24. Mai 2026, 14:53 Uhr | Lesezeit: 2 Minuten
Wenn im Flugzeug ein Ernstfall eintritt, bleibt keine Zeit für Überlegungen. Jede Verzögerung kann Folgen haben – besonders dann, wenn Passagiere noch schnell nach Rucksack, Tasche oder Minikoffer greifen. Genau davor warnen Behörden und Airlines eindringlich. Warum das so ist und was mit zurückgelassenem Gepäck im Anschluss an die Evakuierung des Flugzeuges passiert.
Muss ein Flugzeug geräumt werden, zählt vor allem eines: Tempo. Dennoch kommt es bei Evakuierungen immer wieder zu gefährlichen Verzögerungen, weil Reisende Anweisungen missachten und zunächst ihr Handgepäck aus den Fächern holen.
Das Luftfahrt-Bundesamt warnt, dass Passagiere damit nicht nur sich selbst aufhalten, sondern auch andere Menschen an Bord in Gefahr bringen. Zusätzlich kann Gepäck wichtige Evakuierungsausrüstung beschädigen – etwa Notrutschen.
Auch beim Rutschen selbst wird ein Rucksack oder ein kleiner Hartschalenkoffer zum Problem: Er kann Verletzungen verursachen, sowohl bei der Person, die ihn mitnimmt, als auch bei anderen Passagieren.
Lufthansa: Handgepäck muss zurückbleiben
Darauf macht auch Deutschlands größte Fluggesellschaft aufmerksam. Lufthansa stellt klar: „Fluggäste müssen den Anweisungen der Crew unverzüglich folgen, sämtliches Handgepäck zurücklassen und sich zügig zu den Notausgängen bewegen.“ Die Kabinenbesatzungen seien für solche Ausnahmesituationen besonders ausgebildet und übten Evakuierungsabläufe regelmäßig.
Weil Passagiere bei Evakuierungen immer wieder zum Gepäck greifen, hat auch die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA Airlines im vergangenen Jahr aufgefordert, ihre Abläufe zu überprüfen und zu verschärfen. Dazu zählen unter anderem eindeutigere Hinweise vor dem Start.
Was mit zurückgelassenem Handgepäck passiert
In einer Notsituation müssen das eigene Leben und das Leben der anderen Passagiere Vorrang haben. Dennoch ist wichtig: Zurückgelassenes Handgepäck ist nicht automatisch verloren.
Laut Lufthansa können Gepäckstücke in vielen Fällen später gesichert geborgen und den Fluggästen nachgeliefert werden. Sinnvoll ist es deshalb, am Handgepäck ein Schild mit Kontaktdaten anzubringen. Es kann auch hilfreich sein, sein Gepäck bereits vor dem Abflug zu fotografieren.
Die Airline betont allerdings: „Sicherheit geht vor Eigentum.“ Zunächst haben medizinische Versorgung, Betreuung der Passagiere und der Einsatz der Rettungskräfte Priorität – nicht das Handgepäck.
Mit Material von dpa