23. Februar 2026, 17:02 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Früher war im Flugverkehr mehr Lametta – zumindest bei den klassischen Fluggesellschaften wie der Lufthansa. Was heute vielleicht nur noch eine vage Erinnerung ist: Fluggäste konnten sich einst auf einen im Ticketpreis inbegriffenen kleinen Snack sowie ein Getränk nach Wahl freuen. Extras, für die man bei Billigairlines von jeher bezahlen musste. Doch in den vergangenen Jahren hat auch Lufthansa ihre Leistungen schrittweise reduziert. Nun plant die Airline Medienberichten zufolge sogar einen Ultra-Günstig-Tarif, in dem nur noch die reine Beförderung enthalten sein soll. TRAVELBOOK hat bei der Fluggesellschaft nachgefragt.
Fliegen wird aufgrund steigender regulatorischer Kosten insgesamt teurer. Vor allem strengere Umweltauflagen in der EU treiben die Kosten im europäischen Luftverkehr in die Höhe. Hinzu kommen der ausgeweitete Emissionshandel sowie die verpflichtende Beimischung nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF). Zum Jahr 2025 hat die Lufthansa Group daher einen Umweltkostenzuschlag auf Flugtickets eingeführt, der zumindest einen Teil des preislichen Mehraufwands abdecken soll (TRAVELBOOK berichtete).
Daneben arbeitet die Lufthansa Group aufgrund des wachsenden Wettbewerbsdrucks nun schon länger mit einer differenzierten Tarifstruktur. Sie bietet etwa unterschiedliche Economy-Optionen an: vom klassischen Economy-Tarif mit Gepäck, Verpflegung und Meilen bis hin zum Economy Light. Hier entfallen viele Zusatzleistungen, aber es sind weiterhin eine Flasche Wasser, Handgepäck und Meilen. Durch diese Staffelung können Kunden je nach Bedarf ein passendes Angebot wählen, und die Airline zeigt im Preiskampf nach unten weiterhin Präsenz. Und nun scheint die Fluggesellschaft einen nächsten Schritt zu prüfen.
Plant Lufthansa einen Ultra-Günstig-Tarif?
Laut einem Bericht von „Aerotelegraph“, der sich auf Insider-Informationen stützen soll, prüft Lufthansa die Einführung eines neuen Ultra-Basistarifs. Dieser soll noch unter dem bisherigen Economy-Light-Tarif angesiedelt sein und damit noch weniger Leistungen enthalten. Konkret bliebe nur die reine Beförderung mit einem kleinen Handgepäckstück inkludiert.
Das könnte bedeuten, dass Reisende in dieser Buchungsklasse keinen Anspruch mehr auf Verpflegung, Aufgabegepäck oder Meilen im Vielfliegerprogramm hätten – all dies müsste separat gebucht und bezahlt werden. Damit würde sich das Konzept an Angeboten von Low-Cost-Carriern wie Ryanair oder EasyJet orientieren. Tatsächlich zeichnet sich eine entsprechende Entwicklung bereits im Markt ab: Auch bei traditionellen Netzwerkairlines enthalten die günstigsten Tarife oft weder Bordverpflegung noch Aufgabegepäck, sondern bieten diese nur als kostenpflichtige Zusatzoption an. Ziel der Airlines ist es, Zusatzleistungen stärker individuell zu monetarisieren und gleichzeitig einen möglichst niedrigen Einstiegspreis anzubieten.
Lufthansa bestätigt nichts Konkretes
Auf TRAVELBOOK-Nachfrage erklärt ein Sprecher der Lufthansa Group, dass die bestehenden Tarife fortlaufend geprüft und bei Bedarf angepasst werden. Zu Details eines möglichen Ultra-Basistarifs hält sich das Unternehmen jedoch bedeckt: „Welche neuen Tarife eingeführt werden und zu welchem Zeitpunkt, ist derzeit noch offen.“ Konkrete Entscheidungen und Zeitpläne liegen zumindest offiziell noch nicht vor.