Erster Testflug in Deutschland war erfolgreich

Sehen die Flugzeuge der Zukunft wie ein „V” aus?

Der Testflug des Flying V
Der Testflug des „Flying V“ in Niedersachsen war schon einmal erfolgreich. Allerdings handelt es sich hierbei um ein Modell, das deutlich kleiner als das geplante Passagierflugzeug ist.
Foto: Joep van Oppen

Schon Kinder wissen, wie ein Flugzeug aussieht. Doch das allgemeingültige Bild einer Maschine könnte sich in den nächsten Jahren und Jahrzehnten ändern. Aktuell wird nämlich ein neues Flugzeugmodell, das besonders aerodynamisch sein soll, getestet – und das sieht völlig anders aus als gewohnt.

„Flying V“ sieht, das muss man zugeben, ungewöhnlich aus: Rumpf und Flügel gehen ineinander über, es sieht eben aus wie ein fliegendes V. Entwickelt wurde dieses neue Modell in einer Kooperation der niederländischen Universität Delft und der Fluggesellschaft KLM. Die Idee wurde schon im Sommer 2019 vorgestellt – doch damals gab es Bedenken, ob ein solches Gebilde überhaupt flugfähig wäre. Zumindest diese Frage ist nun erledigt: Bei einem Erstflug mit einem Modell, das 2,76 Meter Länge, 3,06 Meter Spannweite und 24,8 Kilogramm Gewicht hat, blieb „Flying V“ immerhin fünf Minuten in der Luft.

Der Testflug fand übrigens in Deutschland statt, auf dem Militärflugplatz in Faßberg in Niedersachsen. Und es gibt noch eine Verbindung zu Deutschland: Der erste Entwurf entstand im Rahmen einer Masterarbeit des TU-Berlin-Studenten Justus Benad.

So futuristisch könnte Flying V später mal aussehen

So futuristisch könnte „Flying V“ später mal aussehen
Foto: Edwin Wallet

Flying V soll Treibstoff sparen

Projektleiter Roelof Vos von der Technischen Universität Delft erklärt, wieso das neue Modell sinnvoll ist: „Flying V ist kleiner als der A350 und hat im Vergleich eine geringere Zuflussfläche. Das Ergebnis ist weniger Widerstand. Das bedeutet, dass der Flying-V bei gleicher Entfernung weniger Kraftstoff benötigt.“ Laut KLM sollen Computerberechnungen schon ergeben haben, dass aufgrund der besonderen Form und auch des geringeren Gewichts im Vergleich zu herkömmlichen Flugzeugen bis zu 20 Prozent Treibstoff gespart werden können.

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Die neuartige Maschine soll nach Angaben der TU Delft dieselbe Anzahl an Passagieren wie der A350 aufnehmen können, also 314. Wann genau „Flying V“ aber tatsächlich als Passagierflugzeug abheben wird, steht noch in den Sternen. Projektleiter Vos war zwar mit dem ersten Testflug zufrieden, es habe aber auch einige Probleme gegeben, so habe etwa der Schwerpunkt des Fliegers zu weit hinten gelegen.

Es gibt übrigens schon andere Hersteller, die ebenfalls an einem „Nurflügel“-Modell tüfteln. So stellte etwa Airbus mit dem „Maveric“ im vergangenen Jahr ein sehr ähnliches Flugzeug vor, das hat aber, im Unterschied zu „Flying V“, keine Fenster.