Müde über den Wolken

Wann Sie im Flugzeug besser nicht schlafen sollten

schlafen Flugzeug
Schlafen in Flugzeug ist kein Problem, solange man dies nicht während der Start- und Landezeit macht
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Wer kennt das nicht: Kaum sitzt man im Flieger, schon wird man müde. Dabei sollte man seine Augen während bestimmter Flug-Phasen lieber offenhalten. Kann Schlafen über den Wolken gefährlich sein? TRAVELBOOK fragte bei einem Spezialisten nach.

Denn es gibt bestimmte Personen, die tatsächlich Folgeschäden riskieren. Hals-Nasen-Ohrenarzt Dr. med. Armin Mechkat erklärt TRAVELBOOK die Gründe.

„Das Mittelohr ist ein luftgefüllter Raum, dessen Druck an den Außendruck angepasst ist. Da sich bei dem Start oder der Landung eines Flugzeugs der Umgebungsdruck ändert, entsteht ein Druckunterschied“, erläutert Dr. Mechkat. Um den Druckunterschied auszugleichen, öffnet sich die Ohrtrompete. Passiert der Ausgleich nicht, kommt es zu dem unangenehmen Druck im Ohr, den einige Passagiere bei Start oder vor allem bei der Landung empfinden.

Druckausgleich beim Fliegen ist wichtig

Wenn man schläft, kann es passieren, dass man nicht mitbekommt, wenn der Druckausgleich im Innenohr nicht stattfindet. Diese Problematik betreffe jedoch eher Menschen, die allgemein empfindlich auf die Veränderung des Außendrucks reagieren oder durch akute Erkrankungen wie einen Ohrinfekt besonders anfällig sind, erklärt Dr. Mechkat. In der Regel gleiche man die Druckunterschiede automatisch aus, zum Beispiel durch das Schlucken.

Wann Sie bei einer Erkältung NICHT fliegen sollten

Wird der Druck nicht ausgeglichen, könne es neben einem Druckgefühl im Ohr und Schmerzen sogar zu Einblutungen ins Mittelohr oder das Trommelfell kommen. „Im schlimmsten Fall reißt das Trommelfell oder eine dünne Membran im Innenohr, woraus eine akute Schwerhörigkeit resultieren kann“, sagt der Mediziner. Ein starkes Druckgefühl, kombiniert mit Schmerzen und Einblutungen, sei gefährlich, da es zu einer dauerhaften Schwerhörigkeit kommen könne.

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Druck Ohren Fliegen

Während des Fluges sollte der Druck immer wieder ausgeglichen werden
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Wie man mit dem Druck umgeht

Dabei gibt es einige Tipps, was man gegen das unangenehme Gefühl in den Ohren tun kann: So hilft es, den Unterkiefer vor- und zurückzubewegen oder einen bewussten Druckausgleich zu machen. Dies erreicht man, wenn man sich die Nase zuhält, den Mund schließt und dann kontrolliert pustet. Weiter hilft es, wenn man etwas trinkt, schluckt, Kaugummi kaut oder gähnt. Wer des Öfteren Probleme mit dem Druckausgleich hat, kann vorsorglich auch abschwellende Nasensprays oder -tropfen nutzen.

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„Verschwindet der Druck in den Ohren nicht binnen 24 Stunden, sollte man einen Arzt aufsuchen“, sagt Dr. Mechkat. Hat man neben starkem Druck auch akute Ohrgeräusche oder Drehschwindel, solle man direkt nach der Landung einen Arzt aufsuchen.

 

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