14. Januar 2026, 11:01 Uhr | Lesezeit: 3 Minuten
„Let‘s explore the world“ – Lasst uns die Welt erkunden: Mit diesem Slogan bewirbt GeoGuessr sein heute weltbekanntes Spiel. Bereits vor 13 Jahren von einem schwedischen IT-Berater veröffentlicht, beschäftigt das damalige Browser-Game heute täglich tausende Nutzer. Doch woran liegt das?
Zuerst erscheint alles simpel: Dem Spieler wird eine Street-View-Aufnahme eines Ortes irgendwo auf der Welt angezeigt, aus der er möglichst genau zu erkennen versucht, wo er sich virtuell befindet. Auf einer Weltkarte setzt er seinen „Pin“, eine Markierung, und erreicht je nach Entfernung zum angezeigten Ort eine Punktzahl von null bis fünftausend. Aber genau dieser einfache Umgang macht GeoGuessr so reizvoll: kurzweilig, kostenlos, leicht zugänglich und somit für viele Nutzer der perfekte Zeitvertreib. Laut BILD ging das Spiel bereits kurz nach dem Start 2012 auf der Plattform Reddit viral und lockt mit seiner simplen, aber süchtig machenden Idee täglich Hunderttausende auf die Website: Errate den Ort, setze deinen Pin und sammle Punkte.
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Auch zum Zuschauen ist GeoGuessr beliebt: Livestreams, bei denen Spieler online gegeneinander antreten und sich an winzigen Details in Sekunden orientieren können, werden von Tausenden verfolgt. Ein Event steht dabei ganz besonders im Vordergrund: die seit 2023 jährlich stattfindende offizielle GeoGuessr-Weltmeisterschaft. Im vergangenen Jahr ging es dabei laut der österreichischen Zeitung „Tips“ bei den Finals in Kopenhagen nicht nur um den Titel, sondern um Geldpreise im Wert von insgesamt über 100.000 US-Dollar. Der aktuelle Weltmeister, ein amerikanischer Spieler namens Radu C, konnte sich vor den Augen der zwischenzeitlich über 300.000 Zuschauer einen Löwenanteil von fast 50.000 US-Dollar sichern.
So machen es die Profi-Guessr
2026 wird die Weltmeisterschaft in Berlin ausgetragen. Neben Radu C zählen hier die ungarischen, niederländischen und französischen Teilnehmer zu den Favoriten. Solche Profis, die viel Zeit mit dem Spiel verbringen, entwickeln dabei verblüffende Strategien, um ihren Aufenthaltsort erkennen zu können. Dazu helfen ihnen oft ganz bestimmte Merkmale. Auf folgende einfache Anhaltspunkte können Sie ebenfalls achten, um es mit jeder noch so kniffligen Street-View-Aufnahme aufzunehmen:
Strommasten: Sogenannte „Poles“ können die Position auf kleine Gebiete eingrenzen. So sind die löchrigen „holey poles“ typisch für Ungarn, während man bestimmte metallische, leiterähnliche Masten nur im Norden von Australien findet.
Kameraauto: Die Google-Street-View-Kameraautos unterscheiden sich je nach Region. Beispielsweise ist nur in Panama bei einer bestimmten Ausrichtung eine gewindeartige Antenne sichtbar, dagegen weist auf das Fahrzeug in Deutschland nur ein schwacher blauer Streifen auf dem Boden hin.
Verkehrsschilder: Auch Schilder können klare Hinweise auf bestimmte Länder enthalten – zum Beispiel hat ein Zebrastreifen auf dem entsprechenden Hinweisschild in Litauen 3, in Island 4 und in Spanien sogar 8 Streifen.
Setzen Sie diese Tipps um, informieren Sie sich weiter. Webseiten wie die bei Spielern beliebte Plattform Geometas geben Auskunft über Tipps und Tricks zum Verbessern Ihrer Strategie. Und – wer weiß? Vielleicht haben auch Sie das Zeug zum nächsten Weltmeister!