30. September 2026, 7:23 Uhr |
Lesezeit: 4 Minuten
Am Dreiländereck von Deutschland, Frankreich und der Schweiz steht ein weltweit einzigartiger Flughafen – der EuroAirport Basel-Mülhausen-Freiburg. TRAVELBOOK verrät die Geschichte des besonderen Flughafens.
Normalerweise sind Flughäfen immer einem bestimmten Staat zugeordnet. Wer im New Yorker Flughafen JFK landet, weiß, dass er sich in den USA befindet. Und in London Heathrow obliegt die Verwaltungshoheit ohne Zweifel dem Land Großbritannien. So eindeutig ist es bei allen Flughäfen weltweit – bis auf einen einzigen: den Flughafen Basel-Mülhausen. Denn er befindet sich zwar auf französischem Boden, wird jedoch auch von der Schweiz betrieben. Wie kam es zu dieser einzigartigen Lösung?
Wie Basel, Frankreich und Freiburg zu einem Flughafen kamen
Bereits Jahre vor der Eröffnung des Flughafens Basel-Mülhausen gab es Pläne für einen neuen, größeren Flughafen in der Region Basel, heißt es auf der Website des Flughafens. Denn auf dem damaligen Flugplatz Basel-Sternenfeld wurde der Platz angesichts des wachsenden Luftverkehrs und neuer Flugzeugtypen immer knapper. Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wurden die Verhandlungen mit Frankreich zunächst unterbrochen und erst 1945 wieder aufgenommen. Sie führten zu einem Abkommen, nach dem Frankreich das Gelände zur Verfügung stellte und die Schweiz die Pisten und Gebäude errichtete. Noch bevor der Staatsvertrag zwischen beiden Ländern 1949 unterzeichnet wurde, begannen die Arbeiten an den ersten Flughafenanlagen.
Die ersten Infrastrukturen des binationalen Flughafens entstanden innerhalb von nur zwei Monaten. Bereits am 2. Mai 1946 landete das erste Zivilflugzeug auf dem neuen Flugfeld, die offizielle Einweihung folgte wenige Tage später. Der junge Flughafen entwickelte sich rasant: 1953 nahm die 2370 Meter lange Hauptpiste den Betrieb auf, später wuchs sie auf 3900 Meter an. Nur wenige Jahrzehnte nach der Eröffnung knackte der Airport 1984 erstmals die Marke von einer Million Passagieren.
Dass der Flughafen längst mehr als nur Basel und Mülhausen bedient, zeigt schon sein Name: Seit 1987 tritt er als „EuroAirport Basel-Mulhouse-Freiburg“ auf. Der Zusatz „Freiburg“ steht für die enge Verbindung zur gesamten Dreiländerregion. Nach Angaben von Alliance spiegelt sich diese besondere Rolle nicht zuletzt im Markennamen und im Logo wider.
Der Flughafen trägt die Namen der drei wichtigsten Städte der Region: Basel in der Schweiz, das französische Mülhausen (Mulhouse) und Freiburg im Breisgau in Deutschland Foto: Getty Images
Auf den Parkplätzen zahlt man mit unterschiedlichen Währungen
Übrigens: Vor dem Beitritt der Schweiz zum Schengen-Raum verfügte der EuroAirport über getrennte Bereiche für französische und schweizerische Passagiere. Mit den Schengen-Regeln wurden die Abläufe vereinfacht und die Terminalbereiche stärker zusammengeführt. Bis heute ist die besondere Struktur des Flughafens jedoch sichtbar. Es gibt weiterhin einen französischen und einen schweizerischen Sektor. Das zeigt sich unter anderem bei den Ankunftsbereichen und den Parkplätzen, die je nach Seite des Flughafens unterschiedlich organisiert sind. Auf der Schweizer Seite wird in Franken bezahlt, auf der französischen in Euro.
Rund 30 Airlines fliegen 100 Ziele an
Vom EuroAirport aus geht es heute zu rund 100 Zielen in Europa und darüber hinaus. Mit 9,6 Millionen Passagieren verzeichnete der Flughafen 2025 laut Bericht das erfolgreichste Jahr seiner Geschichte. Besonders gefragt waren Verbindungen zu klassischen Urlaubszielen rund ums Mittelmeer sowie zu europäischen Metropolen – dazu zählten London, Istanbul, Palma de Mallorca, Budapest und Pristina. Rund 30 Fluggesellschaften bieten vom EuroAirport Direktflüge an, allen voran easyJet, gefolgt von Wizz Air und Pegasus.
An einem gewöhnlichen Tag heben am EuroAirport mehr als 100 Flugzeuge ab – Damit zählt der Flughafen zu den wichtigsten Luftverkehrsdrehkreuzen im Dreiländereck Foto: picture alliance / Markus Mainka
Gleichzeitig investiert der Flughafen in die Modernisierung seiner Infrastruktur: Neue Gastronomieangebote, modernisierte Aufenthaltsbereiche und die geplante Erweiterung des Terminals sollen das Reiseerlebnis für Passagiere weiter verbessern.
Sie haben erfolgreich Ihre Einwilligung in die Nutzung unseres Angebots mit Tracking und Cookies widerrufen.
Damit entfallen alle Einwilligungen, die Sie zuvor über den (Cookie-) Einwilligungsbanner bzw. über den
Privacy-Manager erteilt haben. Sie können sich jetzt erneut zwischen dem Pur-Abo und der Nutzung mit
Tracking und Cookies entscheiden.
Bitte beachten Sie, dass dieser Widerruf aus technischen Gründen keine Wirksamkeit für sonstige
Einwilligungen (z.B. in den Empfang von Newslettern) entfalten kann. Bitte wenden Sie sich diesbezüglich an
datenschutz@axelspringer.de.