27. Januar 2026, 17:52 Uhr | Lesezeit: 5 Minuten
Eine aktuelle Studie hat die Trinkwasserqualität in US-amerikanischen Flugzeugen untersucht und dabei festgestellt, dass etliche von ihnen kein sicheres Wasser an Bord anbieten. Die Ergebnisse der Studie.
Bestellen Sie nach einer Nacht im Flugzeug zuerst einmal einen Kaffee? Naheliegend – und dennoch sollten Sie sich das bei der ein oder anderen US-amerikanischen Fluggesellschaft zwei Mal überlegen. Das Center for Food as Medicine and Longevity veröffentlichte kürzlich eine Studie zur Trinkwassersicherheit in Flugzeugen, die zeigte, dass „viele Fluggesellschaften ihren Passagieren weiterhin potenziell gesundheitsschädliches Wasser anbieten“, wie es in dem Bericht heißt. Besonders das Ergebnis der Fluggesellschaft American Airlines dürfte dem ein oder anderen den Kaffeegenuss verderben.
Übersicht
Die Studie
Die „Airline Water Study 2026“ untersucht und bewertet das an Bord bereitgestellte Wasser zehn großer und elf regionaler Fluggesellschaften aus den USA. Das Wasser an Bord wurde über einen Zeitraum von drei Jahren (1. Oktober 2022 bis 30. September 2025) auf fünf Kriterien untersucht: Verstöße pro Flugzeug, Überschreitungen des Grenzwerts für E. coli, die Anzahl positiver Indikatorbefunde, öffentliche Bekanntmachungen sowie die Häufigkeit von Desinfektion und Spülung. Das teilt das Center for Food as Medicine and Longevity mit. Im Anschluss erhielt jede Fluggesellschaft eine „Wassersicherheitsbewertung“ zwischen 0 und 5 Punkten. „Eine Bewertung von 3,5 oder besser bedeutet, dass die Fluggesellschaft über relativ sicheres und sauberes Wasser verfügt und die Note A oder B erhält“, erklärt die gemeinnützige Organisation aus den USA.
Die US-amerikanische Airline mit dem schlechtesten Wasser …
… ist American Airlines. Die Fluggesellschaft, die unter anderem verschiedene deutsche Flughäfen mit Zielen in den USA verbindet, erhielt gerade einmal 1,75 Punkte und die Note D. Die gleiche Note und nur 0,05 Punkte mehr erhielt JetBlue und auch Spirit Airlines bekam mit nur 2,05 Punkten die Note D. Unterhalb der Marke von 3,5 Punkten befinden sich darüber hinaus drei weitere große US-Airlines: United Airlines, Hawaiian Airlines und Southwest Airlines.
Oberhalb der Marke und damit auf der sicheren Trinkwasser-Seite stehen dagegen immerhin vier der zehn großen US-Airlines. Die Fluggesellschaft mit dem besten Trinkwasser ist laut des Center for Food as Medicine and Longevity Delta Air Lines, die die volle Punktzahl von 5 Punkten erhielt.
Trinkwassersicherheit der großen US-Fluggesellschaften im Überblick
- Delta Air Lines: 5,00 Punkte (Note A)
- Frontier Airlines: 4,80 Punkte (Note A)
- Alaska Airlines: 3,85 Punkte (Note B)
- Allegiant Air: 3,65 Punkte (Note B)
- Southwest Airlines: 3,30 Punkte (Note C)
- Hawaiian Airlines: 3,15 Punkte (Note C)
- United Airlines: 2,70 Punkte (Note C)
- Spirit Airlines: 2,05 Punkte (Note D)
- JetBlue: 1,80 Punkte (Note D)
- American Airlines: 1,75 Punkte (Note D)
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Trinkwassersicherheit der regionalen US-Fluggesellschaften im Überblick
Bei den elf getesteten regionalen Fluggesellschaften sieht es sogar noch schlechter aus als bei den großen: Hier befindet sich nur eine oberhalb der 3,5-Punkte-Marke, und das auch nur knapp. Alle anderen bieten nachweislich schlechtes Wasser an:
- GoJet Airlines: 3,85 Punkte (Note B)
- Piedmont Airlines: 3,05 Punkte (Note C)
- Sun Country Airlines: 3,00 Punkte (Note C)
- Endeavor Air: 2,95 Punkte (Note C)
- SkyWest Airlines: 2,40 Punkte (Note D)
- Envoy Air: 2,30 Punkte (Note D)
- PSA Airlines: 2,25 Punkte (Note D)
- Air Wisconsin Airlines: 2,15 Punkte (Note D)
- Republic Airways: 2,05 Punkte (Note D)
- CommuteAir: 1,60 Punkte (Note D)
- Mesa Airlines: 1,35 Punkte (Note F)
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Was bedeutet das schlechte Wasser in den US-Flugzeugen?
„Ungesundes Wasser verstößt gegen die Aircraft Drinking Water Rule (ADWR) der US-Bundesregierung, die 2011 in Kraft trat“, heißt es in dem Bericht. Deren Hauptzweck ist es laut der zuständigen United States Environmental Protection Agency (EPA), „sicherzustellen, dass den Flugzeugpassagieren und der Besatzung sicheres und zuverlässiges Trinkwasser zur Verfügung gestellt wird“. Laut dem Center for Food as Medicine and Longevity verpflichtet diese ADWR-Richtlinie die Fluggesellschaften, Wasserproben aus ihren Tanks zu entnehmen und auf coliforme und mögliche E.-coli-Bakterien zu testen. Darüber hinaus müssten Airlines ihre Wassertanks regelmäßig reinigen und desinfizieren. Der Bericht mahnt an, dass die US-amerikanische Umweltschutzbehörde EPA nicht hart genug gegen Verstöße durchgreife und etwa nur selten zivilrechtliche Strafen gegen jene Airlines verhänge, die gegen die Trinkwasser-Regulierung verstoßen.
Laut der Organisation wurden im Rahmen der Studie 35.674 Probenstandorte auf coliforme Bakterien untersucht. 949 von ihnen wiesen demnach ein positives Ergebnis für coliforme Bakterien auf. „Verstöße gegen die zulässigen Höchstwerte für E. coli wurden als stärkster negativer Faktor für die Bewertungen der Fluggesellschaften identifiziert“, heißt es in dem Bericht. Demnach wurden in den drei Studienjahren 32 derartige Verstöße festgestellt. Die regionale Airline CommuteAir weist laut der Organisation „eine alarmierende Gesamtcoliformen-Positivrate von 33,33 Prozent auf“.
Das deutsche Hygienetechnische Labor Biocheck erklärt auf seiner Website: Coliforme Bakterien seien „nicht prinzipiell gefährlich für den Menschen“, gelten jedoch „als Indikatorkeime, die Hinweise auf gefährliche Krankheitserreger geben“. Einige Arten, wie Salmonellen oder EHEC, könnten jedoch „ernsthafte Erkrankungen beim Menschen verursachen“. Entsprechend sollte Trinkwasser auch nach der deutschen Trinkwasserverordnung (TrinkwV) „grundsätzlich frei von coliformen Bakterien sein“. Das Labor warnt: „Gerade für Menschen mit geschwächtem Immunsystem kann die Belastung des Trinkwassers mit coliformen Keimen Krankheiten auslösen bzw. verschlimmern.“
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Wie können sich Reisende schützen?
Um sich vor unsauberem Trinkwasser im Flugzeug zu schützen, rät das Center for Food as Medicine and Longevity, niemals Wasser zu trinken, das nicht aus einer versiegelten Flasche stamme. Die Organisation erklärt: „An Bord dürfen Sie keinen Kaffee oder Tee trinken.“ Das Wasser, das zur Zubereitung beider Getränke verwendet wird, stammt oftmals aus dem Hahn und nicht aus einer mitgeführten Plastikflasche. Außerdem raten die Studienautoren, im Flugzeug-Badezimmer nicht die Hände zu waschen. Stattdessen solle ein Händedesinfektionsmittel mit einem Mindestalkoholgehalt von 60 Prozent genutzt werden.