30. September 2025, 7:09 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
In Teruel, der Provinzhauptstadt der spanischen Region Aragonien, befindet sich der größte Flugzeug-Friedhof Europas. Dutzende Maschinen von Gesellschaften aus aller Welt sind dort geparkt, einige von ihnen werden wohl nie wieder abheben. Der Region jedoch hat der Flughafen eine unverhoffte Blüte beschert.
Nur 15 Kilometer entfernt von der spanischen Stadt Teruel liegt einer der ungewöhnlichsten Flughäfen Europas. Denn hierher kommen Maschinen in den allermeisten Fällen nur zum Landen. Um dann mitunter nie wieder abzuheben. Mitten im Nirgendwo bei Aragoniens Provinzhauptstadt befindet sich auf dem Gelände der Plataforma Aeroportuaria de Teruel, kurz PLATA, der mittlerweile größte Flugzeug-Friedhof Europas. Dank des besonderen Airports boomt nun die gesamte Region, eine der am dünnsten besiedelten in ganz Spanien.
Vor allem während der Corona-Pandemie nahm der Flughafen eine wichtige Funktion ein. Da der internationale Luftverkehr erheblich eingeschränkt war, waren hier über Monate hinweg 130 Jets aus der ganzen Welt geparkt. Ein wesentlicher Pluspunkt des Standorts sind die im Vergleich niedrigen Kosten für das Abstellen der Maschinen.
10 Prozent aller Flugzeuge hier werden verschrottet
Laut „aerotelegraph“ finden sich hier unter anderem Maschinen von Airlines wie Lufthansa, British Airways, Air France, Austrian Airways, Alitalia und Iberia. Aber auch solche aus China, von Linien wie Lucky Air, Hainan Airlines und China Eastern. Die wüstenartige Landschaft um Teruel ist als Flugzeug-Friedhof ideal, denn hier herrscht fast immer trockenes Klima, dazu weit mehr als 240 Tage Sonne im Jahr. Diese Umstände verhindern, dass die Flugzeuge vorzeitig Rost ansetzen können. Denn nicht alle von ihnen beenden ihr Dasein endgültig auf dem ungewöhnlichen Flughafen-Parkplatz.
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Soll eine Maschine aber doch endgültig verschrottet werden, kann auch das auf dem Gelände des Flugzeug-Friedhofs geschehen. Die französische Firma Tarmac Aerosave kümmert sich hier um sämtliche Aspekte, von der Lagerung über die Wartung bis zum „Recycling“.
Aufschwung für die gesamte Region
Doch während für zahlreiche der Maschinen in Teruel wohl Endstation ist, hat der Flugzeug-Friedhof der Region insgesamt einen unerwarteten und hochwillkommenen Aufschwung verschafft. Viele der örtlichen Betriebe haben sich auf den immer noch wachsenden Betrieb auf der PLATA eingestellt. Bereits seit 2014 bietet die Universität von Teruel Sommerkurse zum Thema Luftfahrt an. Seit 2017 kann man sich auch an einer der örtlichen Berufsschulen zum Luftfahrtmechaniker ausbilden lassen.
Und auch der Airport boomt dank seines Flugzeug-Friedhofs kräftig. In den kommenden Jahren will man hier die Infrastruktur massiv ausbauen. Bietet Europas größter Jet-Parkplatz aktuell Fläche für 140 Großraumflieger und weitere 250 kleinere Maschinen, sollen hier künftig bis zu 400 Langstreckenflieger lagern können. Neue Hangars befinden sich momentan bereits im Bau. 25 Millionen Euro will man dafür in den kommenden Jahren investieren, sagte ein Flughafensprecher zu „aerotelegraph“.
„Deutsche Welle“ zufolge werden in den nächsten 20 Jahren 15.000 Flugzeuge endgültig verschrottet, weil sie dann ihre Altersgrenze erreicht haben. Eines der „prominentesten“ Flugzeuge, das hier erst kürzlich seine letzte Ruhe fand, ist der Airbus A340-300 „Konrad Adenauer“. Der Regierungsflieger diente jahrelang Bundeskanzlerin Angela Merkel und weiteren Regierungsmitgliedern als sicheres Transportmittel um die Welt. Anfang dieses Jahres wurde er endgültig außer Dienst gestellt und in Teruel verschrottet.

