestätigung, auf der Bordkarte sowie in der App oder auf der Website der Airline.
Die angegebene Schlusszeit für die Gepäckaufgabe sollte ohnehin nicht als empfohlene Ankunftszeit am Flughafen verstanden werden. Zwischen Gepäckschalter und Abfluggate können lange Wege liegen. Hinzu kommen mögliche Wartezeiten bei der Sicherheitskontrolle und gegebenenfalls bei der Passkontrolle.
Besonders groß kann der Zeitbedarf zu Stoßzeiten sein, etwa zum Beginn der Ferien. Immer wieder verpassen Reisende ihren Flug, weil sie beispielsweise zu lange an der Sicherheitskontrolle warten mussten. Ein entsprechender zeitlicher Puffer kann deshalb entscheidend sein.
Änderung betrifft bei Ryanair nur einen Teil der Reisenden
Von der neuen Ryanair-Regelung ist nach Angaben der Fluggesellschaft ohnehin eine Minderheit der Passagiere betroffen. Demnach reist nur rund ein Fünftel mit großen Koffern, die aufgegeben werden müssen. Die übrigen Fluggäste sind ausschließlich mit Handgepäck unterwegs.
Mit Material der dpa
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