20. Januar 2026, 12:02 Uhr | Lesezeit: 4 Minuten
Zahlreiche Flughäfen bieten Reisenden an, ihre Koffer gegen eine gewisse Gebühr in Kofferfolie (oft auch Schrumpffolie genannt) einzuwickeln. Diese Praxis soll die Koffer vor Verschmutzung, Kratzern und Flüssigkeitseintritt, aber auch vor dem Zugriff Unbefugter schützen. Doch mit diesem Service könnte bald Schluss sein. Erste Flughäfen, auch in Deutschland, weisen Reisende bereits offiziell darauf hin, dass Kofferfolie nicht mehr den EU-Richtlinien entspricht. Alle Infos dazu bei TRAVELBOOK.
Kofferfolie – was man über sie wissen sollte
Haben Sie schon einmal Kofferfolie verwendet? Dann werden Sie vielleicht bestätigen, dass es mitunter ein wenig Geduld erfordert, das Material – eine Art Schrumpffolie – wieder zu entfernen. Online geben Nutzer verschiedene Tipps, um ein bröseliges Abgehen zu verhindern und Kleberückstände zu beseitigen. Kofferfolie gilt als Kunststoffverpackung, sie sollte daher in der Gelben Tonne entsorgt werden, also nicht etwa im Restmüll, und das idealerweise möglichst sauber.
Sie merken: Mit dem Gebrauch von Kofferfolie gehen ein gewisser Aufwand und auch einige Umweltfragen einher. Bekanntlich trägt eine unsachgemäße Entsorgung von Kunststoff zu Plastikverschmutzung und einer erhöhten CO2-Belastung bei. An einigen Flughäfen fehlen getrennte Wertstoffsammlungen im öffentlichen Bereich. Deshalb landet Kofferfolie dort oft im Restmüll und wird somit verbrannt. Kurzum, es ist wenig überraschend, dass die EU nun eine neue Regelung auf solche Einweg-Kunststoffverpackungen abzielt.
Warum es sinnvoll sein kann, den Koffer in Folie zu wickeln
Aus diesem Grund könnte ihr Koffer bei einer Flugreise entsorgt werden
Neue EU-Verordnung verbietet Kofferfolie
Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR, übersetzt etwa „Verpackungs- und Verpackungsabfallverordnung“) ist eine neue, verbindliche EU-Verordnung, die darauf abzielt, Verpackungsabfälle zu reduzieren und die Kreislaufwirtschaft zu fördern. Hier geht es zur Statusseite zur Gesetzgebung. Bereits 2024 haben sich das Europäische Parlament und die EU-Mitgliedstaaten auf die neue Regelung geeinigt. Sie löst die bisherige Verpackungsrichtlinie 94/62/EG ab und soll künftig unmittelbar in allen EU-Staaten gelten. Im Rahmen der Verordnung werden schrittweise verschiedene Einweg-Kunststoffverpackungen an Flughäfen verboten, darunter auch Schrumpffolien für Koffer und Taschen – also die sogenannte Kofferfolie.
Kofferfolie ist völliger Quatsch – und verschmutzt die Umwelt!
„Mal im Ernst: Wer hält Kofferfolie wirklich für nützlich? Sie mag zwar theoretisch vor Kratzern oder Schmutz schützen – aber ich wüsste nicht, warum Gebrauchsspuren auf einem Koffer problematisch sein sollten. Vielmehr wirkt der Service wie eine kostenpflichtige Beruhigungspille für gestresste Passagiere: schnell noch ein paar Euro zahlen (zwischen 10 und 20, je nach Größe des Gepäckstücks), um das Gepäck ‚extra zu sichern‘. Tatsächlich bietet die Folie jedoch kaum Schutz vor Diebstahl und Flüssigkeiten – und starker Druck im Laderaum macht auch vor eingeschweißter Folie nicht halt. Dafür stellt Kofferfolie, wie andere vermeidbare Kunststoffverpackungen auch, vor Entsorgungsherausforderungen und macht im Zweifelsfall Müll. Höchste Zeit, dass der Quatsch abgeschafft wird!“
Ab wann darf man die Folie nicht mehr nutzen?
Bis auf Weiteres wird Ihnen „Gepäck-Wrapping“, so nennt sich die Praxis, sicherlich noch an EU-weiten Flughäfen begegnen. Ein vollständiges Verbot von Kofferfolie und allen Einweg-Folienformaten – es betrifft übrigens auch die immer noch vorgeschriebenen durchsichtigen 1-Liter-Beutel für Kosmetik im Handgepäck – soll bis spätestens 1. Januar 2030 gelten. Bis dahin tritt es mit gewissen Übergangsfristen schrittweise in Kraft.
Es gibt allerdings Flughäfen, die sich damit nicht so viel Zeit lassen wollen. Beispielsweise am Hannover Airport ist es bereits seit 2019 offiziell verboten, Gepäckstücke in Kofferfolie aufzugeben. Dies ist in den offiziellen Bestimmungen nachzulesen. Es ist möglich, dass Sie auch an anderen Flughäfen noch vor dem offiziellen Inkrafttreten des EU-Verbots Probleme mit folienumwickelten oder eingeschweißten Koffern haben. Zumal neben den berechtigten Umweltbedenken auch praktische Komplikationen gegen den Gebrauch von Kofferfolie sprechen. Wie das Online-Portal „Chip“ erklärt, kann die Folie dazu führen, dass Gepäckstücke am Band festhängen, und auch Probleme bei der Durchleuchtung verursachen. Nicht zuletzt müssen Koffer im Notfall durch die Behörden schnell geöffnet werden können, was bei eingeschweißter Folie erschwert wird.