28. September 2026, 18:09 Uhr |
Lesezeit: 2 Minuten
Streiks beim Bodenpersonal sorgen bei Urlaubern regelmäßig für Unsicherheit und Unmut. Flieger haben entweder große Verspätung oder heben gar nicht erst ab. In Australien haben kürzlich die Mitarbeiter einer Billigairline gestreikt – zur großen Freude der Fluggäste. Aber wie kann das sein?
In der vergangenen Woche (23. und 24. September 2026) haben die Beschäftigten der australischen Billigairline Jetstar gestreikt. Doch zur großen Überraschung kam es dabei weder zu Flugausfällen noch zu Verspätungen. Statt die Arbeit niederzulegen und so gegen den eigenen Arbeitgeber zu protestieren, wurden Passagiere ganz normal abgefertigt. Allerdings verzichteten die Mitarbeiter der Qantas-Tochter auf sämtliche Zusatzgebühren am Schalter.
Keine Extrakosten für Fluggäste
Normalerweise muss man tief in die Tasche greifen, wenn der Koffer am Check-in-Schalter zu schwer ist. Während des Tarifstreits mussten Passagiere dagegen nichts dafür zahlen. Will man spontan den Sitzplatz ändern, kostet auch das eigentlich extra – doch auch hier wurde auf die Gebühren verzichtet. Genauso wurden für das verspätete Einchecken keine Extrakosten verlangt.
Statt Passagiere zu verärgern, traf der Streik genau die, auf die Druck ausgeübt werden sollte: die Airline. Und das natürlich sehr zur Freude der Fluggäste.
Mitarbeiter würden sich weiter um die Passagiere kümmern, aber sie kassierten keine Zusatzgebühren für Jetstar, bis die Airline zeige, dass sie ihre Belegschaft ernst nehme, so der Vorsitzende der Gewerkschaft Australian Services Union, Scott Cowen, in einem Bericht des „Newcastle Herald“.
Von den Zusatzgebühren befreit waren nur Fluggäste, die direkt am Schalter hätten zahlen müssen. Extra-Gepäck, das online gebucht wurde, kostete auch weiterhin den regulären Preis.
Aktion ist nicht neu
Wie die „Berliner Zeitung“ berichtet, hat die Gewerkschaft diesen „Trick“ bei Jetstar schon einmal angewandt. 2011 wurde ein sogenannter „No Weigh Day“ ausgerufen. Damals wurden aber lediglich bei Übergepäck keine Gebühren verlangt.
Damals rechnete die Gewerkschaft vor, dass allein am Check-in in Sydney an einem Tag bis zu 20.000 Dollar für Übergepäck zusammenkämen.
Die aktuelle Aktion lief gleich an mehreren Flughäfen. Betroffen waren Sydney, Brisbane, Melbourne, Adelaide, Avalon, Gold Coast und Cairns. Die Gewerkschaft hatte den Zeitpunkt geschickt gewählt: In mehreren Teilen des Landes sind Schulferien, und zum Finale der Australian Football League reisen viele nach Melbourne.
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