9. Oktober 2025, 15:03 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
Ende Januar dieses Jahres brannte in Südkorea ein Flugzeug von Air Busan aus. Verursacht wurde der Brand Experten zufolge offenbar durch eine Powerbank im Handgepäck. Als Reaktion darauf führten zunächst vor allem asiatische Airlines strengere Regeln für die Mitnahme von Powerbanks ein. Nun zog die deutsche Lufthansa-Tochter Discover Airlines nach.
Spätestens seit dem Vorfall vom 28. Januar, bei dem eine A321-Maschine von Air Busan in Südkorea fast vollständig ausbrannte, steht fest, dass Powerbanks an Bord ein großes Sicherheitsrisiko darstellen. Die 169 Passagiere und sieben Besatzungsmitglieder konnten bei dem beschriebenen Vorfall zum Glück rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden. Um solche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden und Feuer durch Powerbanks in der Flugkabine vorzubeugen, reagierten mehrere Fluggesellschaften mit verschärften Sicherheitsvorschriften. Auch bei Discover Airlines gelten nun strengere Regeln.
So dürfen Passagiere der deutschen Airline an Bord keine Powerbanks mehr benutzen, um Smartphones und andere elektrische Geräte aufzuladen. Der Transport der mobilen Akkus im Handgepäck sei aber weiter möglich, teilt die Fluggesellschaft mit. Eine Sprecherin der Airline erklärte dem Fachportal „aerotelegraph.com“, dass man die Entscheidung auf Grundlage einer entsprechenden Empfehlung der europäischen Luftfahrtbehörde EASA getroffen habe.
Auch interessant: Kann man im Flugzeug vom hustenden Sitznachbarn das Tragen einer Maske verlangen?
Regelungen je nach Airline unterschiedlich
In der Lufthansa-Gruppe, zu der Discover gehört, sind die Regelungen nicht einheitlich: Bei der Kernmarke Lufthansa und bei Eurowings dürfen Reisende Powerbanks weiter zum Aufladen anderer Geräte nutzen, müssen sie aber im Blick haben. Nicht erlaubt ist hingegen, die Powerbanks aufzuladen.
Die Regelung bei Discover zeigt erneut, dass sich Passagiere vor Abflug schlaumachen sollten, wie die jeweilige Airline den Umgang mit Powerbanks handhabt. An Bord von Flugzeugen von Emirates zum Beispiel ist die Nutzung seit Monatsanfang untersagt. Zudem gibt es bei jeder Airline Vorgaben zur maximalen Nennenergie der Powerbanks, der Stückzahl, die man dabeihaben darf, und oft auch dazu, wo und wie sie im Handgepäck lagern müssen.
Wie es andere Airlines handhaben
Bei Emirates gilt zum Beispiel, dass sie nicht in den Ablagefächern über den Sitzen verstaut sein dürfen, sondern in dem kleinen Netz am Sitz oder in einem Rucksack unter dem Sitz liegen müssen. Bei koreanischen Airlines wiederum gilt: Powerbanks müssen beim Passagier lagern – in einem transparenten Plastikbeutel. Oder man klebt die Kontakte mit Isolierband ab.
Bei südkoreanischen Fluggesellschaften dürfen Passagiere seit dem 1. März maximal fünf Powerbanks mit an Bord nehmen, welche jeweils eine Kapazität von bis zu 100 Wattstunden nicht überschreiten sollten. Während des Flugs darf man sie weder zum Aufladen seiner Geräte verwenden, noch die Powerbank selbst aufladen. Außerdem muss sie immer griffbereit sein, sprich, man darf sie nicht im Gepäckfach verstauen.
Weitere Airlines, die sich dem Verwendungsverbot von Powerbanks in Flugzeugen angeschlossen haben, sind Thai Airways, Eva Air, China Airlines, Singapore Airlines und Scoot.
Powerbanks dürfen sich nicht im aufgegebenen Gepäck befinden
Der Transport von Powerbanks im aufgegebenen Gepäck ist grundsätzlich verboten. Sowohl die Internationale Zivilluftfahrtorganisation (ICAO) als auch der Branchenverband IATA haben sich für dieses Verbot ausgesprochen. Stattdessen müssen Powerbanks und Ersatzakkus stets im Handgepäck mitgeführt werden, darauf verweist auch die europäische Flugsicherheitsbehörde EASA. Somit kann ein schnelles Eingreifen des Flugzeugpersonals im Ernstfall garantiert werden.
Mit Material von dpa