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Nachgefragt beim Experten

Warum ruckelt es, wenn man durch Wolken fliegt?

Flugzeug passiert Wolken und ruckelt
Dieser Anblick aus dem Flugzeug verrät: Gleich ruckelt es! Foto: Getty Images
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Laura Pomer
Freie Autorin

30. September 2025, 13:34 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten

Die meisten Flugreisenden dürften dieses Phänomen kennen: Wenn das Flugzeug in eine Wolke fliegt, ruckelt es – manchmal sanft, doch nicht selten auch spürbar heftiger. Was steckt dahinter? TRAVELBOOK hat einen Experten gefragt.

Es gibt Wolken, die so unscheinbar wirken, dass man sich kaum vorstellen kann, dass sie einen so massiven Verkehrsträger wie ein Flugzeug überhaupt beeinflussen können. Doch selbst solche sogenannten Schönwetterwolken – Cumuluswolken – können dazu beitragen, dass Flieger leicht ins Ruckeln geraten. Das erklärt Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt im TRAVELBOOK-Interview. In diesem Fall handelt es sich bereits um leichte Turbulenzen. Solche entstehen, grob zusammengefasst, immer dann, wenn unterschiedliche Luftströmungen aufeinandertreffen. Doch wie genau können Wolken dieses Ruckeln beim Fliegen begünstigen?

Warum ruckelt das Flugzeug, wenn es durch Wolken fliegt?

„Viele Arten von Wolken entstehen dadurch, dass warme Luft vom Erdboden aufsteigt“, erklärt Großbongardt. Er veranschaulicht das mit dem Bild eines mit Wasser gefüllten Kochtopfes. Wird der Herd eingeschaltet, beginnt das Wasser sich von unten zu erwärmen. Nach und nach steigen heiße Blasen nach oben, während kälteres Wasser wieder nach unten sinkt. Es entsteht ein ständiges Auf und Ab, ein regelrechtes Brodeln im Topf.

In der Atmosphäre verhält es sich ganz ähnlich: Wenn die Sonne den Boden stark aufheizt, steigt warme Luft auf, während kühlere Luft nach unten sinkt. Dadurch entstehen vertikale Luftströmungen. Kondensiert die aufsteigende, feuchte Luft, bilden sich Wolken – sie sind sozusagen das sichtbare Zeichen, dass es in diesem Bereich „brodelt“, um beim Kochtopf-Vergleich zu bleiben. Fliegt ein Flugzeug nun durch eine solche Zone, wird es von den auf- und absteigenden Luftmassen erfasst. Die Maschine hebt also zwischendurch an und sinkt wieder ab. Für Passagiere fühlt sich das an, als würde das Flugzeug ruckeln oder schaukeln – ähnlich wie ein Boot auf unruhigem Gewässer.

In tropischen Gewittern „brodelt“ es besonders

Die oben erwähnten Cumuluswolken verursachen allenfalls ein leichtes Ruckeln, erklärt Großbongardt. Ganz anders sieht es jedoch bei tropischen Gewittern aus. Diese spüren alle Mitfliegenden besonders deutlich. „In Gewitterwolken steigt die Luft mit bis zu 200 Stundenkilometern auf, und im nächsten Moment kann es zu ähnlich starken Abwinden kommen. Die Maschine wird dadurch sehr stark durchgeschüttelt“, so der Experte. Piloten sind deshalb stets bemüht, solche Zonen weiträumig zu umfliegen. Nicht, weil die Turbulenzen das Flugzeug beschädigen könnten, sondern um den Passagieren diese starken Erschütterungen zu ersparen.


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